Unabhängiger Test 2025

Revolut Business Schweiz: Für wen lohnt es sich wirklich?

Revolut Business verspricht günstiges Multiwährungs-Banking für Schweizer Unternehmen. Doch seit März 2025 kostet selbst das Basic-Abo CHF 10 pro Monat – und wichtige Schweizer Features wie TWINT fehlen weiterhin. Ist es trotzdem die richtige Wahl?

Revolut Business Schweiz Test

Stand: Januar 2025 | Testzeitraum: 6 Monate mit Schweizer KMU-Fokus

Revolut Business ist ein digitales Geschäftskonto der britischen Fintech-Firma Revolut. Das Konto richtet sich an KMUs, Freelancer und Selbstständige, die ein modernes, app-basiertes Banking-Erlebnis suchen.

Kernmerkmale:

  • Multiwährungskonto mit über 25 unterstützten Währungen (CHF, EUR, USD, GBP etc.)
  • Schweizer IBAN für CHF-Überweisungen
  • Business-Debitkarten (physisch und virtuell)
  • Günstiger Währungstausch zum Interbankenkurs
  • App-first Bedienung ohne Filialnetz

Revolut ist keine Schweizer Bank, verfügt aber über eine FINMA-Geschäftslizenz. Kunden haben eine Vertragsbeziehung mit Revolut Bank UAB in Litauen (EU-Banklizenz).

In der Schweiz betreut Revolut bereits rund 10'000 Firmenkunden – Tendenz stark steigend. Die Zahl der Geschäftskunden wuchs 2024 um 41 Prozent.

Die wichtigsten Änderungen 2025

Das Basic-Abo ist nicht mehr kostenlos. Seit März 2025 kostet es CHF 10 pro Monat – auch die anderen Pläne wurden teurer. Gleichzeitig kommen neue Features hinzu.

💰

Preiserhöhung Basic-Plan

CHF 10/Monat statt kostenlos – macht Revolut weniger attraktiv für simple CHF-Konten
🆕

Virtuelle Schweizer IBANs

Neu verfügbar – ideal für die Trennung verschiedener Geschäftsbereiche
📈

Geldmarktfonds

Renditen bis 4.08% in EUR, USD, GBP – ungenutztes Kapital arbeitet automatisch
🧾

QR-Rechnungen (teilweise)

Kompatibilität wird ausgebaut, aber Scannen funktioniert noch nicht vollständig

Multi-Währungskonto: Die Hauptstärke

Revolut Business glänzt bei internationalen Transaktionen. Sie halten Guthaben in verschiedenen Währungen und wechseln nur, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist.

Beispiel: Sie fakturieren einen deutschen Kunden in EUR. Das Geld bleibt auf Ihrem EUR-Unterkonto, bis der CHF/EUR-Kurs günstig ist. Dann wechseln Sie manuell zum Interbankenkurs.

FX-Allowance im Basic-Plan:

  • CHF 1'250 pro Monat kostenlos zum Interbankenkurs
  • Danach: 0.6 Prozent Aufschlag

Für Freelancer oder KMUs mit regelmässigen Fremdwährungs-Zahlungen ist das deutlich günstiger als bei traditionellen Schweizer Banken (1.5 – 3 Prozent Aufschlag üblich).


Karten: Flexibilität für Teams

Jedes Teammitglied erhält:

  • Bis zu 3 physische Karten
  • Bis zu 200 virtuelle Karten (z.B. für Online-Abos, Werbung)
  • Erste Karte pro Person kostenlos

Ausgabenkontrolle: Sie legen für jede Karte individuelle Limits fest. Ideal für Mitarbeiter-Spesen ohne Kontrollverlust.

Wichtig: Bargeldabhebungen kosten im Basic-Plan 2 Prozent Gebühr. Revolut Business ist kein Konto für häufige Bargeldbezüge.

Preisvergleich

Preise & Abos im Vergleich

Alle Revolut Business Pläne im Überblick – mit den neuen Preisen ab März 2025.

FeatureBasicGrowScale
Preis/MonatCHF 10CHF 40CHF 150
Lokale Überweisungen10 kostenlos100 kostenlosUnbegrenzt
FX-AllowanceCHF 1'250CHF 12'500CHF 125'000
Physische Karten3 pro Person+ 1 Metal+ 2 Metal
Virtuelle Karten200200200
Rechnungen/Monat20UnbegrenztUnbegrenzt

Für wen lohnt sich welcher Plan?

