Schuldanerkennung in der Schweiz: Vorlage und Regeln, wenn dein Kunde zu spät zahlt
Schweizer Vorlage für eine Schuldanerkennung zum Kopieren: die 7 Elemente, Unterschrift, Verjährung und provisorische Rechtsöffnung. Für Selbständige.
Founder of Magic Heidi

Dein Kunde gibt zu, dass er dir das Geld schuldet, kann aber jetzt nicht zahlen? Lass ihn eine Schuldanerkennung unterschreiben. In der Schweiz ist dieses unterschriebene Dokument ein Titel für die provisorische Rechtsöffnung (Art. 82 SchKG), es unterbricht die Verjährung und hält den Zahlungsplan schwarz auf weiss fest.
Unten findest du eine Schweizer Vorlage zum Kopieren, die 7 Elemente, die hineingehören, und das Vorgehen, wenn der Kunde trotzdem nicht zahlt.
Nehmen wir Léa, selbständige Grafikerin in Lausanne (fiktives Beispiel). Ihre Rechnung über CHF 4'800.00 an eine kleine AG ist seit zwei Monaten überfällig. Der Geschäftsführer ruft sie an: «Ich anerkenne, dass wir Ihnen diesen Betrag schulden, aber ich kann jetzt nicht alles bezahlen.»
Das ist ehrlich. Rechtlich ist es aber dünn: Erhebt der Kunde gegen deine Betreibung Rechtsvorschlag, gibt dir ein Versprechen am Telefon keinen Titel, den du dem Gericht vorlegen kannst.
Dazu kommt: Viele Vorlagen im Netz folgen nicht dem Schweizer Recht, französischsprachige etwa dem französischen Code civil (Betrag in Worten und in Ziffern). Dieser Guide gibt dir die Schweizer Version, geschrieben für eine unbezahlte Rechnung, nicht für ein Darlehen unter Freunden.
Das Wichtigste in Kürze
- Vom Kunden unterschrieben, ist eine Schuldanerkennung ein Titel für die provisorische Rechtsöffnung (Art. 82 SchKG). Erhebt der Kunde Rechtsvorschlag gegen deine Betreibung, beseitigt das Gericht ihn im summarischen Verfahren, ausser der Schuldner macht Einwendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, sofort glaubhaft.
- Kein Notar, kein Pflicht-Schuldgrund: Eine privatschriftliche Urkunde genügt, und der Schuldgrund darf sogar fehlen (Art. 17 OR). Gib die Rechnungsnummer trotzdem an.
- Fester Betrag in CHF, ohne Vorbehalt und ohne Bedingung, fällig: Eine einzige Formulierung wie «unter Vorbehalt von …», und das Dokument verliert seine Wirkung.
- Eigenhändige Unterschrift oder qualifizierte elektronische Signatur mit qualifiziertem Zeitstempel (Art. 14 OR). Ein Scan oder eine E-Mail genügt als Titel nicht.
- Verjährung: Die Anerkennung unterbricht die Verjährung (Art. 135 OR) und lässt, wenn sie in einer Urkunde erfolgt, nach dem Wortlaut von Art. 137 Abs. 2 OR eine neue Frist von 10 Jahren laufen.
Was ist eine Schuldanerkennung nach Schweizer Recht?
Eine Schuldanerkennung ist ein unterschriebenes Dokument, in dem der Schuldner erklärt, dem Gläubiger einen bestimmten Geldbetrag ohne Vorbehalt und ohne Bedingung zu schulden. Sie ist auch ohne Angabe des Schuldgrunds gültig (Art. 17 OR) und ermöglicht, unterschrieben, die provisorische Rechtsöffnung nach einem Rechtsvorschlag (Art. 82 SchKG).
