Rechtliches für Schweizer Freelancer (2026):
Verträge, MWST, Rechnungen & Inkasso
Schweizer Rechts-Checkliste für Freelancer: Rechtsform wählen, bessere Verträge schreiben, MWST-konform bleiben, QR-Rechnung richtig nutzen und bei Zahlungsverzug (Betreibung) richtig vorgehen.

Rechtliches für Schweizer Freelancer (2026): Die praktische Checkliste für Compliance (und pünktliche Zahlung)
Freelancing in der Schweiz bedeutet Freiheit mit Papierkram. Die gute Nachricht: Die meisten rechtlichen Risiken entstehen durch wenige wiederkehrende Themen – Firmengründung, Verträge, MWST, Rechnungsstellung und Zahlungsverzug. Wenn Sie diese fünf Bereiche im Griff haben, vermeiden Sie die teuersten Freelancer-Fehler.
Dieser Leitfaden ist eine Schweiz-spezifische Rechts-Checkliste für neue und angehende Freelancer (Einzelfirma), sowie internationale Freelancer mit Schweizer Kunden. Er enthält Updates für 2025–2026 wie die MWST-Verwaltung über das ESTV-ePortal (obligatorisch seit 1. Jan. 2025) und die Änderungen bei strukturierten Adressen der Schweizer QR-Rechnung ab 21. Nov. 2025.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information – keine Rechts- oder Steuerberatung. Für Ihre spezifische Situation (besonders bei grenzüberschreitender Arbeit, Streitfällen oder MWST-Sonderfällen) konsultieren Sie einen qualifizierten Schweizer Anwalt oder Steuerberater.
Ihre «Schweizer Freelancer Rechts-Starter» Checkliste
(80/20 Überblick)
Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen auf einen Blick:
Rechtsform wählen
Meist Einzelfirma zum Start; GmbH für Haftungsschutz und Glaubwürdigkeit.
- Struktur früh festlegen
- Haftungsrisiken verstehen
- Bei wachsendem Umsatz/Risiko neu bewerten
- Bei risikoreicher Arbeit beraten lassen
Geschäftliches trennen
Saubere Buchhaltung + dokumentierte Kundenfreigaben reduzieren Streit schnell.
- Separates Bankkonto (ideal)
- Einheitliche Geschäftsidentität
- Freigaben schriftlich festhalten
- Unterlagen revisionssicher aufbewahren
Schriftliche Verträge nutzen
Umfang, Zahlungsbedingungen, IP, Kündigung und Haftungslimit – jedes Mal.
- Umfang + Abnahme definieren
- Änderungsprozess festlegen
- Zahlungsfristen explizit machen
- IP-Eigentum/Nutzung klären
MWST-Status kennen
Die CHF 100'000 Grenze im Auge behalten und freiwillige Registrierung abwägen.
- Schwellenwert beachten
- Steuersatz + Nachweise
- Meldeworkflow vorbereiten
- Grenzüberschreitende Besonderheiten
Korrekt fakturieren + QR-Rechnung bereit
Pflichtangaben auf Rechnungen + praktische Bereitschaft für QR-Rechnungs-Updates.
- Klarer Rechnungsinhalt
- Zahlungsbedingungen + Fälligkeit
- MWST-Felder wenn registriert
- QR-Rechnung ohne Hürden
Mahnprozess haben
Mahnungen → letzte Frist → Betreibung erwägen (mit Dokumentation).
- Konsistente Eskalationsstufen
- Nachrichten + Belege aufbewahren
- Arbeit bei Bedarf pausieren
- Anwalt zum richtigen Zeitpunkt
IP + Daten schützen
Nutzungsrechte, Vertraulichkeit und Datenverarbeitungsklauseln wo nötig.
- Lizenz vs. Abtretung
- Portfolio-Rechte
- Vertraulichkeits-Basics
- Sicherheitserwartungen
Versicherung prüfen
Oft Berufshaftpflicht / Betriebshaftpflicht (besonders bei Vor-Ort-Arbeit).
