Rechnung ohne MWST Schweiz
Nicht jedes Unternehmen in der Schweiz muss Mehrwertsteuer abrechnen. Unter der Schwelle von CHF 100'000 Jahresumsatz kannst du Rechnungen ohne MWST ausstellen — aber das heisst nicht, dass sie formlos sind. QR-Rechnung, Leistungsbeschreibung und klare Hinweise auf die MWST-Befreiung bleiben Pflicht. Dieser Guide zeigt, wann eine rechnung ohne mwst schweiz zulässig ist, was darauf stehen muss und wann sich die freiwillige Registrierung trotzdem lohnt.

Warum eine Rechnung ohne MWST nicht automatisch eine einfache Rechnung ist
CHF 100'000 Umsatzschwelle für MWST-Pflicht, freiwillige Registrierung darunter mit Vorsteuerabzug-Vorteil, Reverse-Charge-Verfahren für internationale Kunden und sieben Pflichtelemente nach Art. 26 MWSTV — wer hier falsch liegt, riskiert Nachforderungen der ESTV, abgelehnte Vorsteuerabzüge beim Kunden und Rechnungen, die rechtlich nicht tragfähig sind.
CHF 100'000 Umsatzschwelle
Unter CHF 100'000 Jahresumsatz keine MWST-Pflicht — aber ab dem ersten Franken darüber wird die Registrierung obligatorischFreiwillige Registrierung lohnt sich oft
{ "Auch unter der Schwelle": "Vorsteuerabzug auf Material, Software, Fahrzeug — häufig höher als die geschuldete MWST" }Reverse Charge bei Auslandskunden
{ "Dienstleistungen an ausländische B2B-Kunden": "MWST-Verlagerung, Empfänger versteuert selbst — aber korrekter Vermerk auf der Rechnung ist Pflicht" }7 Pflichtelemente auch ohne MWST
QR-Rechnung, Leistungsbeschreibung, Datum — die meisten formalen Anforderungen gelten auch für nicht-mwst-pflichtige UnternehmenKey Takeaways — Rechnung ohne MWST Schweiz
- CHF 100'000 Umsatzschwelle: Unter dieser Grenze pro Jahr bist du nicht MWST-pflichtig. Darüber wird die Registrierung bei der ESTV obligatorisch.
- Freiwillige Registrierung: Auch unter der Schwelle kannst du dich freiwillig registrieren lassen — und in vielen Fällen lohnt sich das wegen des Vorsteuerabzugs.
- Rechnung ohne MWST ist nicht formlos: QR-Rechnung, sieben Pflichtelemente nach Art. 26 MWSTV und ein klarer Hinweis auf die MWST-Befreiung bleiben erforderlich.
- Reverse Charge bei Auslandskunden: Dienstleistungen an ausländische Unternehmen (B2B) können ohne Schweizer MWST fakturiert werden — mit korrektem Vermerk.
- Kein Vorsteuerabzug ohne MWST-Nummer: Wer nicht registriert ist, kann auch keine Vorsteuer geltend machen — das ist der entscheidende Nachteil.
- AHV/IV/EO ist separat: Die Ausgleichskasse hat keine Umsatzschwelle — du meldest dich ab dem ersten Franken an.
Nicht jedes Unternehmen in der Schweiz muss Mehrwertsteuer abrechnen. Unter der Schwelle von CHF 100'000 Jahresumsatz kannst du rechnung ohne mwst schweiz ausstellen — aber das heisst nicht, dass sie formlos sind. QR-Rechnung, Leistungsbeschreibung und ein klarer Hinweis auf die MWST-Befreiung bleiben Pflicht. Dieser Guide zeigt, wann eine Rechnung ohne MWST zulässig ist, was darauf stehen muss und wann sich die freiwillige Registrierung trotz der Mehrwertsteuer-Pflicht wirtschaftlich lohnt.
Die Situation ist ein Klassiker: Du startest nebenberuflich selbständig oder als Kleinunternehmung, nimmst die ersten Aufträge an, stellst Rechnungen aus — und fragst dich, ob die MWST-Pflicht für dich gilt. Die Antwort lautet: wahrscheinlich nein, solange dein Umsatz unter CHF 100'000 pro Jahr bleibt. Aber es gibt Stolpersteine: Was passiert, wenn du im Laufe des Jahres die Schwelle erreichst? Was, wenn du Kunden im EU-Ausland hast? Und was, wenn du teures Material einkaufst und die Vorsteuer nicht zurückholen kannst, weil du nicht registriert bist?
