Stundensätze für Schweizer Freelancer 2026
Benchmarks, ein Schweiz-spezifischer Rechner (inkl. AHV/IV/EO) und praktische Preisstrategie für Ihren Stundensatz.

Stundensätze für Schweizer Freelancer 2026: So setzen Sie Ihren Stundensatz richtig
Die Festlegung Ihres Stundensatzes (CHF/h) ist eine der wichtigsten Entscheidungen als Schweizer Freelancer. Setzen Sie ihn zu tief an, arbeiten Sie pausenlos ohne Rücklagen zu bilden. Setzen Sie ihn zu hoch an (ohne entsprechende Positionierung), verlieren Sie Aufträge, die Sie hätten gewinnen können.
Dieser Leitfaden ist auf die Schweizer Realität zugeschnitten: hohe Lebenshaltungskosten, nicht verrechenbare Administrationszeit und Sozialabgaben, die Sie selbst bezahlen. Sie erhalten:
- Schweizer Freelance-Stundensatz-Benchmarks (inkl. Web/IT und Beratung)
- Einen Schweiz-spezifischen Stundensatz-Rechner (mit Auslastungsszenarien)
- Praktische Wege, Ihren Stundensatz zu erhöhen, ohne gute Kunden zu verlieren
- Tipps für internationale Kunden (Währung, Verträge und Administration)
Die Kurzversion: Ihr Stundensatz muss (1) Einkommen + (2) Overhead + (3) Sozialabgaben + (4) Risiko + (5) nicht verrechenbare Zeit abdecken – nicht nur «Arbeitsstunden».
Was ist ein «normaler» Stundensatz in der Schweiz? (Benchmarks 2026)
Es gibt keinen einzig «richtigen» Stundensatz – in der Schweiz variieren die Sätze stark nach Branche, Erfahrung, Region, Nische und Kundentyp. Nutzen Sie Benchmarks als Realitäts-Check, dann berechnen Sie Ihren minimalen tragfähigen Stundensatz (das machen wir als nächstes).
Typische Freelance-Stundensätze in der Schweiz (CHF/h)
Unten finden Sie marktübliche Bandbreiten für Schweizer Freelancer und Dienstleister. Betrachten Sie diese als Orientierungswerte, nicht als feste Regeln.
| Beruf / Dienstleistung | Typische CHF/h-Bandbreite (Freelancer) | Hinweise |
|---|---|---|
| Webentwicklung | 80–200 | Spezialisierung (Performance, Security, Integrationen) erhöht den Satz. Benchmarks decken sich mit Schweizer Leitfäden und Tool-Anbietern. |
| Grafikdesign | 70–150 | Markenstrategie + Systeme > Einzelvisuals. |
| Content Writing / Copywriting | 60–150 | SEO-Strategie, Conversion-Texte oder regulierte Branchen erhöhen die Sätze. |
| Marketing-Beratung | 100–300 | Paid Media, Lifecycle, B2B-Strategie oft im oberen Bereich. |
| IT-Consulting | 120–250 | Cloud, Security, Data Engineering liegen oft darüber. |
| Finanzdienstleistungsberatung | 150–400 | Stark erfahrungsabhängig; Compliance- und Risiko-Expertise wird premium vergütet. |
| Engineering (Freelance) | 100–250 | Variiert nach Fachgebiet und Haftung. |
| Gartenbau / Handwerk (selbständig) | 70–100 | Oft höher, wenn Ausrüstung, Anfahrt und Saisonalität korrekt eingepreist werden. |
Woher diese Zahlen stammen:
- Vergleichbare Schweizer Benchmark-Bandbreiten werden von Tools und Marktführern publiziert (z.B. die Branchenbandbreiten von Magic Heidi).
- Web-/Agentur-Preiserwartungen in der Schweiz spiegeln sich auch in Schweizer Agentur-Benchmark-Inhalten wider (z.B. ClearDesigns Bandbreiten für Freelancer vs. Agentur).
- Die wichtigste Erkenntnis: Auftraggeber erwarten bereits eine Bandbreite, und Ihre Aufgabe ist es, Ihre Position zu rechtfertigen.