- Deckung ans Risiko anpassen
- Kundenanforderungen prüfen
- Dokumentieren was vorhanden ist
- Jährlich neu bewerten
Wissen, wann ein Anwalt lohnt
Vor grossen Verträgen, Streitfällen oder wertvollem IP – Beratung ist oft günstiger als Fehler.
- Grosse Verträge prüfen lassen
- IP- / Vertraulichkeitsstreitigkeiten
- Eskalation bei Nichtzahlung
- Komplexe MWST-Sonderfälle
1) Rechtliche Grundlagen Schweiz:
Ihre Basis
Was Sie brauchen, bevor Sie «einfach fakturieren»: Rechtsformwahl, revisionssichere Administration und wiederholbare Gewohnheiten, die rechtliche Risiken minimieren.

1) Rechtliche Grundlagen Schweiz: Ihre Basis (was Sie brauchen, bevor Sie «einfach fakturieren»)
Rechtsform wählen: Einzelfirma vs. GmbH (und warum es wichtig ist)
Viele Schweizer Freelancer starten als Einzelfirma, weil es unkompliziert ist. Aber «einfach» kann persönliche Haftung bedeuten. Eine GmbH kann persönliches und geschäftliches Risiko trennen (mit mehr Aufwand und Kosten).
Typische Freelancer-Passung:
- Einzelfirma: Einfachere Gründung und Administration; aber Haftung kann das Privatvermögen treffen.
- GmbH: Bessere Risikotrennung und oft mehr Glaubwürdigkeit bei Firmenkunden; erfordert mehr Struktur und laufende Administration.
Bei Arbeiten mit höherem Risiko (z.B. grosse Projekte, Garantien, regulierte Branchen, Subunternehmer) lohnt sich frühe Beratung – schon eine Stunde kann strukturelle Fehler verhindern.
Weiterführend: Wenn Sie Rechtsformen abwägen, suchen Sie nach Ressourcen zum Vergleich Einzelfirma vs. GmbH und wie Haftung in der Praxis funktioniert. Ein nützlicher Einstieg zur Einzelfirma-Registrierung bietet SwissIncorporated.
Quelle: https://www.swissincorporated.com/company-formation/sole-proprietorship-registration
Administrative Bereitschaft: kleine Schritte, die grosse rechtliche Probleme verhindern
Sie brauchen keine Rechtsabteilung, aber wiederholbare Admin-Gewohnheiten:
- Nutzen Sie einen einheitlichen Firmennamen in Verträgen und Rechnungen.
- Trennen Sie Geschäfts- und Privatfinanzen (idealerweise separates Konto).
- Bewahren Sie Kundenfreigaben schriftlich auf (E-Mail zählt; besser: unterschriebene Abnahme).
- Führen Sie Unterlagen: Verträge, Briefings, Änderungsanträge, Rechnungen, Mahnungen und finale Lieferungen.
Das ist nicht nur «gute Organisation» – es sind Beweise. Bei einem Streitfall ist Dokumentation Ihr Trumpf.
2) Verträge:
Ihr wichtigster Rechtsschutz
Ein guter Vertrag verhindert Scope Creep, klärt IP und macht Zahlungen durchsetzbar. Wenn Sie dieses Jahr eine Sache verbessern, dann Ihre Verträge.

2) Verträge: Ihr wichtigster Rechtsschutz (und bestes Zahlungsinstrument)
Ein Vertrag bedeutet nicht Misstrauen. Es ist ein gemeinsames Dokument, das beantwortet:
- Was genau machen wir?
- Wann ist es fällig?
- Was passiert bei Umfangsänderungen oder Zahlungsverzug?
- Wem gehört was danach?
Wenn Sie dieses Jahr nur eine Sache verbessern, dann Ihre Verträge.
Schweizer Freelancer-Vertragsklauseln, die Sie nicht auslassen sollten
Nutzen Sie dies als Checkliste für Schweizer Freelancer-Vertragsklauseln (und passen Sie pro Projekt an):
1) Umfang, Lieferungen und Abnahme
- Definieren Sie was enthalten ist (und was nicht).
