Gründungs-Guide 2026

Von Freiberufler zur GmbH: Wann und Wie in der Schweiz gründen

Sollten Sie Ihr Freelance-Business in eine Firma umwandeln? Kompletter Guide zu Kosten, Steuerstrategie und den echten Entscheidungskriterien für Schweizer Freiberufler 2026.

Schweizer Geschäftsbüro

Sie haben ein erfolgreiches Freelance-Business in der Schweiz aufgebaut. Die Aufträge sind stabil, der Umsatz wächst, und Sie fragen sich: Sollte ich eine GmbH gründen?

Die richtige Frage – aber die meisten Ratgeber springen direkt zum "Wie", ohne Ihnen beim "Ob" und "Wann" zu helfen.

Die Realität: Eine Gründung kostet CHF 23'000-26'000 initial plus CHF 5'000-15'000 jährlich an laufenden Kosten. Für manche Freiberufler ist es eine strategische Investition, die sich innerhalb von 18 Monaten amortisiert. Für andere eine teure Struktur, die sie noch nicht brauchen.

Dieser Guide hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihr Business zu treffen – und zeigt dann genau, wie Sie vorgehen, falls eine Gründung Sinn macht.

Entscheidungsrahmen

Sollten Sie gründen? Die echten Entscheidungskriterien

Die CHF 100'000 Umsatzschwelle löst die obligatorische Handelsregistereintragung für Einzelfirmen aus – aber das ist eine gesetzliche Pflicht, kein strategisches Signal.

Die 90K-130K Grauzone

Umsatz in diesem Bereich erfordert sorgfältige Analyse. Rechnen Sie durch – kalkulieren Sie potenzielle Steuerersparnisse gegen garantierte Compliance-Kosten, bevor Sie entscheiden.

Erwägen Sie eine Gründung, wenn Sie 2+ der obigen Kriterien erfüllen.

Echte Kosten

Die wahren Kosten: Mehr als die CHF 20'000, die alle erwähnen

Die meisten Guides fokussieren auf das CHF 20'000 Stammkapital. Das ist irreführend – es ist Ihr Geld, gehalten in der Firma. Die tatsächlichen Kosten entstehen durch Gründung und laufende Compliance.

Einmalige Gründungskosten (2026)

CHF 22'900-28'200 Total erstes Jahr

Inklusive Kapital + alle Gründungskosten

  • Stammkapital: CHF 20'000 (Ihr Geld, bleibt auf Geschäftskonto)
  • Notargebühren: CHF 1'000-2'000 (erforderlich für Statuten)
  • Handelsregister: CHF 600-1'200 (eidgenössische Eintragungsgebühr)
  • Juristische Adresse (jährlich): CHF 500-2'000 (erforderlicher Schweizer Sitz)
  • Bankkonto-Eröffnung: CHF 300-1'000 (für Sperrkonto)
  • Professionelle Unterstützung: CHF 500-2'000 (Statutenerstellung, MWST-Setup, Beratung)
Gründungsdokumentation
Jährliche laufende Kosten (Realitätscheck)

CHF 15'000-20'000 jährliche Betriebskosten

Für ein CHF 100'000 Jahresgehalt-Szenario

  • Buchhaltung & Steuer-Compliance: CHF 5'000-15'000 (gesetzlich vorgeschrieben)
  • Sozialversicherung (AHV/IV/EO): 10.6% vom Lohn (obligatorisch bei Anstellung)
  • Pensionskassenbeiträge (BVG): 7-18% vom Lohn (erforderlich ab CHF 22'680 Lohn)
  • Arbeitslosenversicherung (ALV): 2.2% vom Lohn (bis CHF 148'200)
  • Handelsregister-Updates: CHF 600-1'200 je (für strukturelle Änderungen)
  • Jährliche Governance: CHF 2'000-5'000 (Generalversammlungen, Beschlüsse)
Jährliche Steuer-Compliance

Zeitplan: 2-3 Wochen von Dokumentation bis zum aktiven GmbH-Status mit digitalen Plattformen. Rechnen Sie 2-4 Wochen hinzu, wenn Sie alles manuell mit traditionellen Notaren abwickeln.