Freelancer vs. Agentur vs. «Berater» (warum Kunden Sie anders vergleichen)
Viele Kunden vergleichen Ihren Preis mit Alternativen:
- Freelancer: oft 80–150 CHF/h für viele digitale Rollen; höher bei Nischen-Expertise.
- Kleine Agentur: oft 120–160 CHF/h (Sie zahlen für Projektmanagement + Overhead).
- Grössere Agentur / Spezialberatung: oft 160–200+ CHF/h.
Eine nützliche Positionierungsstrategie ist, sich wie ein Spezialist zu bepreisen, nicht wie «zusätzliche Hände». Wenn Sie Zeit sparen, Risiken reduzieren oder Umsatz generieren, kann Ihr Stundensatz näher an Beratungspreisen liegen – auch als Solo-Freelancer.
Quellenreferenz: Schweizer Webentwicklungs-Kosten-Benchmarks zeigen Freelancer-Stundensätze häufig um 80–150 CHF/h, Agenturen je nach Grösse höher. (Siehe ClearDesigns Schweizer Preisübersicht: https://www.cleardesign.ch/website-development-costs-switzerland/)
Benchmarks nach Erfahrungsstufe (Richtwert-Bandbreiten)
Erfahrung beeinflusst den Stundensatz mehr als der Jobtitel. Als Ausgangspunkt:
- Junior / Einsteiger: 60–100 CHF/h
- Mid-Level / bewährte Lieferung: 90–150 CHF/h
- Senior / Nischenspezialist: 140–250+ CHF/h
- High-Stakes-Beratung (Finanzen, Security, reguliert): 200–400+ CHF/h
Der einfachste Weg, in eine höhere Bandbreite zu kommen, ist die Spezialisierung auf ein Problem, das für den Kunden teuer ist (Ausfallzeiten, Compliance-Risiken, Lead-Generierung, Conversion, Sicherheitsvorfälle usw.).
So berechnen Sie Ihren Stundensatz (Schweiz-spezifisch)
Benchmarks zeigen, was möglich ist. Der Rechner zeigt, was nachhaltig ist.
Schritt 1: Bestimmen Sie Ihr Ziel-Einkommen (klar: brutto vs. netto)
Beginnen Sie mit dem, was Sie pro Jahr netto verdienen möchten. Dann entscheiden Sie, ob Ihr Ziel ist:
- Netto-Privateinkommen (nach Geschäftsausgaben und Beiträgen), oder
- Brutto-Geschäftseinkommen (Umsatz vor vielen Kosten)
Die meisten Freelancer denken in Netto-Lifestyle-Begriffen, was in Ordnung ist – bleiben Sie einfach konsistent.
Beispiel-Ziel: 110'000 CHF Privateinkommen/Jahr (vor persönlichen Steuern, aber nach Geschäftsausgaben).
Schritt 2: Listen Sie die jährlichen Geschäftskosten auf (die «Schweizer Freelancer-Realitäts»-Checkliste)
Typische Overhead-Posten:
- Software-Abos, Cloud-Tools, Lizenzen
- Laptop/Handy, Peripherie, Abschreibungen
- Coworking / Bürokosten
- Buchhaltungs-/Rechnungstools
- Marketing (Website, Ads, Portfolio, Networking)
- Weiterbildung (Kurse, Zertifizierungen)
- Reisen, Kundenmeetings
- Rechtsvorlagen, Beratung, Versicherungen
Beispiel Overhead: 18'000 CHF/Jahr
Schritt 3: Addieren Sie Sozialabgaben und «quasi-obligatorische» Puffer (AHV/IV/EO, Versicherung)
In der Schweiz bezahlen Selbständige die Sozialabgaben grundsätzlich selbst. Eine praktische Modellierung:
- AHV/IV/EO-Beiträge: können bei höheren Einkommen rund 10% erreichen, mit gleitender Skala und Mindestbeiträgen.
Offizielle Referenz: Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV): https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/ueberblick/beitraege.html
Weitere Kostenpunkte je nach Situation (keine Rechtsberatung):
- Unfallversicherung / Erwerbsausfallversicherung (häufige Risikoabsicherung)
- Haftpflichtversicherung (besonders für Berater, Handwerker)
- Vorsorgeplanung (Säule 3a / Ruhestandspuffer)
Einfacher Modellierungsansatz: Addieren Sie einen konservativen 8–12% Puffer auf Ihr geplantes Einkommen für AHV/IV/EO (plus gewählte Versicherungen).