Die CHF 100'000 Schwelle — ab wann wird MWST Pflicht?
Die rechnung ohne mwst schweiz ist zulässig, solange dein jährlicher Umsatz die Umsatzgrenze von CHF 100'000 nicht erreicht. Diese Grenze ist in Art. 10 Abs. 2 Bst. a des Mehrwertsteuergesetzes (MWSTG) festgelegt. Die Regel ist klar:
- Unter CHF 100'000 pro Jahr: Keine MWST-Pflicht. Du kannst Rechnungen ohne MWST ausstellen und brauchst keine MWST-Nummer.
- Ab CHF 100'000 pro Jahr: MWST-Pflicht. Du musst dich bei der ESTV registrieren, die MWST-Abrechnung einreichen und eine MWST-Nummer auf der Rechnung angeben.
- Die Schwelle gilt pro Steuerperiode (Kalenderjahr) und wird anhand des weltweiten Umsatzes aus steuerbaren Leistungen berechnet.
Wichtig: Die CHF 100'000 sind keine Bagatellgrenze, die du einfach überschreiten und dann ignorieren kannst. Sobald absehbar ist, dass du die Grenze im laufenden Jahr erreichst — zum Beispiel weil du einen Grossauftrag an Land gezogen hast — musst du dich innert 30 Tagen bei der ESTV anmelden. Die Frist beginnt am Tag, an dem du weisst (oder vernünftigerweise wissen musstest), dass die Grenze überschritten wird.
Praxisbeispiel: Anna ist selbstständige Grafikerin in Bern. Sie hat 2025 einen Umsatz von CHF 72'000 erzielt — klar unter der Schwelle. Im März 2026 unterschreibt sie einen Rahmenvertrag mit einer Agentur, der ihr allein für 2026 zusätzliche CHF 60'000 einbringt. Zusammen mit ihren anderen Kunden wird sie 2026 voraussichtlich CHF 115'000 umsetzen. Anna muss sich innert 30 Tagen nach Vertragsunterschrift bei der ESTV registrieren — nicht erst am Ende des Jahres, wenn die CHF 100'000 effektiv erreicht sind.
Was gilt als Umsatz für die Schwelle?
Für die rechnung ohne mwst schweiz ist entscheidend, was als Umsatz zählt. Die ESTV berechnet die Schwelle anhand der steuerbaren Lieferungen und Leistungen im Inland und Ausland. Nicht dazugehören:
- Kapitalerträge wie Dividenden oder Zinsen
- Beiträge aus der AHV/IV/EO, die du als Arbeitnehmer erhältst
- Leistungen, die du als Arbeitnehmer aus einem fremden Betrieb erhältst (sogenannte unselbstständige Nebentätigkeit)
- Einnahmen aus Liegenschaftsverkauf (ausser du bist gewerbliche Grundstückhändlerin)
Was dazugehört: alle Einnahmen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit, egal ob du sie als Einzelunternehmung, GmbH oder AG generierst. Auch nicht steuerbare Leistungen (z. B. Auslandsumsätze, die nicht der Schweizer MWST unterliegen) zählen zur Schwelle, da das MWSTG auf den weltweiten Umsatz abstellt.
Mini-Story: Thomas, ein Webdesigner in Zürich, war überzeugt, dass er die Schwelle nicht erreichte. Er rechnete nur mit seinen Schweizer Kunden — CHF 85'000 im Jahr. Was er vergass: Seine Kunden in Deutschland und Österreich brachten weitere CHF 25'000. Gesamtumsatz: CHF 110'000. Die ESTV wurde durch eine Vorsteuerprüfung beim deutschen Kunden aufmerksam und forderte MWST für die letzten zwei Jahre nach — plus Zinsen. Thomas hätte sich freiwillig registrieren und den Vorsteuerabzug geltend machen sollen. Das hätte ihm mehrere tausend Franken an Software-, Hardware- und Fahrzeugkosten zurückgebracht.
Freiwillige MWST-Registrierung — lohnt sie sich unter der Schwelle?
Die kurze Antwort: häufig ja. Die längere Antwort hängt davon ab, wie viel Vorsteuer du geltend machen kannst.