Struktur-Vergleich

GmbH vs Einzelfirma vs AG

Der komplette Vergleich für Schweizer Freiberufler

FaktorEinzelfirmaGmbHAG
GründungskostenCHF 0CHF 3K-6K + CHF 20K KapitalCHF 5K-10K + CHF 50K Kapital
MinimalkapitalKeinesCHF 20'000 (voll liberiert)CHF 100'000 (50% min. liberiert)
HaftungUnbegrenzt persönlich Begrenzt auf Firmenvermögen Begrenzt auf Firmenvermögen
PrivatsphärePrivatname öffentlichGesellschafter öffentlichAktionäre anonym
SteuerstrukturNur EinkommenssteuerGewinn- + DividendensteuerGewinn- + Dividendensteuer
Jährliche ComplianceCHF 1'000-3'000CHF 5'000-15'000CHF 8'000-20'000
GründungszeitSofort2-3 Wochen3-4 Wochen
Ideal fürAnfangsphase, unter CHF 120K Etablierte KMU, CHF 120-500KScale-ups, CHF 500K+

Die Lohn-Dividenden-Optimierungsstrategie

Für eine GmbH mit CHF 180'000 Jahresgewinn:

Optimierter Ansatz (strategischer Lohn):

  • CHF 120'000 Lohn auszahlen (Marktrate für Ihre Rolle)
  • Verbleibende CHF 60'000 als Gewinn/Dividende
  • Lohn ist für die Firma steuerlich abzugsfähig
  • Obligatorische Pensionskassenbeiträge (CHF 12'000-15'000) reduzieren steuerbaren Gewinn weiter
  • Steuerbegünstigte Altersvorsorge aufbauen
  • Geschätzte Gesamtsteuerbelastung: CHF 45'000-55'000 (25-31%)

Steuerersparnis: CHF 10'000-15'000 jährlich

Die Sweet-Spot-Formel:

  • Lohn auf 60-70% der Gesamtbezüge setzen für die meisten Szenarien
  • Lohn innerhalb "marktüblich" für Ihre Branche und Rolle halten
  • Dividendenausschüttungen strategisch timen (oft Jahresende)
  • Pensionskassenbeiträge innerhalb gesetzlicher Limiten maximieren
Kantonsvergleich

Steuersätze nach Kanton: Wo Sie gründen, macht einen Unterschied

Kombinierte effektive Gewinnsteuersätze (Bund + Kanton, 2026)

KantonEffektiver SteuersatzJährliche Steuer auf CHF 100K Gewinn
Zug11.85%CHF 11'850
Nidwalden12.20%CHF 12'200
Luzern12.30%CHF 12'300
Appenzell IR12.40%CHF 12'400
Uri12.60%CHF 12'600
Obwalden12.70%CHF 12'700
Schwyz14.60%CHF 14'600
Schweizer Durchschnitt14.40%CHF 14'400
Zürich14.60%CHF 14'600
Basel-Stadt13.20%CHF 13'200
Genf14.00%CHF 14'000
Waadt14.00%CHF 14'000
Bern15.60%CHF 15'600

Die 4% Differenz zwischen Zug und Bern bedeutet CHF 3'800 jährlich auf CHF 100'000 Gewinn. Über 10 Jahre: CHF 38'000 an Steuerersparnissen.

Aber gründen Sie nicht einfach in Zug nur wegen Steuern. Kantonale Behörden prüfen die wirtschaftliche Substanz – Sie brauchen echte Geschäftsaktivitäten (Büro, Meetings, Personal) in Ihrem eingetragenen Kanton. "Briefkastenfirmen" verlieren Vorzugsbehandlung und Glaubwürdigkeit.

Gründungsprozess

Der Schritt-für-Schritt Gründungsprozess

Sobald Sie sich zur Gründung entschieden haben, hier der genaue Ablauf

Phase 1 - Vorbereitung (2-4 Wochen vorher)

Geschäftsstruktur & finanzielle Vorbereitung

Woche 1-4: Kritische Entscheidungen und Setup

  • Firmennamen wählen (Verfügbarkeit im Handelsregister prüfen)
  • Gesellschafterstruktur definieren (Alleininhaber oder Partner?)
  • Statuten entwerfen (mit Treuhänder oder Anwalt)
  • Sperrkonto bei Schweizer Bank eröffnen
  • CHF 20'000 Minimalkapital einzahlen
  • Ausweisdokumente der Gesellschafter sammeln
  • Geschäftssitz wählen (Büro oder Domizilservice)
Geschäftsgründung Setup
Phase 2 - Gründung (1-2 Wochen)

Beurkundung & Eintragung

Offizieller Firmengründungsprozess

  • Schritt 1: Alle Gesellschafter beim Notartermin (oder via Vollmacht)
  • Notar beurkundet Statuten - Kosten: CHF 1'000-2'000
  • Schritt 2: Notar reicht Anmeldung beim Handelsregister ein
  • Register prüft und genehmigt (typisch 3-5 Werktage) - Kosten: CHF 600-1'200
  • Schritt 3: Nach Registereintrag gibt Bank Sperrkapital auf Firmenkonto frei
  • Digitale Option: Mehrere Plattformen bieten vollständig Remote-Beurkundung per Video
Rechtsdokumentation
Phase 3 - Nach-Gründungs-Setup (Erste 30 Tage)