Für dich als Selbständige oder Selbständiger ist der Unterschied ganz konkret. Deine Rechnung ist dein Dokument. Die Schuldanerkennung ist das Dokument deines Kunden, mit seiner Unterschrift. Das bringt dir jede Situation, wenn du betreiben musst und der Kunde Rechtsvorschlag erhebt:
| Was du hast | Wert in der Betreibung nach einem Rechtsvorschlag |
|---|---|
| Nur die Rechnung (auch mit Mahnungen) | Kein Rechtsöffnungstitel. Es braucht grundsätzlich einen Zivilprozess (Anerkennungsklage, Art. 79 SchKG). |
| Mündliche Zusage am Telefon | Schwer zu beweisen, kein Titel. Gleiche Lage wie mit der Rechnung allein. |
| Unterschriebene Schuldanerkennung | Titel für die provisorische Rechtsöffnung (Art. 82 SchKG), summarisches Verfahren. |
| Öffentliche Urkunde mit direkter Vollstreckbarkeit | Titel für die definitive Rechtsöffnung (Art. 80 SchKG und Art. 347 ZPO). |
Eine Präzisierung: Auch ein unterschriebener Vertrag (zum Beispiel eine angenommene und unterschriebene Offerte) kann unter bestimmten Voraussetzungen als Titel für die provisorische Rechtsöffnung dienen, wenn du belegst, dass du die Leistung erbracht hast. Darum geht es in unserem Guide, wie du nach einem Rechtsvorschlag die Rechtsöffnung beantragst. Die Schuldanerkennung bleibt aber das Dokument, das sich am einfachsten durchsetzen lässt.
Warum sie dein bester Schutz ist: die provisorische Rechtsöffnung
Ohne Titel zwingt dich ein Kunde mit Rechtsvorschlag in einen richtigen Zivilprozess, mit monatelangem Warten und Anwaltskosten. Mit einer unterschriebenen Schuldanerkennung reichst du ein Gesuch um provisorische Rechtsöffnung ein, das das Gericht im summarischen Verfahren (Art. 251 ZPO) aufgrund der Akten beurteilt. Nach Art. 82 SchKG spricht es die Rechtsöffnung aus, sofern der Schuldner nicht Einwendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, sofort glaubhaft macht: Dein Kunde muss mit Belegen zeigen, dass er bezahlt hat oder dass die Schuld nicht besteht.
Die 7 Elemente einer Schuldanerkennung, die vor Gericht hält
Das Bundesgericht fasst den Test so zusammen: ein vom Schuldner (oder seiner Vertretung) unterschriebenes Dokument, aus dem sein Wille hervorgeht, dem Gläubiger ohne Vorbehalt und ohne Bedingung einen bestimmten oder leicht bestimmbaren und fälligen Geldbetrag zu zahlen. Das Gericht prüft zudem die «drei Identitäten»: Gläubiger, Schuldner und Forderung im Titel müssen mit denen der Betreibung übereinstimmen. Konkret gehört in deine Schuldanerkennung:
- Der Gläubiger, genau so, wie er im Betreibungsbegehren erscheinen wird: dein Name oder deine Einzelfirma, mit deiner UID-Nummer, falls du eingetragen bist.
- Der Schuldner: Name oder Firma gemäss Handelsregister, Adresse, UID-Nummer bei einem Unternehmen und der Name der Person, die für das Unternehmen unterschreibt.
- Der genaue Betrag in CHF oder ein Betrag, der sich dank einer klar referenzierten Rechnung leicht bestimmen lässt.
- Der Wille, ohne Vorbehalt und ohne Bedingung zu zahlen: Das ist der Satz, der das ganze rechtliche Gewicht trägt.
- Die Fälligkeit: ein Zahlungstermin oder die Daten der einzelnen Raten.
- Der Verweis auf die Rechnung: rechtlich freiwillig (Art. 17 OR), aber er verbindet den Titel mit deiner Forderung und nimmt dem «Das habe ich nie bestellt» den Wind aus den Segeln.
- Die eigenhändige Unterschrift des Schuldners, mit Ort und Datum (das Datum ist keine Gültigkeitsvoraussetzung, zählt aber für die Verjährung und die Fälligkeiten).
Braucht es auch die Unterschrift des Gläubigers? Sie schafft den Titel nicht, denn entscheidend ist die Verpflichtung des Schuldners. Unterschreib trotzdem: So ist klar, dass beide Seiten den Zahlungsplan akzeptiert haben.