Die freiwillige Registrierung unter der CHF 100'000 Schwelle ist in Art. 11 MWSTG geregelt. Sie erlaubt es dir, dich bei der ESTV anzumelden, auch wenn du nicht dazu verpflichtet bist. Sobald du registriert bist:
- Du weisst MWST auf deinen Rechnungen aus (8.1% oder 2.6% je nach Leistungsart).
- Du kannst Vorsteuer geltend machen auf allen geschäftlichen Ausgaben — Software, Hardware, Material, Fahrzeug, Reisekosten, Büromiete.
- Du musst eine MWST-Abrechnung einreichen (quartalsweise oder jährlich, je nach Umsatz).
Die Frage, ob sich das lohnt, ist eine einfache Rechnung:
| Situation | MWST zu bezahlen | Vorsteuer zurückerhalten | Netto-Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Umsatz CHF 60'000, keine Materialkosten | CHF 0 (nicht registriert) | CHF 0 | CHF 0 |
| Umsatz CHF 60'000, CHF 8'000 Vorsteuer | CHF ~4'860 (8.1% auf 60'000) | CHF 8'000 | +CHF 3'140 |
| Umsatz CHF 40'000, CHF 2'000 Vorsteuer | CHF ~3'240 (8.1% auf 40'000) | CHF 2'000 | −CHF 1'240 |
Die Faustregel: Je materialintensiver dein Business, desto eher lohnt sich die freiwillige Registrierung. Ein Freelancer, der nur seine Zeit verkauft und wenig Ausgaben hat, profitiert weniger. Ein Handwerker, der viel Material einkauft, profitiert stark.
Wichtig: Die freiwillige Registrierung ist eine einmalige Entscheidung. Du kannst sie nicht jeden Monat umschalten. Die ESTV erwartet, dass du mindestens 12 Monate registriert bleibst, bevor du dich wieder abmeldest. Bei der Abmeldung prüft die ESTV, ob sich ein Saldo zu deinen Gunsten oder zu Ungunsten ergibt.
Vorsteuerabzug — was kannst du zurückholen?
Wenn du eine rechnung ohne mwst schweiz ausstellst, verzichtest du auf den Vorsteuerabzug. Das betrifft typische Selbstständige wie folgt:
- Software & Abos: Adobe Creative Cloud, Microsoft 365, Projektmanagement-Tools — alles mit 8.1% MWST, die du bei Registrierung zurückholst.
- Hardware: Laptop, Monitor, Drucker — ebenfalls 8.1% MWST.
- Fahrzeug: Kauf, Leasing, Benzin, Service, Versicherung — anteilig geschäftlich genutzt.
- Büromiete: 8.1% MWST auf die Monatsmiete.
- Reisekosten: Zug, Flug, Hotel — sofern geschäftlich.
- Material: Werbezettel, Druck, Verpackung, Werkzeug.
Ein Solo-Freelancer mit CHF 70'000 Umsatz und CHF 12'000 Geschäftsausgaben zahlt ohne Registrierung keine MWST, verzichtet aber auf CHF ~972 Vorsteuer pro Jahr. Gegen die MWST von CHF ~5'670 (8.1% auf 70'000) ergibt das eine Nettobelastung von CHF ~4'698 — die freiwillige Registrierung kostet ihn also Geld. Anders bei einem Fotografen, der CHF 70'000 Umsatz macht, aber CHF 25'000 in Ausrüstung, Requisiten und Druckerei investiert: Da ist die Vorsteuer von CHF ~2'025 höher als die MWST-Belastung, und er bekommt Geld zurück.
Wie sieht eine Rechnung ohne MWST aus?
Eine rechnung ohne mwst schweiz unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von einer MWST-pflichtigen Rechnung: keine MWST-Zeile, keine MWST-Nummer. Aber das heisst nicht, dass sie formlos ist. Eine gute Rechnungsvorlage hilft dir, alle Pflichtelemente zu treffen. Die folgenden Elemente bleiben auch ohne MWST-Pflicht erforderlich:
Pflichtelemente ohne MWST-Nummer
- Vollständiger Name und Adresse des Rechnungsstellers (deine Firma).
- Vollständiger Name und Adresse des Rechnungsempfängers (dein Kunde).
- Rechnungsdatum — der Ausstellungsstag.
- Eindeutige Rechnungsnummer — fortlaufend, ohne Lücken.
- Art und Umfang der Leistung — konkret, nicht nur "Dienstleistung".