Basic (CHF 10/Monat):

  • Freelancer mit gelegentlichen Fremdwährungszahlungen
  • Kleine Einzelfirmen mit wenigen Transaktionen
  • Nebenerwerb oder Startups in früher Phase

Grow (CHF 40/Monat):

  • KMUs mit regelmässigem internationalem Zahlungsverkehr
  • Unternehmen mit EUR-Rechnungen über CHF 12'500/Monat
  • Teams mit mehreren Mitarbeitern (Metal-Karten als Benefit)

Scale (CHF 150/Monat):

  • Grössere Unternehmen mit hohem FX-Volumen
  • Firmen mit komplexem Ausgabenmanagement
  • Internationale Teams mit erweiterten Analytics-Bedarf
Schweiz-Kompatibilität

Schweiz-spezifische Features: Was funktioniert (nicht)?

Hier zeigt sich die grösste Schwäche von Revolut Business für Schweizer Kunden. Wichtige lokale Features fehlen oder funktionieren nur teilweise.

Revolut Business Schweiz Features

QR-Rechnung: Nur teilweise unterstützt

Offiziell: Revolut wirbt mit "Kompatibilität bei der Zahlung von QR-Rechnungen" (seit 2025).

Praktisch: Die QR-Rechnung kann nicht gescannt werden. Sie müssen IBAN, Betrag und Referenznummer manuell eintippen – umständlich und fehleranfällig.

Generieren: Revolut kann keine QR-Rechnungen erstellen. Für Schweizer Rechnungsempfänger ein klarer Nachteil.

Workaround: Verwenden Sie eine separate Rechnungssoftware (z.B. bexio, Klara) zum Erstellen von QR-Rechnungen. Das Geld kommt trotzdem auf Ihr Revolut-Konto.


TWINT: Nicht verfügbar

Revolut unterstützt kein TWINT. Als nicht-schweizerische Institution ist eine Integration unwahrscheinlich, da TWINT die Verknüpfung mit einem lokalen Bankkonto erfordert.

Für Geschäftskunden bedeutet das:

  • Keine TWINT-Zahlungen von Kunden empfangen
  • Keine TWINT-Zahlungen an Lieferanten senden
  • Privat: TWINT Prepaid als separate App notwendig

In der Schweiz ist TWINT bei vielen KMUs Standard. Das Fehlen ist ein echtes Manko.


bexio-Integration: Umständlich

Schweizer Buchhaltungssoftware wie bexio, Klara und Abacus unterstützen automatische Bank-Synchronisation mit Schweizer Banken via bLink/eBanking.

Revolut ist nicht dabei. Sie müssen Transaktionen manuell als CSV oder camt-Datei exportieren und importieren.

Lösung: Das Drittanbieter-Tool Revoxio automatisiert den Import von Revolut-Business-Transaktionen nach bexio. Kostet extra, spart aber Zeit.

Zielgruppen

Für wen eignet sich
Revolut Business Schweiz?

Nicht jedes Unternehmen profitiert gleich stark von Revolut Business. Hier unsere Empfehlungen basierend auf Geschäftsmodell und Bedürfnissen.

✅ International tätige Freelancer

Sie fakturieren in EUR, USD oder GBP? Revolut Business spart Ihnen Tausende Franken pro Jahr an Wechselkursgebühren.

  • EUR/USD/GBP Rechnungen an Kunden
  • Günstige FX-Konditionen (0.6% nach Allowance)
  • Keine Schweizer Features nötig
  • Ideal ab der ersten Fremdwährungs-Transaktion

✅ E-Commerce & Online-Business

Online-Shops mit internationalen Lieferanten profitieren von virtuellen Karten für Werbebudgets und günstigen Lieferantenzahlungen.

  • Virtuelle Karten für Facebook/Google Ads
  • Internationale Lieferantenzahlungen
  • Multi-Währungs-Management
  • Ausgabenkontrolle für Marketing-Teams

✅ Startups mit internationalem Fokus

Junge Tech-Unternehmen mit Investoren, Partnern und Kunden im Ausland erhalten ein modernes Banking-Tool ohne hohe Fixkosten.

  • Schnelle Kontoeröffnung (3-24h)
  • Moderne App-Erfahrung
  • Skalierbare Preismodelle
  • Internationale Zahlungen vereinfacht

⚠️ Lokale KMUs (bedingt geeignet)

Wenn Ihre Kunden und Lieferanten zu 90% in der Schweiz sind, zahlen Sie CHF 120/Jahr für Features, die Sie kaum nutzen.