Registrierungen & Betrieb

Ihre GmbH betriebsbereit machen

  • MWST-Registrierung bei Umsatz über CHF 100'000 (oder freiwillige Registrierung)
  • Registrierung bei kantonaler Steuerverwaltung für Gewinnsteuer
  • Quellensteuerabzug einrichten, falls Sie sich selbst Lohn auszahlen
  • Bei AHV-Ausgleichskasse für Sozialversicherung registrieren
  • BVG-Pensionskasse bei Anbieter einrichten
  • Vollwertiges Geschäftskonto eröffnen (nicht mehr gesperrt)
  • Zahlungsanbieter-Konten aktualisieren (Stripe, PayPal, etc.)
  • Buchhaltungssystem oder Treuhänder einrichten
Geschäftsbetrieb Setup
Kundenübergang

Verwaltung von Kundenverträgen während des Übergangs

Ihre bestehenden Kunden müssen nahtlos weiter mit Ihnen arbeiten – aber unter einer neuen Rechtseinheit.

30 Tage vor Gründung: Schlüsselkunden informieren

Positiv formulieren: 'Ich gründe als [Firmenname] GmbH, um wachsende Kundenbedürfnisse besser zu bedienen. Dies stärkt unsere Partnerschaft – an unserer Arbeitsbeziehung ändert sich nichts ausser dem Firmenname auf Rechnungen.'

Option 1: Vertragsübernahme (Sauberste)

Kurze Vertragsübernahme-Vereinbarung entwerfen, die Vertrag von Ihnen persönlich auf GmbH überträgt. Ursprüngliche Vertragsbedingungen bleiben identisch. Beide Parteien unterschreiben zur Bestätigung der Entitätsänderung. Hält alles dokumentiert und klar.

Option 2: Einfache Abtretung (Pragmatisch)

E-Mail-Benachrichtigung, dass Vertrag auf GmbH übertragen wird ab [Datum]. Vermerk, dass alle Bedingungen unverändert bleiben. Bestätigungs-E-Mail anfordern (schafft Papierweg). Funktioniert für die meisten Standard-Serviceverträge.

Option 3: Natürliche Erneuerung (Einfachste)

Aktuelle Verträge unter Privatname auslaufen lassen. Neue Verträge/Angebote unter GmbH für nächste Projekte ausstellen. Funktioniert, wenn Verträge projektbasiert oder kurzfristig sind.

Rechnungsübergang

Am Gründungsdatum: Finale Rechnung von Einzelfirma für Arbeiten bis [Gründungsdatum]. Erste GmbH-Rechnung für Arbeiten ab [Gründungsdatum + 1 Tag]. Klare Datumstrennung verhindert Verwirrung.

Rechnungsdetails aktualisieren

Neuer Firmenname und GmbH-Bezeichnung. Gleiche MWST-Nummer überträgt (Steuerbehörde informieren). Neues Bankkonto für Zahlungen. Erwägen Sie 'Ehemals [Ihr Privatname]' Vermerk für erste 2-3 Rechnungen.

Fallstudien

Drei Freiberufler, drei Entscheidungen

Reale Szenarien von Schweizer Freiberuflern bei der Gründungsentscheidung

Fall 1 - Sarah, IT-Beraterin (CHF 220'000 Umsatz)

Entscheidung: Als GmbH gegründet

Webentwicklung und Cloud-Architektur-Beratung mit 8 regelmässigen Enterprise-Kunden

  • Situation: Verträge bis CHF 150'000, Arbeit von Home-Office in Zürich, besorgt über Haftungsrisiko bei Sicherheitsarbeiten
  • Gründungskosten: CHF 24'500 (inklusive Kapital)
  • Jährliche Compliance: CHF 9'500
  • Lohn auf CHF 130'000 gesetzt, CHF 40'000 Dividende
  • Steuerersparnis vs. Einzelfirma: CHF 12'000 jährlich
  • Resultat: 'Der Haftungsschutz gibt mir Seelenfrieden bei grossen Verträgen. Enterprise-Kunden nehmen mich ernster. Die Gründung hat sich in 18 Monaten amortisiert.'
IT-Beraterin Erfolg
Fall 2 - Marcus, Marketing-Berater (CHF 95'000 Umsatz)