- Gesamtbetrag in CHF — ohne MWST-Ausweisung.
- Hinweis auf MWST-Befreiung — optional, aber empfohlen.
Der Hinweis auf die Befreiung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend empfohlen, damit der Kunde nicht nach einer MWST-Nummer sucht und die Rechnung moniert. Typische Formulierungen:
- "Mehrwertsteuer nicht ausgewiesen: Unternehmen ist nicht MWST-pflichtig (Umsatz unter CHF 100'000 gemäss Art. 10 MWSTG)."
- "Gemäss Art. 10 Abs. 2 MWSTG besteht keine MWST-Pflicht. Der Betrag ist ein Nettobetrag ohne MWST-Ausweisung."
- "Keine MWST gemäss Art. 10 MWSTG — Umsatz unter CHF 100'000."
QR-Rechnung bleibt Pflicht — auch ohne MWST
Die QR-Rechnung ist seit dem 1. Oktober 2022 für alle in der Schweiz ausgestellten Rechnungen obligatorisch — unabhängig davon, ob du MWST-pflichtig bist oder nicht. Die alten roten und orangen Einzahlungsscheine (ESR/BESE) wurden abgeschafft. Das bedeutet:
- Jede rechnung ohne mwst schweiz braucht einen QR-Zahlteil mit Schweizer QR-Code.
- Du brauchst eine QR-IBAN (mit der QR-IID 30000–31999) oder eine normale IBAN mit QR-Referenz.
- Der QR-Code enthält den Zahlungsempfänger, IBAN, Referenz, Betrag und Währung.
- Der Empfangsschein ist Teil des QR-Zahlteils und wird vom Kunden abgetrennt.
Dies gilt auch für Kleinunternehmer, die noch nie MWST abgerechnet haben. Die QR-Rechnung ist eine Zahlungsstandardisierung, keine Steuerpflicht.
Mini-Story: Claudio, ein Übersetzer in Lugano, hat nie MWST abgerechnet — sein Umsatz liegt bei CHF 45'000. Er verschickte 2024 weiterhin Rechnungen mit einer einfachen IBAN-Zeile, ohne QR-Code. Seine Hauptkundin, eine grosse Versicherung, schickte die Rechnungen zurück mit dem Hinweis: "Bitte QR-Rechnung verwenden, sonst dauert die Zahlung 2 Wochen länger." Claudio hatte die CHF 4'500-Rechnung für eine Übersetzungsreihe extra schnell erstellen wollen — und erhielt sein Geld erst drei Wochen später.
Reverse Charge — Rechnungen ohne MWST an ausländische Kunden
Die rechnung ohne mwst schweiz hat eine zweite wichtige Variante: Reverse Charge ( shift der Steuerschuld). Wenn du Dienstleistungen an ausländische B2B-Kunden erbringst, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen ohne Schweizer MWST fakturieren — obwohl du MWST-pflichtig bist.
Wann gilt Reverse Charge?
Reverse Charge greift, wenn:
- Der Empfänger ein Unternehmen im Ausland ist (B2B, nicht Privatpersonen).
- Die Leistung ist nicht von der Befreiung nach Art. 21 MWSTG erfasst (also steuerbar).
- Der Empfänger sitzt in einem Land, das die Schweizer MWST-Anmeldung anerkennt (EU, EWR, etc.).
Die umgekehrte Steuerpflicht bedeutet: Du stellst die Rechnung ohne MWST aus, der Empfänger versteuert die Leistung in seinem Land selbst. Auf der Rechnung muss ein korrekter Hinweis stehen:
- "Reverse Charge gemäss Art. 74 MWSTG — Steuerschuld geht an den Leistungsempfänger über."
- "Mehrwertsteuer wird nach dem Reverse-Charge-Verfahren abgewickelt; Steuerschuldnerschaft verlagert auf den Empfänger (Art. 74 MWSTG)."
- Auf englisch: "Reverse charge — VAT shifted to recipient under Swiss VAT Act Art. 74."
Praxisbeispiel: Eine Zürcher IT-Beraterin berät ein Unternehmen in München. Sie ist in der Schweiz MWST-pflichtig, fakturiert die Dienstleistung aber ohne Schweizer MWST mit Reverse-Charge-Vermerk. Das deutsche Unternehmen versteuert die Leistung in Deutschland (intra-Community acquisition / reverse charge im EU-Recht).
Wann greift Reverse Charge NICHT?