Beispiel: 11% von 110'000 = 12'100 CHF/Jahr
Schritt 4: Berechnen Sie realistische verrechenbare Stunden (Auslastung)
Sie werden nicht jede Arbeitsstunde verrechnen können.
Nicht verrechenbare Zeit umfasst typischerweise:
- Verkaufsgespräche, Offerten, Nachfassaktionen
- Administration, Buchhaltung, Rechnungsstellung
- Projektmanagement, interne QA
- Lernen, Weiterbildung, Tool-Setup
- Ferien, Krankheitstage
Ein solider Planungsbereich: 50% bis 70% verrechenbare Auslastung.
Angenommen, Sie «arbeiten» 40 Stunden/Woche für 46–48 Wochen/Jahr (Ferien + Feiertage eingerechnet).
Beispiel Arbeitskapazität:
40 h/Woche × 48 Wochen = 1'920 Stunden/Jahr
Nun wenden Sie Auslastungsszenarien an:
- 50% verrechenbar: 960 verrechenbare Stunden
- 60% verrechenbar: 1'152 verrechenbare Stunden
- 70% verrechenbar: 1'344 verrechenbare Stunden
Schritt 5: Rechnen Sie (Ihr minimaler nachhaltiger Stundensatz)
Formel
Stundensatz = (Ziel-Einkommen + Overhead + Beitrags-/Versicherungspuffer) ÷ verrechenbare Stunden
Beispiel-Inputs
- Ziel-Einkommen: 110'000 CHF
- Overhead: 18'000 CHF
- AHV/IV/EO-Puffer (11%): 12'100 CHF
- Total benötigt: 140'100 CHF
Stundensatz nach Auslastung
- Bei 50% (960 h): 140'100 ÷ 960 = 146 CHF/h
- Bei 60% (1'152 h): 140'100 ÷ 1'152 = 122 CHF/h
- Bei 70% (1'344 h): 140'100 ÷ 1'344 = 104 CHF/h
Was das bedeutet:
Wenn Sie 90 CHF/h verlangen, aber nur 50–60% Ihrer Zeit verrechnen, sind Sie möglicherweise unterpreist – auch wenn Sie sich «voll ausgelastet» fühlen.
Schneller Benchmark + Rechner-Realitätscheck (3 typische Freelancer-Profile)
Nutzen Sie diese als Plausibilitätsprüfung.
1) Einsteiger-Freelancer (Generalist)
- Geringerer Overhead, schwächere Positionierung, mehr nicht verrechenbare Zeit
- Typische Auslastung: 50–60%
- Typischer nachhaltiger Satz: 80–120 CHF/h (oft höher als erwartet nötig)
2) Etablierter Freelancer (bewährte Lieferung)
- Starkes Portfolio, Stammkunden, besserer Verkaufsprozess
- Auslastung: 60–70%
- Typischer nachhaltiger Satz: 110–170 CHF/h
3) Spezialist / High-Impact-Berater
- Nischen-Expertise, hohe Einsätze, klarer ROI
- Auslastung: kann bei 50–65% liegen (mehr Vertrieb, Denkzeit, Strategie)
- Typischer nachhaltiger Satz: 160–300+ CHF/h
Je besser Sie werden, desto mehr wird Ihr Satz von Risikoreduktion und Ergebnissen bestimmt, nicht von Zeit.
Preismodell wählen (Stundensatz ist nicht immer optimal)
Stundensätze sind leicht zu vergleichen – aber nicht immer das Beste für Sie oder den Kunden.
Stundensatz: am besten wenn…
- Der Umfang unklar oder im Wandel ist
- Die Arbeit beratend, unterstützend oder «nach Bedarf» ist
- Der Kunde Flexibilität braucht
Schützen Sie sich mit:
- Mindestengagement (z.B. 2–4 Stunden Minimum)
- Wöchentliche oder zweiwöchentliche Rechnungsstellung
- Klare Definition verrechenbarer Aufgaben
Tagessatz: am besten wenn…
- Der Kunde «einen ganzen Tag» reserviert haben möchte
- Workshops, Vor-Ort-Arbeit, Umsetzungssprints
Umrechnungstipp:
Eine gängige Umrechnung ist:
Tagessatz = Stundensatz × 8
Aber viele Freelancer verwenden × 7 für Realismus (Pausen, Admin). Entscheiden Sie, was zu Ihrem Arbeitsstil passt.