Entscheidung: Als Einzelfirma geblieben

Markenstrategie und Content-Marketing mit 3 Retainer-Kunden

  • Situation: 2-3 Projektkunden monatlich, Arbeit von Coworking-Space in Basel, Umsatz wächst 15% jährlich, aber noch unter CHF 100K
  • Jahresgewinn nur CHF 65'000 nach Ausgaben
  • Gründungskosten würden 40% des ersten Jahresgewinns verschlingen
  • Keine signifikanten Haftungsbedenken bei Marketing-Arbeit
  • Kunden verlangen keinen Corporate-Status
  • Plan: 'Ich schaue mir das nochmal an, wenn Umsatz konsistent CHF 120'000 für 6+ Monate übersteigt. Momentan ergeben administrative Einfachheit und Kostenersparnis Sinn.'
Marketing-Berater am Arbeiten
Fall 3 - Linda, Finanzberaterin (CHF 180'000 Umsatz)

Entscheidung: Sofort als GmbH gegründet

Anlageberatung und Finanzplanung für 12 vermögende Privatkunden

  • Kritische Faktoren: Finanzberatung birgt erhebliches Haftungsrisiko. Kunden erwarteten Corporate-Struktur für Glaubwürdigkeit. Bereits über CHF 100'000 obligatorische Eintragungsgrenze.
  • Lohn auf CHF 110'000 gesetzt (Marktrate für Genf)
  • Verbleibende CHF 30'000 als Dividende nach Gewinnsteuer
  • Strukturierte Pensionskassenbeiträge (zweite Säule)
  • Steueroptimierung sparte CHF 8'500 vs. Einzelfirma
  • Resultat: 'Ich hätte 6 Monate früher gründen sollen. Der Glaubwürdigkeitsschub bei vermögenden Kunden war sofort. Mehrere zögernde Interessenten haben nach Sichtung der GmbH-Struktur unterzeichnet.'
Finanzberaterin Büro

Steuerfreie Übertragung: Bestehende Geschäftsvermögen umwandeln

Wenn Sie gründen, übertragen Sie technisch Vermögenswerte von sich selbst (Einzelfirma) auf eine neue Rechtseinheit (Ihre GmbH). Das kann Steuern auslösen – ausser Sie strukturieren es korrekt.

Die Übertragung stiller Reserven (Art. 19 DBG)

Schweizer Recht erlaubt steuerneutrale Übertragung von Geschäftsvermögen, wenn Sie diese Bedingungen erfüllen:

Voraussetzungen:

  • Vermögenswerte zu steuerlichem Buchwert (nicht Marktwert) übertragen
  • Geschäft wird im Wesentlichen in gleicher Form fortgeführt
  • Sie verpflichten sich zu 5-jähriger Sperrfrist (kein sofortiger Verkauf von Anteilen)
  • Vermögenswerte bleiben in der Schweiz

Was Sie steuerfrei übertragen können:

  • Geschäftsausstattung und Mobiliar
  • Kundenlisten und Verträge
  • Softwarelizenzen
  • Domainnamen und Websites
  • Bestehende Forderungen
  • Aufträge in Arbeit

Der Vorteil: Vermeiden Sie Kapitalgewinnsteuer auf Wertsteigerung. Wenn Ihr Kundenstamm und Geschäfts-Goodwill erheblich gewachsen sind, spart dies Tausende.

MWST-Übertragungsmeldung (Art. 38 MWSTG)

Für MWST-registrierte Freiberufler:

  • Eidgenössische Steuerverwaltung über Entitätsänderung informieren
  • MWST-Registrierung von privat auf GmbH übertragen
  • Vermögenswerte übertragen ohne MWST-Belastung (mit Meldeverfahren)
  • Gleiche MWST-Nummer behalten oder neue zugewiesen bekommen

Timing: Meldung 30 Tage vor geplantem Übertragungsdatum einreichen.

Revisionspflicht: GmbHs unter CHF 20 Millionen Umsatz, 50 Mitarbeitern und CHF 40 Millionen Bilanzsumme können auf ordentliche Revision verzichten – die meisten aus Freelancer-Business entstandenen GmbHs qualifizieren sich.