- Definieren Sie Abnahmekriterien (z.B. «Kunde hat 5 Arbeitstage zur Prüfung; andernfalls gilt als abgenommen»).
2) Änderungsanträge (Umfangskontrolle)
- Legen Sie einen Prozess fest: schriftlicher Änderungsantrag → neue Schätzung → Freigabe vor Weiterarbeit.
3) Zahlungsbedingungen (Zeitplan explizit machen)
- Anzahlung / Vorauszahlung (üblich und vernünftig).
- Zahlungsfrist (z.B. 10/14/30 Tage).
- Folgen bei Zahlungsverzug (Verzugszins wenn angemessen – durchsetzbar und vernünftig halten).
4) Geistiges Eigentum (IP) und Nutzungsrechte
Hier verlieren viele Freelancer Wert.
- Geben Sie an, ob der Kunde volle Abtretung oder eine Lizenz erhält.
- Spezifizieren Sie, was mit Entwürfen, Quelldateien und wiederverwendbaren Komponenten passiert.
- Klären Sie Portfolio-Rechte (Sie möchten eventuell die Erlaubnis zur Präsentation der Arbeit).
5) Vertraulichkeit + Datenschutz
- Basis-Vertraulichkeitsklausel für die meisten Projekte.
- Bei Verarbeitung personenbezogener Daten (Kundenlisten, Nutzerdaten) Datenverarbeitungssprache und Sicherheitserwartungen berücksichtigen.
6) Haftungs- und Gewährleistungslimits
- Definieren Sie eine Haftungsobergrenze (oft gekoppelt an gezahlte Honorare).
- Schliessen Sie indirekte Schäden wo angemessen aus.
- Stellen Sie klar, dass Sie keine Geschäftserfolge garantieren (besonders bei Marketing/Beratung).
7) Kündigung und Übergabe
- Kündigungsfristen und Kill Fees (besonders bei Retainer-Arbeit).
- Welche Lieferungen bei vorzeitigem Projektende bereitgestellt werden.
8) Anwendbares Recht und Gerichtsstand
Besonders wichtig bei grenzüberschreitender Arbeit. Entscheiden Sie:
- Schweizer Recht + Schweizer Gerichtsstand, oder
- ein bestimmter Kanton/Gericht, oder
- Schiedsverfahren (bei grösseren Aufträgen).
Vertragsvorlagen für Ihr «Starter-Paket»
Die meisten Freelancer profitieren von diesen Vorlagen:
- Rahmenvertrag (MSA) + Leistungsbeschreibung (SOW) für grössere Kunden
- Einfache Festpreis-Vertragsvorlage
- Retainer-Vereinbarung (monatlicher Umfang + Grenzen)
- NDA (wenn Kunden es verlangen)
- Subunternehmer-Vertrag (wenn Sie Arbeit outsourcen)
Wenn Ihr Geschäft von wenigen hochwertigen Kunden abhängt, ist eine anwaltlich geprüfte Vorlage meist eine lohnende Investition.
3) MWST:
Compliance 2025–2026
Drei Fragen im Fokus: Muss ich mich registrieren, welcher Satz gilt, und wie melde ich mit Belegen – besonders mit den ESTV-ePortal-Änderungen.

3) MWST: Wann sie gilt und wie Sie compliant bleiben (Updates 2025–2026)
Die MWST macht viele Schweizer Freelancer nervös – zu Recht. Die Regeln sind handhabbar, wenn Sie sich auf drei Fragen konzentrieren:
- Muss ich mich registrieren?
- Welcher Satz gilt (falls überhaupt)?
- Wie melde ich und bewahre Belege auf?
MWST-Registrierungsgrenze Schweiz Freelancer: Die CHF 100'000-Regel (und Nuancen)
Gängige Richtlinien besagen, dass die MWST-Registrierung bei über CHF 100'000 Umsatz obligatorisch wird (oft in Freelancer-MWST-Guides diskutiert).