Was eine Schuldanerkennung unbrauchbar macht
Diese Fehler sind typisch für selbst gebastelte Dokumente:
- Ein Vorbehalt oder eine Bedingung: «unter Vorbehalt der Lieferung der finalen Dateien», «sofern unser Kunde uns zuerst bezahlt». Das Gericht kann keinen bedingungslosen Zahlungswillen mehr herauslesen.
- Ein fehlender oder unklarer Betrag: «der geschuldete Restbetrag» ohne Zahl und ohne referenzierte Rechnung.
- Ein Unterzeichner ohne Vertretungsbefugnis: ein Projektleiter oder eine Assistentin, die weder im Handelsregister zeichnungsberechtigt ist noch eine schriftliche Vollmacht für die Gesellschaft hat.
- Ein anderer Gläubiger als in der Betreibung, zum Beispiel eine Schuldanerkennung zugunsten deiner GmbH, während Rechnung und Betreibung auf deinen persönlichen Namen laufen (oder umgekehrt).
- Eine einfache E-Mail oder WhatsApp-Nachricht statt einer Unterschrift (siehe unten).
- Eine noch bestrittene Leistung, die im Dokument als «noch zu korrigieren» erwähnt wird: Damit lieferst du dem Kunden seine Verteidigung gleich mit.
Stell dir Marc vor, selbständiger Elektriker in Sitten (fiktives Beispiel). Sein Kunde, eine Renovations-GmbH, schuldet ihm CHF 7'350.00. Der Bauleiter unterschreibt auf der Baustelle eine Schuldanerkennung. Als Marc seine Betreibung vorbereitet, prüft er den Auszug auf zefix.ch: Zeichnungsberechtigt ist nur der Geschäftsführer.
Er schickt ihm das Dokument, der Geschäftsführer unterschreibt eine Woche später. Ohne diese Kontrolle von zwei Minuten hätte Marc dem Kunden ein einfaches Argument gegen die Rechtsöffnung geliefert.
Willst du es nächstes Mal gar nicht so weit kommen lassen? Klare Rechnungen mit QR-Code und genauem Zahlungstermin sind dein erster Schutz. Erstelle eine korrekte QR-Rechnung mit Magic Heidi, der Einstieg ist gratis.
Vorlage für eine Schuldanerkennung (Schweiz) zum Kopieren
Hier ist die Vorlage für eine Schuldanerkennung nach Schweizer Recht, geschrieben für eine unbezahlte Rechnung. Ersetze die Felder in eckigen Klammern. Du musst kein Gratis-PDF suchen: Kopiere den Text in Word oder Pages, füll ihn aus und speichere ihn als PDF, um ihn auszudrucken und von Hand unterschreiben zu lassen. Wähle Variante A (eine einzige Zahlung) oder Variante B (Zahlungsplan) und lösche die andere.
SCHULDANERKENNUNG
Gläubiger
[Vorname Name / Einzelfirma, genau wie auf der Rechnung]
[Adresse] – [UID CHE-xxx.xxx.xxx, falls eingetragen]
Schuldner
[Vorname Name / Firma gemäss Handelsregister]
[Adresse] – [UID, bei einem Unternehmen]
vertreten durch [Vorname Name, Funktion, Zeichnungsberechtigung gemäss Handelsregister;
bei Kollektivunterschrift zu zweien beide Unterzeichnenden]
1. Anerkennung
Der Schuldner anerkennt, dem Gläubiger ohne Vorbehalt und ohne Bedingung
den Betrag von CHF [4'800.00] [inkl. MWST, falls der Gläubiger mehrwertsteuerpflichtig ist]
zu schulden.
2. Grund der Schuld
Dieser Betrag entspricht der Rechnung Nr. [2026-0142] vom [01.09.2026]
für [Beschreibung der Leistungen], Leistungen erbracht und abgenommen.
3. Fälligkeit / Zahlungsplan
[Variante A] Der Betrag ist spätestens am [31.12.2026] zu bezahlen.