Reverse Charge greift nicht bei:
- Privatkunden (B2C) im Ausland: Hier musst du grundsätzlich Schweizer MWST abrechnen, wenn die Leistung der Schweizer MWST unterliegt (Ausnahme: bestimmte digitale Dienstleistungen, die unter die Mini-One-Stop-Shop-Regel fallen).
- Dienstleistungen, die am Sitz des Empfängers erbracht werden — hier gilt das Bestimmungslandprinzip, nicht der reverse charge.
Reverse Charge vs. Befreiung — nicht verwechseln
Reverse Charge ist keine MWST-Befreiung im Sinne von Art. 21 MWSTG (wie sie für Medizin, Bildung oder Kultur gilt). Bei einer Befreiung ist die Leistung steuerfrei, es gibt keine Steuerschuld. Bei Reverse Charge ist die Leistung steuerbar, aber die Steuerschuldnerschaft wird verlagert — der Empfänger muss versteuern.
Die rechnung ohne mwst schweiz via Reverse Charge muss daher anders aussehen als eine Rechnung, die MWST-befreit ist. Typische Formulierung:
- Reverse Charge: "Reverse Charge — Steuerschuldnerschaft geht gemäss Art. 74 MWSTG an den Empfänger über."
- Befreiung: "Gemäss Art. 21 Abs. 2 Ziff. XX MWSTG von der MWST befreit."
MWST-Befreiung vs. Rechnung ohne MWST — zwei verschiedene Dinge
Nicht jede rechnung ohne mwst schweiz beruht auf demselben Grund. Es gibt drei völlig unterschiedliche Konstellationen, die zu einer Rechnung ohne MWST führen:
1. Nicht MWST-pflichtig (Art. 10 MWSTG)
Du bist nicht MWST-pflichtig, weil dein Umsatz unter CHF 100'000 liegt. Du kannst keine MWST ausweisen, keine Vorsteuer geltend machen. Die Rechnung enthält keinen MWST-Betrag, keine MWST-Nummer und idealerweise einen Hinweis auf die Befreiung nach Art. 10 MWSTG.
2. MWST-Befreiung (Art. 21 MWSTG)
Du bist MWST-pflichtig, aber die konkrete Leistung fällt unter eine Steuerbefreiung nach Art. 21 MWSTG. Das betrifft:
- Medizinische Leistungen von Ärzten, Zahnärzten, Physiotherapeuten
- Bildungsleistungen an anerkannten Schulen
- Kulturleistungen (Theater, Konzerte, Museen)
- Krankenversicherung und Sozialversicherung
- Bestimmte Finanzdienstleistungen
- Verkauf von Liegenschaften (ausser gewerblicher Grundstückhandel)
Du hast eine MWST-Nummer, weist aber auf der konkreten Rechnung keine MWST aus, sondern vermerkst: "Gemäss Art. 21 Abs. 2 Ziff. XX MWSTG von der MWST befreit."
3. Reverse Charge (Art. 74 MWSTG)
Du bist MWST-pflichtig, fakturierst aber an einen ausländischen B2B-Kunden ohne MWST. Steuerschuldnerschaft geht über. Siehe oben.
| Konstellation | MWST-Nummer auf Rechnung? | MWST-Betrag? | Hinweis? |
|---|---|---|---|
| Nicht MWST-pflichtig (Art. 10) | Nein | Nein | Empfohlen: "nicht MWST-pflichtig nach Art. 10 MWSTG" |
| MWST-befreit (Art. 21) | Ja | Nein | Pflicht: "Gemäss Art. 21 Abs. 2 Ziff. XX MWSTG von der MWST befreit" |
| Reverse Charge (Art. 74) | Ja | Nein | Pflicht: "Reverse Charge — Steuerschuldnerschaft an Empfänger übertragen" |
Wer diese drei Konstellationen verwechselt, macht Fehler: z. B. MWST ausweisen, obwohl die Leistung befreit ist (→ zu viel Steuern bezahlt), oder keinen Reverse-Charge-Vermerk setzen, obwohl der Kunde im Ausland sitzt (→ ESTV fordert MWST nach).
Kopierfertige Vorlage — Rechnung ohne MWST Schweiz
Hier ist eine kopierfertige Vorlage für eine rechnung ohne mwst schweiz (nicht MWST-pflichtig nach Art. 10 MWSTG). Du kannst sie in dein Textprogramm oder dein Rechnungstool übernehmen:
─────────────────────────────────────────────────────────────
[Dein Firmenname]
[Strasse Nr.]