Quelle: https://tobill.ch/en/blog/swiss-vat-guide-freelancers-2025
Wichtige Nuance: Was zur Grenze «zählt» und wie grenzüberschreitender Umsatz behandelt wird, kann komplex sein. Wenn Sie nahe an der Grenze sind oder internationale Kunden haben, holen Sie eine MWST-spezifische Prüfung vom Fachmann ein.
MWST-Modernisierung: ESTV-ePortal seit 1. Jan. 2025
Seit 1. Januar 2025 läuft die MWST-Administration über das ESTV-ePortal. Praktisch bedeutet das:
- Sie verwalten MWST-Prozesse digital (Registrierung/Kommunikation/Meldung).
- Ihr Workflow muss «digital ready» sein (saubere Rechnungsdaten, nachvollziehbare Unterlagen).
Quelle (Zusammenfassung): https://www.expatica.com/ch/finance/taxes/freelance-tax-switzerland-2173341/
Quartals- vs. Jahresmeldung (neue Planungsoption ab 2025)
Ab 2025 können berechtigte Steuerpflichtige möglicherweise eine jährliche MWST-Meldung nutzen (statt quartalsweise), abhängig von Kriterien und Antragszeitpunkt. Das kann Admin reduzieren – aber nicht die Notwendigkeit, die MWST das ganze Jahr korrekt zu erfassen.
Quelle (Zusammenfassung): https://www.expatica.com/ch/finance/taxes/freelance-tax-switzerland-2173341/
MWST-Sätze (nicht raten – einmal konfigurieren und konsistent halten)
MWST-Sätze können sich ändern und nach Kategorie variieren. Statt auswendig zu lernen, bauen Sie eine Gewohnheit:
- Aktuelle Standardsätze aus zuverlässigen Quellen bestätigen,
- In Ihrem Rechnungs-/Buchhaltungssystem konfigurieren,
- Belege für Null-Satz/Befreiung oder Reverse-Charge-Szenarien aufbewahren.
Wenn Sie digitale Produkte verkaufen oder über Plattformen arbeiten, beachten Sie, dass Plattformbesteuerungsregeln sich für 2025 entwickeln, was beeinflussen kann, wer als Lieferant gilt.
Quelle: https://www.bdo.global/en-gb/insights/tax/indirect-tax/switzerland-platform-taxation-to-apply-as-2025
Freiwillige MWST-Registrierung: Wann es Sinn machen kann
Auch unter CHF 100'000 registrieren sich manche Freelancer freiwillig um:
- Vorsteuer auf Ausgaben zurückzufordern (situationsabhängig),
- «Professioneller Lieferant»-Status bei Firmenkunden zu signalisieren,
- Beschaffungsprozesse für B2B-Kunden zu vereinfachen.
Aber freiwillige Registrierung bringt auch Admin und Meldepflichten – entscheiden Sie basierend auf Ihren Margen, Ausgaben und Kundenprofil.
4) Rechnungen für Schweizer Freelancer:
Die QR-Rechnungs-Realität
Klarheit bringt schnellere Zahlung und reduziert Streitrisiken. QR-Rechnungs-Bereitschaft zählt, auch wenn sie nicht strikt «für jede Rechnung obligatorisch» ist.

4) Rechnungen für Schweizer Freelancer (und die QR-Rechnungs-Realität)
Menschen suchen nach Schweizer Freelancer-Rechnungsanforderungen, weil sie eines wollen: Rechnungen, die schnell bezahlt werden und kein Compliance-Risiko schaffen.
Was eine Rechnung enthalten sollte (praktisches Minimum)
Während Rechnungsanforderungen je nach Situation variieren können (besonders wenn MWST gilt), enthält eine solide Schweizer Rechnung typischerweise:
- Vollständige Geschäftsidentität (Name/Adresse; Firmennummer falls vorhanden)
- Kundenname/-adresse
- Rechnungsdatum und Rechnungsnummer (einzigartig, fortlaufend ist Best Practice)
- Klare Beschreibung der Leistungen (was Sie geliefert haben)
- Leistungszeitraum oder Lieferdatum (hilfreich für Klarheit)
- Fälliger Betrag, Währung, Zahlungsbedingungen, Fälligkeitsdatum
- Bei MWST-Registrierung: MWST-Nummer + MWST-Satz und MWST-Betrag (wie zutreffend)
Machen Sie Rechnungsklarheit zu Teil Ihres Rechtsschutzes. Falls Sie je Zahlung durchsetzen müssen, reduziert eine detaillierte Rechnung «wir haben nicht verstanden, wofür wir zahlen sollten»-Argumente.