[Variante B] Der Gläubiger gewährt einen Zahlungsaufschub. Der in Ziffer 1
anerkannte Betrag bleibt vollständig geschuldet und ist in folgenden Raten zahlbar:
– CHF [1'200.00] spätestens am [30.11.2026]
– CHF [1'200.00] spätestens am [31.12.2026]
– CHF [1'200.00] spätestens am [31.01.2027]
– CHF [1'200.00] spätestens am [28.02.2027]
Wird eine Rate nicht innert [10] Tagen nach ihrem Datum bezahlt,
wird der gesamte Restbetrag sofort fällig.
4. Zins
Bei Verzug ist auf jedem fälligen Betrag ein Verzugszins von 5 % pro Jahr
geschuldet (Art. 104 OR).
5. Zahlung
Per Überweisung auf das Konto IBAN [CHxx xxxx xxxx xxxx xxxx x], mit
der Referenz der entsprechenden QR-Rechnung [oder: der Rechnungsnummer 2026-0142].
Ausgefertigt in zwei Exemplaren in [Ort], am [Datum].
Der Schuldner: ____________________ Der Gläubiger: ____________________
(eigenhändige Unterschrift) (eigenhändige Unterschrift)
Drei praktische Tipps, bevor du sie verschickst:
- Zwei Originale: eines für den Kunden, eines für dich. Bewahre das Papieroriginal auf, nicht nur ein Foto. Das Rechtsöffnungsgericht entscheidet aufgrund der Akten.
- Lass Ziffer 1 unverändert: «anerkennt, … ohne Vorbehalt und ohne Bedingung … den Betrag von CHF … zu schulden». Genau das sucht das Gericht. Der Plan in Variante B gewährt einen Aufschub; er stellt keine Bedingung an die Schuld.
- Datiere sie: Das Datum zählt für die Verjährung und für die Berechnung der Fälligkeiten.
Ziffer 4 übernimmt den gesetzlichen Satz des Verzugszinses von 5 %. Weil die Daten feststehen, ist der Kunde in Verzug, sobald er einen Termin verpasst, ohne vorgängige Mahnung (Art. 102 Abs. 2 OR).
Die Verfallklausel ist hier bewusst kurz gehalten. Wie du die Raten aushandelst und die Verfallklausel im Detail formulierst, liest du in unserem Guide, wie du eine Ratenzahlung vereinbarst.
Ein Wort zur Vorsicht: Wie ein Rechtsöffnungsgericht eine Verfallklausel behandelt (wer den Verzug beweisen muss, wer die Zahlung beweisen muss), hängt von der Formulierung und vom Fall ab. Wir können dir kein Ergebnis versprechen. Formuliere die Klausel unmissverständlich und halte jede verpasste Rate datiert fest, zum Beispiel mit einer schriftlichen Mahnung.
Unterschrift: eigenhändig, elektronisch oder per E-Mail?
Das ist der Punkt, den du nicht verpassen darfst. Art. 14 OR ist klar: Die Unterschrift ist eigenhändig von demjenigen zu schreiben, der sich verpflichtet.
Die Ausnahme, die hier zählt: Die qualifizierte elektronische Signatur mit qualifiziertem elektronischem Zeitstempel ist der eigenhändigen Unterschrift gleichgestellt (Art. 14 Abs. 2bis OR).
In der Praxis sortierst du so:
- Papier, von Hand unterschrieben: der sichere Weg. Schick zwei Exemplare per Post mit einem frankierten Antwortcouvert, oder lass sie vor Ort unterschreiben.
- Qualifizierte elektronische Signatur (QES, über einen anerkannten Anbieter): der eigenhändigen gleichgestellt, falls dein Kunde eine hat.
- «Einfache» Signatur (in ein PDF eingefügtes Bild, angeklicktes Kästchen, Scan): der eigenhändigen Unterschrift nicht gleichgestellt. Als Rechtsöffnungstitel riskant.
- E-Mail oder WhatsApp: keine Unterschrift im Sinne von Art. 14 OR, also kein verlässlicher Rechtsöffnungstitel.