[PLZ Ort]
[Telefon] | [E-Mail] | [Website]
RECHNUNG Nr. 2026-017
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Rechnungsdatum: 15. Juli 2026
Kundennummer: K-0042
Rechnung an:
[Name des Kunden / Firma]
[Strasse Nr.]
[PLZ Ort]
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Position Datum Menge Preis Betrag
─────────────────────────────────────────────────────────────
Webdesign Konzept 10.07.2026 8 h 140 1'120
HTML/CSS Umsetzung 12.07.2026 12 h 140 1'680
Responsive Test 14.07.2026 3 h 140 420
─────────────────────────────────────────────────────────────
Gesamtbetrag: CHF 3'220
─────────────────────────────────────────────────────────────
Mehrwertsteuer nicht ausgewiesen:
Unternehmen ist nicht MWST-pflichtig
(Umsatz unter CHF 100'000 gem. Art. 10 MWSTG).
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Zahlungsbedingungen:
- Zahlbar innerhalb von 30 Tagen
- Zahlung per QR-Rechnung (QR-Code unten)
Bankverbindung:
[QR-IBAN: CHxx 3000 xxxx xxxx xxxx x]
[QR-Referenz: 27-stellige Nummer]
─────────────────────────────────────────────────────────────
[QR-Zahlteil mit Schweizer QR-Code]
─────────────────────────────────────────────────────────────
Danke für Ihren Auftrag!
[Dein Firmenname]
[Dein Name]
─────────────────────────────────────────────────────────────
Diese Vorlage enthält alle Pflichtelemente für eine rechnung ohne mwst schweiz:
- Name und Adresse des Rechnungsstellers und Empfängers
- Rechnungsdatum und fortlaufende Rechnungsnummer
- Art und Umfang der Leistung (detaillierte Positionen)
- Gesamtbetrag in CHF
- Hinweis auf MWST-Befreiung nach Art. 10 MWSTG
- QR-Zahlteil mit QR-IBAN und QR-Referenz
Anpassung für Reverse Charge: Wenn du MWST-pflichtig bist und an einen ausländischen B2B-Kunden fakturierst, ersetze den MWST-Hinweis durch: "Reverse Charge — Steuerschuldnerschaft gemäss Art. 74 MWSTG an den Leistungsempfänger übertragen." und ergänze deine MWST-Nummer.
Schweizer Compliance
ohne MWST-Overhead
Magic Heidi erledigt die Schweizer Eigenheiten automatisch — QR-Rechnung auch ohne MWST-Nummer, optionale MWST-Ausweisung wenn du dich registrierst, Wechsel zwischen MWST-pflichtig und nicht-pflichtig mit einem Klick.
Schweizer QR-Code wird automatisch generiert — auch wenn du keine MWST-Nummer hast und keine MWST ausweist
Freiwillig registriert? MWST-Feld aktivieren — und wieder deaktivieren, falls du es dir anders überlegst
Ausgaben mit MWST erfassen — sobald du dich registrierst, ist der Vorsteuer-Abzug bereit
Ausländische B2B-Kunden? Ein Klick setzt den korrekten Reverse-Charge-Hinweis nach Art. 74 MWSTG
Wie Magic Heidi die Rechnung ohne MWST vereinfacht
Die rechnung ohne mwst schweiz ist eine Standard-Situation für Solo-Freelancer und Kleinunternehmungen. Die meisten Schweizer Rechnungs-Tools sind aber auf MWST-pflichtige Unternehmen ausgelegt — mit komplizierten MWST-Kontenplänen, Steuercode-Logik und Abrechnungsformularen, die du als Kleinunternehmer nicht brauchst.
bexio — krass overkill für Solo-Freelancer
bexio kostet ab CHF 52/Monat und ist auf Kleinunternehmen mit Lager, Personal, MWST-Kontenplan und Online-Shop ausgerichtet. Solo-Freelancer, die gerade erst starten und noch nicht MWST-pflichtig sind, brauchen davon wenig. Die MWST-Funktionen, die bexio anbietet, sind für Grossunternehmen gedacht — nicht für jemanden, der drei Rechnungen pro Monat ausstellt.