  • TWINT fehlt komplett
  • QR-Rechnung nur teilweise
  • eBill nicht verfügbar
  • Alternative: PostFinance/Neon günstiger

❌ Unternehmen mit Bargeldbedarf

Keine Bargeldeinzahlungen möglich. Bargeldabhebungen kosten 2 Prozent. Revolut ist kein Konto für Cash-intensive Geschäfte.

  • Keine Einzahlungen am Schalter
  • Teure Abhebungen (2% im Basic-Plan)
  • Kein Filialnetz
  • Besser: Traditionelle Schweizer Bank

❌ Finanzierungsbedarf

Revolut bietet keine Kontokorrentkredite, Betriebsmittelkredite oder Hypotheken. Dafür brauchen Sie eine traditionelle Bank.

  • Keine Kreditlinien
  • Keine Überziehungsmöglichkeit
  • Nur Guthabenbasis
  • Für Kredite: UBS, Raiffeisen, ZKB
Beste Lösung

Der Hybrid-Ansatz: Beste Lösung für viele

Kombinieren Sie die Stärken von Revolut (internationales Banking) mit einem Schweizer Konto (lokale Features) – so umgehen Sie alle Schwächen.

Beispiel-Setup für Freelancer

**Neon Business** (CHF 0/Monat) als Hauptkonto + **Revolut Business** (CHF 10/Monat) für internationale Zahlungen = CHF 120/Jahr Gesamtkosten mit allen Features.

Alternativen

Alternativen im Vergleich

Wie schlägt sich Revolut Business gegen Schweizer und internationale Konkurrenz?

AnbieterPreis/MonatStärkenFür wen
Revolut BusinessCHF 10Günstige FX, moderne App, internationalInternationale Freelancer & E-Commerce
PostFinance BusinessCHF 5Volle CH-Integration, TWINT, eBill, bexio-APILokale Schweizer KMUs
Wise BusinessCHF 0*Günstigster FX, transparent (*CHF 55 einmalig)High-Volume FX, minimale Features
UBS BusinessCHF 6.50Vollbank, Kredite, persönliche BeratungEtablierte KMUs mit Finanzierungsbedarf
Neon BusinessCHF 0Kostenlos, QR-Rechnung, TWINT, modernLokale Freelancer & Kleinunternehmer

Detaillierte Alternative: PostFinance Business

Preis: CHF 5/Monat (CHF 60/Jahr) für CHF-Geschäftskonto

Stärken: Vollständige Schweizer Integration (eBill, TWINT, QR-Scanner), bexio-API, lokaler Support

Schwächen: Fremdwährungen kosten extra (CHF 60/Jahr pro Währung), höhere FX-Gebühren

Für wen: Lokale Schweizer KMUs ohne internationalen Zahlungsverkehr


Detaillierte Alternative: Wise Business

Preis: Keine monatliche Gebühr, einmalig CHF 55 für Kontoeröffnung

Stärken: Noch günstiger als Revolut bei FX-Transaktionen, transparente Gebührenstruktur

Schwächen: Weniger Features als Revolut (kein Ausgabenmanagement, einfachere App)

Für wen: Freelancer mit sehr hohem Fremdwährungs-Volumen und minimalen Feature-Bedürfnissen


Detaillierte Alternative: Neon Business

Preis: Kostenlos

Stärken: Gratis CHF-Konto, QR-Rechnung, TWINT, moderne App

Schwächen: Keine Fremdwährungen, limitierte Features

Für wen: Lokale Freelancer und Kleinunternehmer in der Schweiz

Kontoeröffnung: So geht's

Die Eröffnung eines Revolut Business Kontos dauert etwa 10-15 Minuten.

Voraussetzungen:

  • Registrierte Einzelfirma, GmbH oder AG in der Schweiz
  • Gültige Schweizer Geschäftsadresse
  • Handelsregisterauszug (für juristische Personen)
  • Persönliche Identifikation (ID/Pass)

Schritt-für-Schritt:

  1. Besuchen Sie revolut.com/de-CH/business
  2. Wählen Sie Ihre Rechtsform und geben Sie Unternehmensdaten ein
  3. Laden Sie erforderliche Dokumente hoch (Handelsregisterauszug, ID)
  4. Warten Sie auf die Prüfung (meist 3-24 Stunden)
  5. Nach Genehmigung: App herunterladen und Konto aktivieren

Die meisten Anträge werden schnell bearbeitet. In Einzelfällen kann Revolut zusätzliche Informationen anfordern.