Nutzlos ist eine E-Mail deshalb nicht: Ein formloses Eingeständnis des Kunden («Ja, ich weiss, dass ich Ihnen die CHF 2'900.00 schulde») oder eine Abschlagszahlung unterbricht die Verjährung trotzdem (Art. 135 Ziff. 1 OR). Bewahre sie auf, aber wenn der Kunde Rechtsvorschlag erhebt, erspart sie dir einen Prozess grundsätzlich nicht.
Nehmen wir Sophie, selbständige Übersetzerin in Freiburg (fiktives Beispiel). Ihr Kunde schreibt ihr per E-Mail, er anerkenne, CHF 2'900.00 zu schulden, und zahle in drei Raten. Sophie antwortet nur «einverstanden».
Nach der ersten Rate kommt nichts mehr. Ihre E-Mail beweist das Eingeständnis, ist aber kein Rechtsöffnungstitel. Hätte sie ihm noch am selben Tag die Vorlage oben zum Unterschreiben geschickt, hätte sie heute einen Titel in der Hand.
Schuldanerkennung und Verjährung: die neue Frist von 10 Jahren
Dieses Dokument wirkt auch auf die Verjährung, und das ist ein Vorteil, den wenige Vorlagen erwähnen.
Sie unterbricht die Verjährung. Nach Art. 135 Ziff. 1 OR wird die Verjährung unterbrochen, wenn der Schuldner die Forderung anerkennt, namentlich auch durch Zins- und Abschlagszahlungen. Jede bezahlte Rate deines Plans ist also ebenfalls eine Anerkennung.
Sie lässt eine neue Frist laufen. Mit der Unterbrechung beginnt die Verjährung von neuem (Art. 137 Abs. 1 OR). Und nach Art. 137 Abs. 2 OR ist die neue Verjährungsfrist, wenn die Forderung durch Ausstellung einer Urkunde anerkannt wurde, «stets» zehn Jahre.
Warum ist das für dich interessant? Gewisse Forderungen von Selbständigen verjähren nach fünf Jahren (Art. 128 Ziff. 3 OR: namentlich Handwerksarbeit, ärztliche Besorgung, Berufsarbeiten von Anwälten und Notaren). Die meisten anderen verjähren ohnehin erst nach zehn Jahren (Art. 127 OR).
Nach dem Wortlaut von Art. 137 Abs. 2 OR laufen diese Fünfjahresforderungen ab der Unterzeichnung einer solchen Urkunde neu für zehn Jahre. Geht es in deinem Fall wirklich darum (eine alte Rechnung, ein hoher Betrag), lass diese Lesart von einer Juristin oder einem Juristen bestätigen.
Zu den Grundfristen und dazu, was die Verjährung nicht unterbricht (zum Beispiel eine einfache Mahnung), lies unseren Artikel zur Verjährung von Rechnungen.
Nach der Unterschrift: eine QR-Rechnung pro Rate in Magic Heidi
Das Dokument ist unterschrieben. Jetzt geht es ums Einkassieren, Rate für Rate, ohne den Überblick zu verlieren.
Achtung, doppelte Erfassung Deine ursprüngliche Rechnung (CHF 4'800.00 im Beispiel von Léa) ist bereits ausgestellt und verbucht. Erstellst du zusätzlich vier Ratenrechnungen über CHF 1'200.00, ergeben deine Rechnungen zusammen CHF 9'600.00 statt CHF 4'800.00: Dein Umsatz und, falls du mehrwertsteuerpflichtig bist, die MWST könnten doppelt gezählt werden. Wähle eine der beiden Methoden unten, nie beide gleichzeitig.
Methode A: eine QR-Rechnung pro Rate
- Storniere die ursprüngliche Rechnung mit einer Gutschrift über denselben Betrag in Magic Heidi. Die Gutschrift ist mit der ursprünglichen Rechnung verknüpft und setzt deren Betrag auf null.
