Factoring in der Schweiz: schneller an Ihr Geld — oder doch nicht nötig?
Factoring Schweiz: Kosten von 1–3%, echte vs. unechte Varianten und wann sich Factoring für Selbstständige wirklich lohnt — mit CHF-Beispielen.
Founder of Magic Heidi
Sie haben die Rechnung geschrieben, die Arbeit ist geliefert — und das Geld kommt erst in 60 Tagen? Genau hier setzt Factoring an: Sie verkaufen Ihre offenen Forderungen an einen Factor und erhalten das Geld innerhalb weniger Tage, statt Wochen zu warten. Klingt verlockend, hat aber einen Preis.
Die kurze, ehrliche Antwort vorweg: Für die meisten Schweizer Selbstständigen und Einzelfirmen lohnt sich Factoring nicht. Die Kosten von 1–3% des Umsatzes fressen bei kleinen Margen den Gewinn auf, und ein sauberer Rechnungs- und Mahnprozess löst die meisten Cashflow-Lücken gratis. Sinnvoll wird Factoring vor allem im B2B mit langen Zahlungszielen von 60–90 Tagen oder als Wachstumsfinanzierung ohne zusätzliche Kreditlinie.
Dieser Artikel nimmt Factoring Schweiz unter die Lupe: wie echter und unechter Forderungsverkauf funktioniert, was Anbieter wie Svea Finans oder GF Instakass kosten, wie Sie das Ganze buchen und versteuern — und wo die Grenze liegt, ab der ein gutes Mahnwesen die bessere Wahl ist.
Meist lohnt es sich nicht
Für Einzelfirmen und Freelancer mit 14–30 Tagen Zahlungsziel ist Factoring meist zu teuer. Automatisierte Zahlungserinnerungen und eine saubere QR-Rechnung schliessen die Lücke billiger.
Sinnvoll ab 60–90 Tagen Zahlungsziel
B2B mit langen Zahlungszielen, saisonale Geschäfte oder Wachstum ohne Bankkredit: Hier kann Factoring CHF 50'000.00 und mehr an gebundener Liquidität freisetzen.
Forderungsverkauf, kein Umsatz
Das Geld vom Factor ist kein Erlös, sondern ein Forderungsverkauf. Die MWST bleibt bei Ihnen — verrechnet wird sie mit der Originalrechnung, nicht mit dem Factoringerlös.
Echtes vs. unechtes Factoring
Beim echten (non-recourse) Factoring trägt der Factor das Ausfallrisiko — teurer. Beim unechten (recourse) kommt die Forderung bei Nichtzahlung an Sie zurück.