Häufige Fehler

Häufige Fehler (und wie man sie vermeidet)

Lernen Sie aus den Fehlern anderer, bevor Sie Ihre Gründungsentscheidung treffen

Fehler 1 - Zu früh gründen

Szenario: CHF 85'000 Umsatz, instabiles Einkommen, ein Hauptkunde

Warum es scheitert & besserer Ansatz

  • Warum es scheitert: Gründungskosten verschlingen 30% des Gewinns. Ein-Kunden-Abhängigkeit schafft Scheinselbständigkeits-Prüfung. Umsatz rechtfertigt Compliance-Last nicht.
  • Besserer Ansatz: Auf CHF 120'000+ mit mehreren Kunden aufbauen, dann gründen.
Entscheidungsfindung
Fehler 2 - Nur-Dividenden-Ausschüttung

Szenario: CHF 0 Lohn nehmen, alle Gewinne als Dividende ausschütten

Steueroptimierung falsch gelaufen

  • Warum es scheitert: Keine Pensionskassenbeiträge, höhere Gesamtsteuerbelastung, weckt Verdacht bei Steuerbehörden, keine Lohndokumentation für Hypothek/Kredit.
  • Besserer Ansatz: Marktgerechten Lohn zahlen (60-70% der Bezüge), Rest als Dividende ausschütten.
Steuerstrategie
Fehler 3 - Falsche Kantonswahl

Szenario: In Zug registrieren für Steuerersparnis während Sie in Zürich leben/arbeiten

Wirtschaftliche Substanz zählt

  • Warum es scheitert: Keine wirtschaftliche Substanz in Zug. Zürcher Steuerbehörden können Steuersitz anfechten. Kunden sehen Diskrepanz zwischen Standort und Registrierung.
  • Besserer Ansatz: Dort registrieren, wo Sie tatsächlich tätig sind. Steuerersparnisse bedeuten nichts, wenn Behörden Ihre Struktur anfechten.
Schweizer Kantone
Fehler 4 - Unzureichende Buchhaltung

Szenario: DIY-Buchhaltung mit Excel, fehlende Dokumentation

Am falschen Ende gespart

  • Warum es scheitert: Corporate-Buchhaltungsanforderungen übersteigen Einzelfirma-Standards. Revisionsrisiko steigt. Steueroptimierungs-Chancen verpasst. Jahresend-Hektik kostet mehr als ordentliche Buchhaltung.
  • Besserer Ansatz: Von Monat eins in professionelle Buchhaltung investieren. Kosten: CHF 500-1'000 monatlich für die meisten Freelancer-GmbHs.
Professionelle Buchhaltung
Fehler 5 - Substanzanforderungen ignorieren

Szenario: Minimale Geschäftstätigkeit, hauptsächlich im Ausland arbeitend, Schweizer GmbH als Vehikel

Briefkastenfirmen unter Beobachtung

  • Warum es scheitert: 'Briefkastenfirma'-Prüfung durch Steuerbehörden. Möglicher Verlust von Steuervorteilen. Probleme mit Bankbeziehung. Kunden hinterfragen Legitimität.
  • Besserer Ansatz: Echte Schweizer Geschäftstätigkeit aufrechterhalten – Büro/Adresse, Verwaltungsratssitzungen in der Schweiz, Bankaktivität, lokale Lieferantenbeziehungen.
Geschäftssubstanz

Nächste Schritte: Von der Entscheidung zur Gründung

Wenn Sie bereit sind zu gründen:

  1. Zahlen durchrechnen: Ihre spezifischen Steuerersparnisse und Break-Even-Point kalkulieren
  2. Kanton wählen: Dort registrieren, wo Sie Ihr Business tatsächlich betreiben
  3. Professionelle Unterstützung wählen: Offerten von 2-3 Treuhandservices einholen
  4. Dokumentation vorbereiten: Businessplan, Gesellschafterstruktur, Statuten-Entwurf
  5. Sperrkonto eröffnen: 2-3 Wochen für Schweizer Banking-Prozess einplanen
  6. Notartermin vereinbaren: Mit allen Gesellschaftern koordinieren
  7. Kundenkommunikation planen: Übergangs-Benachrichtigungen 30 Tage vorher entwerfen

Wenn Sie als Einzelfirma bleiben:

  • Review-Trigger setzen: Umsatz-Meilenstein oder zeitbasiert (6 Monate, 1 Jahr)
  • Dokumentieren, warum Sie warten (hilft bei zukünftiger Entscheidung)
  • Beziehungen zu Treuhandservices aufbauen für wenn Sie bereit sind
  • Haftungsrisiko überwachen, während Business wächst
  • Fragen für eventuelle Gründung sammeln

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Letztes Update: Februar 2026 | Nächste Überprüfung: August 2026

Disclaimer: Dieser Guide liefert allgemeine Informationen über Schweizer Unternehmensstrukturen und ist keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Gesellschaftsrecht, Steuervorschriften und Anforderungen variieren nach Kanton und individuellen Umständen. Konsultieren Sie qualifizierte Schweizer Fachleute – Treuhänder, Steuerberater, Anwalt – bevor Sie Gründungsentscheidungen treffen.