Billify — generisches Rechnungs-Tool
Billify ist solide, aber als generisches Rechnungs-Tool gebaut. Es deckt die Basics, aber die Schweizer Eigenheiten — QR-Rechnung ohne MWST, Reverse-Charge-Vermerk, Wechsel zwischen nicht-pflichtig und freiwillig registriert — sind nicht tief integriert.
Magic Heidi — CHF 25–39/Monat, QR-Rechnung auch ohne MWST
Magic Heidi ist das Schweizer Tool für Solo-Freelancer und Kleinstunternehmen:
- CHF 25–39/Monat — die Hälfte von bexio, ohne Funktionen, die du nicht brauchst.
- QR-Rechnung nativ: Schweizer QR-Code wird automatisch aus deiner QR-IBAN und QR-Referenz generiert — auch wenn du keine MWST ausweist.
- MWST an- und ausschalten: Du bist nicht MWST-pflichtig? MWST-Feld deaktivieren. Registrierst du dich freiwillig? MWST-Feld mit einem Klick aktivieren — 8.1% oder 2.6% voreingestellt, MWST-Nummer hinterlegt.
- Reverse-Charge-Vermerk: Ausländische B2B-Kunden? Ein Klick fügt den korrekten Reverse-Charge-Hinweis nach Art. 74 MWSTG hinzu.
- Vorsteuer-Tracking: Ausgaben erfassen mit MWST — sobald du dich registrierst, ist der Vorsteuerabzug bereit.
- Mobile-first: Rechnung in 30 Sekunden vom Smartphone. Du stehst im Co-Working, öffnest die App, wählst Kunde, gibst Betrag ein, schickst per E-Mail. Der QR-Zahlteil ist drauf.
Mini-Story: Yves, ein Solo-Berater in Lausanne, hat 2025 mit seiner Selbstständigkeit gestartet. Er war nicht MWST-pflichtig — Umsatz CHF 55'000. Er hat die ersten Rechnungen mit Word erstellt und die QR-Rechnung von einem Online-Generator zusammengebaut. Das war umständlich: IBAN copy-pasten, QR-Code generieren, in das Word-Dokument einfügen, hoffen, dass die Referenz stimmte. Mit Magic Heidi hat er das MWST-Feld deaktiviert (kein MWST-Ausweis), den Kunden ausgewählt, die Stunden eingetragen und auf "Senden" getippt. QR-Code, QR-IBAN und der Hinweis "nicht MWST-pflichtig nach Art. 10 MWSTG" waren automatisch drauf. Yves' Cashflow verbesserte sich: statt 18 Tagen Wartezeit waren die Zahlungen in 8 Tagen da.
Preise und Details findest du auf der Preisseite. Es gibt keine Mindestlaufzeit, keinen Setup-Joke, keine Add-ons, die erst ab CHF 100/Monat kommen.
FAQ: Rechnung ohne MWST in der Schweiz
Wann darf ich in der Schweiz Rechnungen ohne MWST ausstellen?
Du darfst eine rechnung ohne mwst schweiz ausstellen, solange dein jährlicher weltweiter Umsatz aus steuerbaren Leistungen unter CHF 100'000 liegt (Art. 10 Abs. 2 Bst. a MWSTG). Unter dieser Grenze bist du nicht MWST-pflichtig und weisst auf der Rechnung keine MWST aus. Sobald du die Grenze im laufenden Jahr erreichst oder absehbar erreichst, musst du dich innert 30 Tagen bei der ESTV registrieren und ab dann MWST ausweisen.
Muss ich auf der Rechnung einen Hinweis setzen, dass ich nicht MWST-pflichtig bin?
Ein gesetzlich zwingender Hinweis gibt es nicht, aber er ist dringend empfohlen, damit der Kunde nicht nach einer MWST-Nummer sucht und die Rechnung moniert. Typische Formulierung: "Mehrwertsteuer nicht ausgewiesen: Unternehmen ist nicht MWST-pflichtig (Umsatz unter CHF 100'000 gemäss Art. 10 MWSTG)." Bei MWST-befreiten Leistungen nach Art. 21 MWSTG ist der Hinweis hingegen Pflicht (z. B. "Gemäss Art. 21 Abs. 2 Ziff. XX MWSTG von der MWST befreit").
Was ist Reverse Charge und wann gilt es?