- Erstelle die erste Ratenrechnung über CHF 1'200.00, mit einem klaren Vermerk: «Rate 1/4 gemäss Schuldanerkennung vom Datum, ursprüngliche Rechnung Nr. 2026-0142».
- Kopiere die Rechnung für die nächste Rate: Die Kopie übernimmt den Inhalt mit einem um einen Monat verschobenen Datum, was zu einem monatlichen Plan passt. Pass den Vermerk an («2/4») und prüfe das Datum.
- Markiere jede Rechnung als bezahlt, sobald das Geld eingeht. Die Raten, die noch auf Zahlung warten, bleiben mit ihrem Datum in deiner Rechnungsliste sichtbar: Die fehlende fällt sofort auf.
Der Vorteil: Jede Rate hat ihre eigene QR-Rechnung mit dem genauen Betrag und ihrer eigenen Referenz. Der Kunde muss nur scannen. Bist du mehrwertsteuerpflichtig, können Gutschrift und neue Rechnungen in unterschiedliche Abrechnungsperioden fallen: Sprich dich mit deiner Treuhand ab, wenn du unsicher bist.
Methode B: Teilzahlungen auf der ursprünglichen Rechnung
Du lässt die ursprüngliche Rechnung, wie sie ist, und erfasst jede Zahlung des Kunden als Teilzahlung auf dieser Rechnung (der Kunde überweist jeden vereinbarten Betrag mit der Rechnungsnummer). Magic Heidi zeigt dir den bereits bezahlten Betrag im Verhältnis zum Total und den offenen Restbetrag. Keine Gutschrift, keine neue Rechnung, kein Risiko doppelter Erfassung. Das ist die einfachste Methode, wenn die ursprüngliche Rechnung bereits in deiner Buchhaltung ist.
Magic Heidi hat keine automatische «Zahlungsplan»-Funktion: Du behältst jede Rate selbst im Griff, mit den normalen Rechnungswerkzeugen.
Verwalte deine Raten ohne zusätzliche Tabelle. Mit dem Schweizer Rechnungsprogramm Magic Heidi erstellst du QR-Rechnungen, Gutschriften und Mahnungen am selben Ort. Teste es gratis.
Und wenn eine Rate ausbleibt? Schick eine kurze, datierte Zahlungserinnerung, halte schriftlich fest, dass die Verfallklausel greift und der Restbetrag fällig ist, und leite dann die Betreibung ein.
Wenn der Kunde trotzdem nicht zahlt: Betreibung und provisorische Rechtsöffnung
Mit einer unterschriebenen Schuldanerkennung ist der weitere Weg klar vorgezeichnet:
- Betreibungsbegehren beim Betreibungsamt am Wohnsitz oder Sitz des Schuldners. Bei einer Forderung über CHF 1'000 bis CHF 10'000 beträgt die Gebühr für den Zahlungsbefehl CHF 60, plus CHF 7 pro Zustellungsversuch (Art. 16 GebV SchKG).
- Rechtsvorschlag: Der Kunde kann mündlich oder schriftlich Rechtsvorschlag erheben, sofort bei der Zustellung oder innert 10 Tagen (Art. 74 SchKG).
- Gesuch um provisorische Rechtsöffnung beim Gericht, mit dem unterschriebenen Original der Schuldanerkennung. Bei einem Streitwert über CHF 1'000 bis CHF 10'000 beträgt die Gebühr CHF 50 bis CHF 300 (Art. 48 GebV SchKG).
- Aberkennungsklage: Nach der provisorischen Rechtsöffnung hat der Schuldner 20 Tage, um Klage zu erheben (Art. 83 Abs. 2 SchKG). Tut er das nicht, wird die Rechtsöffnung definitiv.
- Fortsetzung der Betreibung: Das Recht, sie zu verlangen, erlischt ein Jahr nach Zustellung des Zahlungsbefehls; während des Rechtsöffnungsverfahrens steht diese Frist still (Art. 88 Abs. 2 SchKG).
Die Betreibungskosten schiesst du vor, das Gesetz auferlegt sie aber dem Schuldner (Art. 68 SchKG). Die Kosten der Rechtsöffnung verteilt das Gericht, grundsätzlich zulasten der unterliegenden Partei.