Festpreis-Projekte: am besten wenn…
- Sie Umfang und Lieferergebnisse definieren können
- Der Kunde ein Ergebnis kauft (Website-Launch, Analytics-Setup, Markenpaket)
So offerieren Sie Festpreise sicher:
- In Meilensteine aufteilen
- Annahmen + Ausschlüsse definieren
- Puffer einrechnen (üblich 10–25%)
- Change-Request-Prozess bei Umfangsänderungen nutzen
Retainer (monatlich): am besten wenn…
- Laufendes Marketing, Content, Design, Ops, Wartung
- Sie stabilen Cashflow und einfachere Planung wollen
Retainer-Positionierung, die konvertiert:
Verkaufen Sie Kapazität + Reaktionszeit + Ergebnisse, nicht «Stunden auf Abruf».
So erhöhen Sie Ihren Stundensatz (ohne gute Kunden zu verlieren)
Stundensatz-Erhöhungen sind in der Schweiz normal – Kosten steigen, Ihre Erfahrung wächst, und Kunden erhöhen oft ihre Budgets mit der Zeit.
Wann Sie Ihre Sätze erhöhen sollten
Gute Auslöser:
- Sie sind 70–90%+ ausgebucht über mehrere Monate
- Sie haben eine Zertifizierung, Nischen-Expertise oder neue Ergebnisse erlangt
- Ihr Prozess ist schneller (Kunden zahlen für Ergebnisse, nicht Ihre Lernkurve)
- Inflation und Kosten sind merklich gestiegen
So kommunizieren Sie eine Preiserhöhung (einfache Vorlagen)
Vorlage 1: Direkt und professionell (bestehender Kunde)
Ab dem Datum beträgt mein Stundensatz neuer Satz CHF/h (bisher alter Satz CHF/h).
Dies reflektiert meine erweiterte Erfahrung und die Ergebnisse unserer Zusammenarbeit.
Gerne erstelle ich Ihnen einen Vorschlag für nächsten Monat/nächstes Projekt, um das Budget planbar zu halten.
Vorlage 2: Sanfter Übergang (gestaffelte Erhöhung)
Ab dem Datum wird mein Stundensatz neuer Satz CHF/h betragen.
Für laufende Arbeiten wende ich gerne einen Übergangssatz von Zwischensatz CHF/h für die nächsten 30–60 Tage an.
Vorlage 3: Stundensatz in Paket umwandeln
Um die Budgetierung zu vereinfachen, empfehle ich ein Monatspaket: Lieferergebnisse + Preis.
Das gibt Ihnen planbare Ergebnisse und Prioritäts-Terminierung.
Add-ons, die den Umsatz steigern, ohne «den Basissatz zu erhöhen»
- Express-Zuschlag (z.B. +25–50% bei <48–72h Turnaround)
- Wochenend-/Feiertagszuschlag
- Vor-Ort-Zuschlag (Anfahrt + Zeit)
- IP-Buyout / Exklusivitätszuschlag (wo relevant)
- Mindestengagement (verhindert, dass Kleinstaufträge Ihre Woche auffressen)
Internationale Kunden: Preisgestaltung und Admin ohne Fallstricke
Die Schweiz ist exportfreundlich – internationale Kunden können grossartig sein. Aber managen Sie drei Risiken: Währung, Zahlungsfriktionen und Vertragsklarheit.
Währung: in CHF oder Kundenwährung fakturieren?
- In CHF fakturieren, wenn Sie stabiles Einkommen und einfachere Planung wollen.
- In Kundenwährung fakturieren, wenn es den Kaufprozess erleichtert – aber einen Puffer für Wechselkursschwankungen einrechnen.
Praktischer Ansatz:
Bei Rechnungen in USD/EUR erwägen Sie einen kleinen FX-Puffer oder kürzere Zahlungsziele.