Brauchen Schweizer Rechnungen einen QR-Code?
Eine QR-Rechnung ist nicht «für jede Rechnung obligatorisch», aber sie ist zum Schweizer Zahlungsstandard geworden, der Reibung entfernt – besonders bei Inlandszahlungen.
Wichtiges Update: Der Schweizer QR-Rechnungs-Standard Version 2.3 brachte Änderungen zum 21. Nov. 2025, einschliesslich strukturierter Adressen und erweitertem Zeichensatz (mit Übergangsfrist bis 2026).
Quelle: https://userapps.support.sap.com/sap/support/knowledge/en/3666713
Wenn Sie regelmässig Schweizer Kunden fakturieren, ist QR-Rechnungs-Bereitschaft ein praktischer Vorteil (weniger Zahlungsfehler, schnellere Abstimmung, reibungslosere Kundenerfahrung).
Für eine verständliche Erklärung der 2025-Änderungen und was sie operativ bedeuten, hat Magic Heidi einen eigenen Artikel:
Quelle: https://magicheidi.ch/qr-bill-2025-changes-explained
5) Zahlungsverzug & Streitfälle:
Der Schweizer Eskalationsweg (Betreibung)
Professionell eskalieren, Dokumentation straff halten und wissen, wann rechtliche Beratung kosteneffektiv wird.

5) Zahlungsverzug & Streitfälle: Der Schweizer Eskalationsweg (inkl. Betreibung)
Zahlungsverzug ist nicht nur ärgerlich – er schafft rechtliche und Cashflow-Risiken. Das Ziel ist professionell eskalieren, mit Dokumentation und ohne Kundenbeziehungen unnötig zu verbrennen.
Schritt für Schritt: Was tun wenn ein Kunde in der Schweiz nicht zahlt
Nutzen Sie eine konsistente Eskalationsleiter:
Schritt 1: Freundliche Erinnerung (Versehen annehmen)
- Rechnungsnummer, Betrag, Fälligkeit referenzieren
- Zahlungsdetails erneut beifügen
- Fragen, ob sie etwas von Ihnen brauchen
Schritt 2: Formelle Mahnung (klare Frist)
- Neue Frist setzen (z.B. 7 Tage)
- Konsequenzen ruhig benennen (Arbeitspause, Verzugszins falls vertraglich vereinbart)
Schritt 3: Letzte Mahnung (letzte Chance vor Inkasso/rechtlichen Schritten)
- Letzte Frist
- Nächsten Schritt erwähnen: Betreibungsverfahren und/oder Anwaltseinschaltung
Schritt 4: Betreibung erwägen
Die Schweiz hat ein formelles Schuldbetreibungsverfahren namens Betreibung. Ob Sie es einleiten sollten, hängt ab von:
- geschuldetem Betrag,
- Stärke Ihrer Dokumentation (Vertrag, Freigaben, Rechnung, Mahnungen),
- Wert der Kundenbeziehung,
- Erfolgswahrscheinlichkeit.
Da die Betreibung prozedural ist und Streit auslösen kann, ist sie oft der Punkt, wo rechtliche Beratung kosteneffektiv wird, besonders bei höheren Beträgen.
Streit vorbeugen: «Zahlungsargumente» verhindern bevor sie entstehen
Die meisten Zahlungsstreitigkeiten beginnen mit Unklarheit. Vermeiden Sie die üblichen Reibungspunkte:
- Umfang und Änderungsanträge schriftlich festhalten
- Abnahmemeilensteine nutzen
- Sofort bei Meilensteinabnahme fakturieren
- Finale Dateien/Quelldaten erst bei erfüllten Zahlungsbedingungen liefern (wo vernünftig und vertraglich gestützt)
6) Internationale Kunden & grenzüberschreitende Basics:
Einfach halten, dokumentieren
Gerichtsstand, Zahlungsmechanik und MWST-Behandlung sind die drei wiederkehrenden Risikozonen bei internationaler Arbeit.