Das detaillierte Verfahren Schritt für Schritt findest du in unserem Guide zur provisorischen Rechtsöffnung nach einem Rechtsvorschlag.
Wie du das Betreibungsbegehren selbst stellst, zeigt dir der Guide Betreibung einleiten.
Zurück zu Léa (fiktives Beispiel). Ihr Kunde zahlt die ersten zwei Raten von CHF 1'200.00, dann nichts mehr. Zehn Tage nach dem dritten Termin erinnert Léa ihn schriftlich an die unbezahlte Rate von CHF 1'200.00.
Keine Antwort: Sie leitet für diese fällige Rate die Betreibung ein, der Kunde erhebt Rechtsvorschlag. Léa reicht ihr Gesuch um provisorische Rechtsöffnung mit dem unterschriebenen Original ein. Auf die Verfallklausel setzt sie nicht: Deren Wirkung vor Gericht hängt von der Formulierung und vom Fall ab.
Der Kunde bringt keinen Zahlungsbeleg, und die Rechtsöffnung wird erteilt. Sie hat CHF 60 für den Zahlungsbefehl vorgeschossen (Forderung von CHF 1'200.00), dazu die Zustellungskosten und die Gerichtsgebühr; weil der Kunde unterliegt, werden ihm diese Kosten auferlegt. Bleibt auch die letzte Rate unbezahlt, kann sie gleich vorgehen.
Und wenn dein Kunde gar nichts anerkennt? Dann ist dieses Dokument nicht der richtige Schritt. Beginne mit einer klaren Zahlungserinnerung, dann einer formellen Mahnung bei einer unbezahlten Rechnung, und stell dich auf eine Betreibung ohne Titel ein.
Schuldanerkennung: französische, Québecer und Schweizer Vorlagen
Die Gratisvorlagen, die bei Google in französischer Sprache oben stehen, stammen oft aus Frankreich oder Québec. Sie sind nicht falsch, sie beruhen einfach auf einem anderen Recht.
| Punkt | Französische Vorlagen | Schweizer Recht |
|---|---|---|
| Angabe des Betrags | Französischer Code civil (Art. 1376): Als Beweis muss die Urkunde die Unterschrift des Schuldners und den von ihm selbst in Worten und Ziffern geschriebenen Betrag tragen | Keine solche Regel. Der Betrag muss bestimmt oder leicht bestimmbar sein; die Unterschrift muss eigenhändig oder qualifiziert elektronisch sein (Art. 14 OR). |
| Notar | Nicht obligatorisch | Nicht obligatorisch. Die vollstreckbare öffentliche Urkunde gibt die definitive Rechtsöffnung (Art. 80 SchKG). |
| Wirkung in der Betreibung | Das SchKG gilt nicht | Titel für die provisorische Rechtsöffnung (Art. 82 SchKG) |
Vorlagen aus Québec beruhen auf dem Code civil du Québec und kennen die provisorische Rechtsöffnung ebenso wenig. Für eine Schweizer Forderung nimmst du eine Schweizer Vorlage.
Fazit: Lass unterschreiben, bevor sich der Verzug festsetzt
Eine Schuldanerkennung ist eine Seite zum Ausfüllen und eine Unterschrift, die du einholen musst. Dafür wird aus einem Versprechen am Telefon ein Titel für die provisorische Rechtsöffnung.
Hat dich dein Kunde diese Woche angerufen und um mehr Zeit gebeten, schick ihm die Vorlage noch heute. Kunden mit gutem Willen unterschreiben ohne Weiteres, und wer sich weigert, sagt dir damit etwas Nützliches.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Bei einem hohen Betrag oder einer bestrittenen Forderung wende dich an eine Anwältin, einen Anwalt oder eine Rechtsberatungsstelle. Quellen: SchKG, OR, ZPO und GebV SchKG auf fedlex.admin.ch; Urteile des Bundesgerichts 5A_65/2020 und 5A_227/2021. Stand: November 2026.