FAQ

Häufige Fragen

Ist Revolut Business sicher?

Revolut verfügt über eine EU-Banklizenz (Litauen) und untersteht der EU-Einlagensicherung (bis EUR 100'000). In der Schweiz hat Revolut eine FINMA-Geschäftslizenz. Das Unternehmen nutzt moderne Sicherheitsstandards (Zwei-Faktor-Authentifizierung, Biometrie, Kartensperrung per App).

Kann ich mit Revolut Business Rechnungen schreiben?

Ja, Revolut Business bietet eine Rechnungsfunktion. Im Basic-Plan sind 20 Rechnungen pro Monat inklusive, in höheren Plänen unbegrenzt. Die Rechnungen sind jedoch nicht vollständig für Schweizer Standards optimiert (keine QR-Rechnung-Generierung). Für professionelle Schweizer Rechnungen empfehlen wir zusätzliche Software wie bexio oder Magic Heidi.

Wie funktioniert die Buchhaltung mit Revolut Business?

Revolut bietet CSV- und camt-Export für alle Transaktionen. Diese können Sie in Ihre Buchhaltungssoftware importieren. Für bexio-Nutzer: Das Tool Revoxio automatisiert die Synchronisation (kostenpflichtig).

Gibt es einen Kontokorrentkredit?

Nein, Revolut Business bietet keine Kreditlinien oder Überziehungsmöglichkeiten. Sie können nur Guthaben verwenden.

Kann ich Revolut Business als Hauptkonto nutzen?

Grundsätzlich ja – etwa 40 Prozent der Schweizer Geschäftskunden nutzen Revolut als Hauptkonto. Wir empfehlen aber einen Hybrid-Ansatz: Revolut für internationale Zahlungen, ein Schweizer Konto für lokale Features (TWINT, eBill).

Was passiert, wenn mein Konto gesperrt wird?

Wie bei allen Neobanken gibt es gelegentlich Berichte über Kontosperrungen bei Compliance-Prüfungen. In den meisten Fällen werden die Konten nach Vorlage zusätzlicher Dokumente wieder freigegeben. Risikominimierung: Führen Sie saubere Buchhaltung, reagieren Sie schnell auf Anfragen von Revolut, und nutzen Sie den Hybrid-Ansatz (Backup-Konto bei Schweizer Bank).

Fazit: Lohnt sich Revolut Business für Schweizer Unternehmen?

Ja – aber mit Einschränkungen. Revolut Business ist 2025 eine hervorragende Lösung für international tätige Schweizer Freelancer, Agenturen und KMUs. Der günstige Währungstausch, die moderne App und die flexible Kartenverwaltung sind Top-Niveau.

Revolut Business Schweiz Fazit

Unsere Empfehlung:

Internationales Geschäft: Revolut Business lohnt sich ab der ersten Fremdwährungs-Transaktion

Lokales Geschäft: Besser zu PostFinance, Neon oder UBS greifen

Hybrid-Ansatz: Ideal für die meisten KMUs – Revolut als Zweitkonto für FX, Schweizer Bank für Alltag

Die Preiserhöhung 2025 macht die Entscheidung schwieriger, aber für die richtige Zielgruppe bleibt Revolut Business ein wertvolles Werkzeug.

Testen Sie selbst: Die Kontoeröffnung ist risikoarm. Sie können jederzeit monatlich kündigen.


Für rein lokale Geschäfte: Wenn Sie hauptsächlich Schweizer Kunden haben und Features wie QR-Rechnungen, TWINT und eBill im Alltag brauchen, ist eine spezialisierte Schweizer Lösung oft besser – etwa Magic Heidi für Freelancer mit vollständiger QR-Rechnungs-Integration, AI-Spesen-Scanning und automatischer Buchhaltung.


Disclaimer: Dieser Artikel ist eine unabhängige Analyse basierend auf öffentlich verfügbaren Informationen (Stand Januar 2025). Preise und Features können sich ändern. Prüfen Sie aktuelle Konditionen auf revolut.com/de-CH/business.

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Magic Heidi ist die All-in-One-App für Schweizer Freelancer: QR-Rechnungen in 30 Sekunden, AI-Spesen-Scanning, automatische Buchhaltung. Keine Vorkenntnisse nötig.