6) Internationale Kunden & grenzüberschreitende Basics (einfach halten, dokumentieren)
Internationale Arbeit ist in der Schweiz üblich. Die rechtlichen Grundlagen sind:
Gerichtsstand und Zahlungsmechanik im Vertrag festhalten
Mindestens:
- Anwendbares Recht + Gerichtsstand
- Währung und Bankgebühren (wer zahlt)
- Zahlungsmethode und Fristen
- Lieferungen und Abnahme schriftlich
MWST bei grenzüberschreitenden Leistungen: Nicht improvisieren
Grenzüberschreitende MWST kann «Ort der Leistung», Reverse-Charge-Logik und Nachweisanforderungen umfassen. Der sicherste Ansatz:
- MWST-Behandlungsregeln in Ihrer Vorlage auf hohem Niveau halten,
- Spezifische Beratung holen, wenn Ihre Kundenbasis oder Ihr Umsatz es wesentlich macht.
Wenn Sie sich der CHF 100'000 MWST-Registrierungsgrenze nähern, wird die grenzüberschreitende Umsatz-Nuance besonders wichtig.
Quelle: https://tobill.ch/en/blog/swiss-vat-guide-freelancers-2025
7) Wann einen Anwalt:
und wann DIY
Sie brauchen nicht für jede Rechnung einen Anwalt. Aber Sie brauchen einen, wenn die Kosten eines Fehlers die Beratungskosten übersteigen.

7) Wann einen Anwalt (und wann DIY)
Sie brauchen nicht für jede Rechnung einen Anwalt. Sie brauchen einen Anwalt, wenn die Kosten eines Fehlers die Beratungskosten übersteigen.
Einfaches Entscheidungsraster: DIY vs. Anwalt
Sie können meist DIY wenn:
- Vertragswert niedrig und Umfang einfach ist
- Sie eine bewährte Vorlage nutzen und keine breiten IP-Rechte vergeben
- Keine sensiblen Daten, ungewöhnliche Haftung oder grenzüberschreitende Komplexität vorliegt
Anwalt einbeziehen wenn:
- Sie einen grossen Vertrag unterzeichnen (oder einen langen Retainer)
- Der Kundenvertrag schwere Haftung, Freistellungen oder nicht-standard IP-Abtretung enthält
- Sie mit Nichtzahlung über Mahnungen hinaus zu tun haben / Richtung Betreibung gehen
- Sie Streitigkeiten über IP-Eigentum, Vertraulichkeit oder Reputationsschäden haben
- Sie unsicher bei MWST-Registrierungspflichten oder komplexer grenzüberschreitender MWST-Behandlung sind
Was vorbereiten vor dem Anwaltsgespräch (spart Abrechnungszeit)
Bringen Sie mit:
- Unterschriebener Vertrag + alle SOWs
- E-Mail-Verlauf/Briefing, Änderungsanträge, Freigaben
- Rechnungen, Mahnungen und Liefernachweis
- Zeitleiste der Ereignisse (Stichpunkte)
- Welches Ergebnis Sie wollen (Zahlung, Kündigung, Vergleich, Unterlassung, etc.)
FAQ: Rechtliches für Schweizer Freelancer
Muss ich ein Gewerbe anmelden bevor ich fakturiere?
Oft können Sie klein starten, aber rechtliche und administrative Pflichten können schnell entstehen (Sozialversicherung, MWST-Schwellen, Beschaffungsanforderungen von Kunden). Wenn Sie regelmässig fakturieren, nehmen Sie das Setup ernst: klare Geschäftsidentität, Vertragsvorlagen und konforme Rechnungsstellung.
Was ist die MWST-Registrierungsgrenze in der Schweiz für Freelancer?