Reverse Charge (umgekehrte Steuerschuldnerschaft) greift, wenn du als Schweizer MWST-pflichtiger Unternehmen eine Dienstleistung an einen ausländischen B2B-Kunden erbringst. Du stellst die Rechnung ohne Schweizer MWST aus, der Empfänger versteuert die Leistung in seinem Land selbst. Auf der Rechnung muss ein korrekter Hinweis stehen: "Reverse Charge — Steuerschuldnerschaft gemäss Art. 74 MWSTG an den Leistungsempfänger übertragen." Reverse Charge gilt nicht bei Privatkunden (B2C) im Ausland.
Brauche ich eine QR-Rechnung, auch wenn ich nicht MWST-pflichtig bin?
Ja. Die QR-Rechnung ist seit dem 1. Oktober 2022 für alle in der Schweiz ausgestellten Rechnungen obligatorisch — unabhängig von der MWST-Pflicht. Die alten roten und orangen Einzahlungsscheine (ESR/BESE) wurden abgeschafft. Jede Rechnung, auch eine rechnung ohne mwst schweiz, braucht einen QR-Zahlteil mit Schweizer QR-Code, QR-IBAN (oder IBAN mit QR-Referenz) und Empfangsschein. Das ist eine Zahlungsstandardisierung, keine Steuerpflicht.
Lohnt sich die freiwillige MWST-Registrierung unter CHF 100'000?
Häufig ja, aber es hängt von deinen Ausgaben ab. Wenn du materialintensiv arbeitest (viel Hardware, Software, Material, Fahrzeug) und hohe Vorsteuerbeträge anfallen, kann die freiwillige Registrierung trotz der zu zahlenden MWST wirtschaftlich vorteilhaft sein. Ein reiner Dienstleister mit wenig Ausgaben verzichtet besser auf die Registrierung, da die MWST-Belastung die Vorsteuer übersteigt. Die Entscheidung ist für mindestens 12 Monate bindend.
Was passiert, wenn ich die CHF 100'000 Schwelle überschreite, ohne mich zu registrieren?
Sobald du weisst (oder vernünftigerweise wissen musstest), dass du die Schwelle im laufenden Jahr überschreitest, musst du dich innert 30 Tagen bei der ESTV registrieren. Versäumst du die Frist, kann die ESTV MWST nachfordern — plus Zinsen und allfällige Strafen. Die ESTV erfährt oft durch Vorsteuerprüfungen bei deinen Kunden von nicht-registrierten Lieferanten. Die Nachforderung kann bis zu 5 Jahre zurückgehen.
Fazit
Die rechnung ohne mwst schweiz ist zulässig, solange dein weltweiter Jahresumsatz unter CHF 100'000 liegt. Das ist die klare Schwelle in Art. 10 Abs. 2 MWSTG — darunter bist du nicht MWST-pflichtig, kannst keine MWST ausweisen und keine Vorsteuer geltend machen. Aber die Rechnung ist damit nicht formlos: QR-Rechnung, sieben Pflichtelemente nach Art. 26 MWSTV und ein empfohlener Hinweis auf die MWST-Befreiung bleiben erforderlich.
Die freiwillige Registrierung unter der Schwelle lohnt sich für materialintensive Geschäfte — wo die Vorsteuer auf Software, Hardware, Fahrzeug und Material die MWST-Belastung übersteigt. Für reine Dienstleister mit wenig Ausgaben ist die Registrierung meistens ein Nachteil. Die Entscheidung gilt für mindestens 12 Monate, also sorgfältig rechnen.
Reverse Charge ist eine dritte Konstellation, die zu einer Rechnung ohne Schweizer MWST führt — nicht zu verwechseln mit der Nicht-Pflichtigkeit und der Befreiung nach Art. 21 MWSTG. Wer ausländische B2B-Kunden hat, muss den korrekten Vermerk nach Art. 74 MWSTG auf die Rechnung setzen.
Wer die Rechnungsstellung outsourcen will, ohne in ein KMU-Tool wie bexio zu investieren, findet in Magic Heidi die schlanke, mobile-first Alternative für CHF 25–39/Monat — mit QR-Rechnung nativ (auch ohne MWST), optionalem MWST-Feld, Reverse-Charge-Vermerk und Vorsteuer-Tracking für den Moment, in dem du dich doch registrierst.
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Quellen: ESTV für MWST-Vorschriften · MWSTG Art. 10, 11, 21, 74, 77 · QR-Rechnung Swiss Implementation Guidelines für QR-Zahlteil-Vorschriften.
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