Zahlungsgebühren und Tools
Internationale Überweisungen können die Margen schmälern. Viele Freelancer nutzen Dienste wie Wise, um Gebühren gegenüber traditionellen Banküberweisungen zu reduzieren (Kundenpräferenz variiert).
Positionierung: Warum Schweizer Freelancer mehr verlangen können
In vielen Märkten signalisiert «Schweiz»:
- Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
- Hohe Standards und Dokumentation
- Geringeres Ausführungsrisiko
Entschuldigen Sie sich nicht für Schweizer Preise – erklären Sie den Geschäftswert (schnellerer Launch, weniger Fehler, sauberer Prozess, bessere Dokumentation).
Vertragsgrundlagen (keine Rechtsberatung)
Für grenzüberschreitende Arbeit sollte Ihr Vertrag klären:
- Umfang, Lieferergebnisse, Zahlungsbedingungen
- Anwendbares Recht / Gerichtsstand
- IP-Eigentum und Lizenzierung
- Vertraulichkeit und Datenhandhabung
- Change Requests und Stornierungen
Im Zweifelsfall holen Sie sich eine Schweizer Rechtsvorlage oder Beratung – ein guter Vertrag amortisiert sich schnell.
MWST in der Schweiz: Wann beeinflusst sie Ihren Stundensatz?
Die MWST (TVA/IVA) verändert, wie Kunden Ihren Preis wahrnehmen und wie Sie Ihren Cashflow managen.
Die zentrale Frage: Müssen Sie MWST erheben?
Ein häufig genannter Schwellenwert liegt bei CHF 100'000 Jahresumsatz für die MWST-Pflicht (mit Ausnahmen und Details). Da sich MWST-Regeln ändern können und von Ihrer genauen Situation abhängen, bestätigen Sie den aktuellen Schwellenwert und Ihre Pflichten bei offiziellen Quellen oder Ihrem Treuhänder.
Preisimplikation:
Wenn Ihr Kunde MWST-pflichtig ist, ist die MWST oft neutral. Wenn Ihr Kunde nicht MWST-pflichtig ist (einige Kleinunternehmen, Privatpersonen), kann die MWST Sie «teurer erscheinen» lassen, daher ist Ihre Positionierung wichtig.
Unterstützende Keyword-Intention: «MWST Schwellenwert Schweiz Freelancer 100'000»
Häufige Fallstricke (und wie Sie sie vermeiden)
Fallstrick 1: Jemandes Stundensatz kopieren, ohne dessen Geschäftsmodell zu kopieren
Jemand mit 80% Auslastung und Retainern kann mit einem tieferen Satz überleben als jemand mit ständigen Offerten und Einmalprojekten.
Lösung: Berechnen Sie Ihre eigene Auslastung und Ihren Overhead.
Fallstrick 2: Sozialabgaben und Versicherungsrealitäten vergessen
AHV/IV/EO ist nicht so optional, wie viele neue Freelancer annehmen.
Lösung: Modellieren Sie einen Beitragspuffer (z.B. 8–12%) und überprüfen Sie ihn quartalsweise.
Fallstrick 3: «Stunden» statt Ergebnisse verkaufen
Stunden-Gespräche laden zu Preisverhandlungen ein.
Lösung: Führen Sie mit Ergebnissen, dann präsentieren Sie den Stundensatz als Umsetzungsmechanismus.
Fallstrick 4: Sätze nicht für Inflation und Kompetenzwachstum aktualisieren
Stundensätze sollten mindestens jährlich überprüft werden.
Lösung: Legen Sie einen «Stundensatz-Review-Monat» fest und aktualisieren Sie zuerst die Preise für Neukunden.
FAQ: Schweizer Freelancer-Stundensätze (Stundensatz / tarif horaire)
Was ist ein guter Stundensatz in der Schweiz?
Für viele professionelle Dienstleistungen sind 90–150 CHF/h üblich, Spezialisten liegen oft bei 150–250+ CHF/h. Ihr nachhaltiger Stundensatz hängt vom Overhead und den verrechenbaren Stunden ab.
Wie viele Stunden kann ich realistisch pro Jahr verrechnen?
Viele Schweizer Freelancer verrechnen 50–70% ihrer Arbeitsstunden. Bei ~1'920 Stunden/Jahr sind das etwa 960–1'344 verrechenbare Stunden.