Viele Guides referenzieren CHF 100'000 als Schlüsselschwelle für die obligatorische Registrierung, mit Nuancen je nach Umsatzzusammensetzung und Situation. Quelle: https://tobill.ch/en/blog/swiss-vat-guide-freelancers-2025
Kann ich mich freiwillig für die MWST registrieren?
In vielen Fällen ja – und es kann bei Vorsteuerabzug und Firmenkunden-Erwartungen helfen. Aber es bringt auch Melde-/Admin-Pflichten.
Wie funktioniert MWST-Meldung und -Administration ab 2025?
Die MWST-Administration läuft seit 1. Jan. 2025 über das ESTV-ePortal, und berechtigte Steuerpflichtige können ab 2025 möglicherweise zur jährlichen MWST-Meldung wechseln (Kriterien gelten). Quelle: https://www.expatica.com/ch/finance/taxes/freelance-tax-switzerland-2173341/
Brauchen Schweizer Rechnungen eine QR-Rechnung?
Nicht immer «obligatorisch», aber ein weit verbreiteter Zahlungsstandard in der Schweiz. Beachten Sie das QR-Rechnungs-Standard-Update ab 21. Nov. 2025 (Version 2.3), einschliesslich strukturierter Adressanforderungen und einer Übergangsfrist bis 2026. Quelle: https://userapps.support.sap.com/sap/support/knowledge/en/3666713
Wem gehört das IP standardmässig – Kunde oder Freelancer?
Es hängt von Ihrem Vertrag und der Art der Arbeit ab. Verlassen Sie sich nicht auf Annahmen. Legen Sie IP-Abtretung oder Lizenzbedingungen direkt in Ihrer Vereinbarung fest, einschliesslich was mit Quelldateien, Entwürfen und Wiederverwendungsrechten passiert.
Was sollte ich zuerst tun, wenn ein Kunde nicht zahlt?
Folgen Sie einem schriftlichen Eskalationsprozess: freundliche Erinnerung → formelle Mahnung → letzte Mahnung → Betreibung und/oder Anwaltsunterstützung erwägen. Bewahren Sie jede Nachricht auf und referenzieren Sie Rechnungsnummern und Fälligkeitsdaten.
Einfach halten:
Ihr Compliance-Workflow
Die meisten rechtlichen Probleme werden teuer, weil Unterlagen fehlen oder inkonsistent sind. Ein schlankes System macht Compliance wiederholbar.
Konsistente Rechnungen
Professionelle Rechnungen, die leicht verständlich und durchsetzbar sind.
Spesenerfassung
Spesenbelege und Kategorien das ganze Jahr ordentlich halten.
Buchhaltungs-Basics
Manuelle Fehler reduzieren und revisionssicher bleiben.
MWST-Workflows
Gewohnheit für MWST-Belege und Meldungen aufbauen.
Machen Sie Ihr Freelance-Business
diese Woche rechtssicher
Vertrag standardisieren, MWST-Status bestätigen und Rechnungs-Workflow upgraden (QR-Rechnungs-Bereitschaft + saubere Unterlagen).
Referenzierte Quellen
- ToBill MWST-Guide (Schwellenwert-Diskussion): https://tobill.ch/en/blog/swiss-vat-guide-freelancers-2025
- Expatica (MWST-ePortal, Jahresmeldungsoption Zusammenfassung): https://www.expatica.com/ch/finance/taxes/freelance-tax-switzerland-2173341/
- SAP-Hinweis zu Schweizer QR-Rechnungs-Standard-Änderungen (Version 2.3, 21. Nov. 2025): https://userapps.support.sap.com/sap/support/knowledge/en/3666713
- SwissIncorporated (Einzelfirma-Überblick): https://www.swissincorporated.com/company-formation/sole-proprietorship-registration
- BDO (Plattformbesteuerungs-Trend 2025): https://www.bdo.global/en-gb/insights/tax/indirect-tax/switzerland-platform-taxation-to-apply-as-2025
- Magic Heidi QR-Rechnungs-Änderungen Erklärung: https://magicheidi.ch/qr-bill-2025-changes-explained