Was ist der Unterschied zwischen Stundensatz und Tagessatz?
- Stundensatz = pro Stunde
- Tagessatz = pro Tag
Eine gängige Umrechnung ist Tagessatz ≈ Stundensatz × 8 (oder ×7 für Realismus).
Soll ich nach Stunden oder pro Projekt bepreisen?
Stundensätze funktionieren bei variablem Umfang. Projektpreise bringen oft mehr, wenn Sie Lieferergebnisse definieren und Ergebnisse verkaufen können. Retainer schaffen die meiste Stabilität.
Wie rechtfertige ich einen höheren Stundensatz?
Verknüpfen Sie Ihren Preis mit:
- Risikoreduktion (weniger Fehler, bessere Dokumentation)
- Geschwindigkeit (schnellerer Launch, weniger Iterationen)
- Umsatzwirkung (Conversion, Leads, Kundenbindung)
- Spezialisierter Expertise (Security, Compliance, Daten)
Wie erhöhe ich Stundensätze bei bestehenden Kunden?
Geben Sie Vorlauf (2–6 Wochen), erklären Sie den Mehrwert und bieten Sie entweder eine gestaffelte Erhöhung oder eine Paket-/Retainer-Option an.
Brauche ich einen anderen Stundensatz für internationale Kunden?
Oft ja – internationale Arbeit bringt Währungsrisiko, Koordinationsaufwand und manchmal zusätzliche Administration. Viele Freelancer behalten einen CHF-Satz oder bepreisen nach Marktwert bei High-Impact-Ergebnissen.
Welche Ausgaben sollten im Stundensatz enthalten sein?
Software, Ausrüstung, Coworking, Marketing, Weiterbildung, Buchhaltung, Reisen, Versicherung und Puffer für Sozialabgaben (AHV/IV/EO).
Was, wenn ein Kunde nach Rabatt fragt?
Rabattieren Sie den Umfang, nicht den Stundensatz. Bieten Sie ein kleineres Paket, weniger Revisionen oder längere Zeitrahmen statt einer Senkung Ihres Basispreises.
Steigen Schweizer Freelance-Stundensätze?
In Europa und der DACH-Region zeigen Umfragen einen Aufwärtstrend bei Freelance-Stundensätzen, getrieben durch Inflation und Erfahrungsprämien. (Trend-Referenz: Heise-Berichterstattung zu steigenden Stundensätzen: https://www.heise.de/en/news/Hourly-rates-have-risen-Freelancers-average-104-euros-10325758.html)
Wo finde ich offizielle Infos zu Selbständigen-Beiträgen?
Starten Sie mit der Beitragsübersicht des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV):
https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/ueberblick/beitraege.html
Zusammenfassung: Wenn Sie nur eines tun, dann dies
- Wählen Sie ein Ziel-Einkommen, das zu Ihrem realen Lebensstil passt.
- Addieren Sie Overhead + Beitrags-/Versicherungspuffer.
- Rechnen Sie mit nur 50–70% verrechenbarer Zeit.
- Berechnen Sie Ihren minimalen nachhaltigen CHF/h.
- Nutzen Sie Benchmarks für die Positionierung – dann verkaufen Sie Ergebnisse, nicht Stunden.
CTA: Machen Sie Ihren Stundensatz profitabel – und einfach zu fakturieren
Sobald Sie Ihren Stundensatz festgelegt haben, ist das nächste «stille Gewinnleck» die Administration: Zeiterfassung, Arbeit in Rechnungen umwandeln, nachfassen und Ausgaben organisieren.
Testen Sie Magic Heidi kostenlos, um Rechnungsstellung, Ausgabenerfassung und Buchhaltung zu vereinfachen – damit Ihr neuer Stundensatz auch wirklich zu bezahltem Einkommen wird.
Nächster Schritt: Legen Sie Ihren CHF/h fest, wählen Sie ein Mindestengagement und erstellen Sie eine saubere Rechnungsvorlage, die Sie für jeden Kunden wiederverwenden können.
Tools für Ihr Freelance-Business
Verwandeln Sie Ihre Preisgestaltung in bezahltes Einkommen mit schnellerer Rechnungsstellung, Ausgabenerfassung und sauberer Buchhaltung.