Medianlohn Schweiz 2026: Angestellte & Selbständige im Vergleich

Was verdienen Angestellte und Selbständige in der Schweiz? Aktuelle BFS-Medianzahlen, Kantonsvergleich, Brutto-Netto-Rechnung und Stundensatz für Freelancer.

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Nathan Ganser

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Der Medianlohn in der Schweiz liegt 2024 bei CHF 7'024 brutto pro Monat (CHF 84'288 pro Jahr) für Angestellte, gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik. Für Selbständige zeigt die BFS-Statistik ein Medianeinkommen von rund CHF 73'000 brutto pro Jahr, was deutlich tiefer wirkt, aber irreführend ist: Selbständige tragen Sozialabgaben und Versicherungen komplett selbst und rechnen oft Privatentnahmen statt Lohn ab.

Key Takeaways

  • Medianlohn Angestellte: CHF 7'024 brutto/Monat (BFS Lohnstrukturerhebung 2024).
  • Medianeinkommen Selbständige: ~CHF 73'000 brutto/Jahr (BFS, Einkommen der Selbstständigerwerbenden).
  • Höchste Kantons-Medianlöhne: Zug, Zürich, Genf. Tiefste: Tessin, Jura, Wallis.
  • Vom Bruttolohn bleiben Angestellten netto ungefähr 80 bis 82 % übrig (Kanton- und familienabhängig).
  • Wer als Selbständige(r) gleich viel netto wie ein Medianlohn-Angestellter haben will, braucht etwa CHF 95'000 bis 115'000 Umsatz pro Jahr.
  • Stundensatz, der dem Medianlohn entspricht: CHF 95 bis 115/h bei 1'000 bis 1'100 fakturierbaren Stunden.

Medianlohn Schweiz 2026 auf einen Blick

Die wichtigsten Zahlen, alle aus der BFS-Lohnstrukturerhebung 2024 (publiziert im Frühjahr 2026):

KennzahlWert 2024Jährlich
Medianlohn Angestellte (Vollzeitäquivalent)CHF 7'024 brutto/MonatCHF 84'288
Durchschnittslohn Angestellte~CHF 7'900 bis 8'300/Monat~CHF 97'000
Medianeinkommen Selbständige~CHF 6'080/Monat~CHF 73'000
Prognostiziertes Lohnwachstum 2026+1,5 bis 1,8 %

Die BFS publiziert die Lohnstrukturerhebung alle zwei Jahre. Bis zur nächsten Erhebung gelten diese Zahlen, mit kleinen jährlichen Anpassungen durch SECO-Prognosen.

Medianlohn vs. Durchschnittslohn: Was ist der Unterschied?

Der Median ist der Wert in der Mitte: die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger. Der Durchschnitt wird durch wenige sehr hohe Einkommen nach oben gezogen. Ein Pharma-CEO mit CHF 5 Mio. Lohn beeinflusst den Durchschnitt stark, den Median dagegen kaum.

Für realistische Lohnvergleiche ist der Median fast immer aussagekräftiger. Wenn jemand sagt "Schweizer verdienen im Schnitt CHF 97'000", ist das technisch korrekt, gibt aber kein Gefühl dafür, was eine typische Person mit nach Hause nimmt. Der Median bei CHF 84'288 trifft die Realität der meisten Angestellten besser.

In den folgenden Sektionen halten wir uns wo immer möglich an den Median.

Lohn nach Kanton: Wo Sie arbeiten, verändert alles

Der Bruttolohn variiert stark nach Kanton, und der Nettolohn nach Abzug der kantonalen Steuern noch stärker. Die folgenden Zahlen sind Median-Bruttolöhne für Vollzeit-Angestellte 2024 (BFS, gerundet):

KantonMedian brutto/MonatLohnniveau
ZugCHF 7'500Höchstes Bruttolohn-Niveau, tiefste Steuern
ZürichCHF 7'400Höchstes Bruttolohn-Niveau, mittlere Steuern
Basel-StadtCHF 7'300Hoch (Pharma-Branche)
GenfCHF 7'250Hoch, aber hohe Lebenskosten
WaadtCHF 6'950Über Schweizer Median
BernCHF 6'850Nahe Schweizer Median
AargauCHF 6'800Nahe Schweizer Median
LuzernCHF 6'600Etwas unter Median
WallisCHF 5'800Deutlich unter Median
JuraCHF 5'600Tief, dafür tiefe Kosten
TessinCHF 5'400Tiefstes Lohnniveau

Die Kanton-Paradoxie: Zug bietet höhere Nettoeinkommen als Genf, obwohl die Bruttolöhne ähnlich sind. Grund sind die deutlich tieferen Kantons- und Gemeindesteuern in der Innerschweiz. Wer rein nach Netto-Kaufkraft schaut, fährt mit Zug, Schwyz oder Nidwalden oft besser als mit Genf oder Lausanne.

Lohn nach Branche & Top-Berufen 2026

Die Branche hat einen grösseren Einfluss auf den Lohn als der Kanton. Pharma, Banking, IT und Versicherungen zahlen deutlich über dem Median. Detailhandel, Gastronomie und Persönliche Dienstleistungen liegen darunter.

Median-Bruttolohn nach Branche (Vollzeit, 2024):

BrancheMedian brutto/Monat
Pharma / ChemieCHF 9'200
Banken / FinanzCHF 9'000
VersicherungenCHF 8'600
InformationstechnologieCHF 8'500
TelekommunikationCHF 8'200
Energie / WasserCHF 8'000
Öffentliche VerwaltungCHF 7'800
Architektur / IngenieurwesenCHF 7'600
BildungCHF 7'100
GesundheitswesenCHF 6'900
BauCHF 6'500
DetailhandelCHF 5'200
GastronomieCHF 4'800

Top-Berufe nach Jahreslohn 2026 (Schätzwerte aus Robert Half, Michael Page, Hays):

  1. Chefarzt / spezialisierter Operateur, CHF 280'000 bis 350'000
  2. CEO eines mittelständischen Unternehmens, CHF 250'000 bis 280'000
  3. Direktor Private Banking, CHF 220'000 bis 260'000
  4. Senior Partner Unternehmensberatung, CHF 250'000+
  5. Leitender Anwalt (Wirtschaftskanzlei), CHF 200'000 bis 240'000
  6. Leitender Software-Architekt, CHF 180'000 bis 220'000
  7. CFO mittelständisches Unternehmen, CHF 180'000 bis 210'000
  8. Pilot Linienverkehr, CHF 170'000 bis 200'000

Vom Brutto zum Netto: Was bei Angestellten übrig bleibt

Vom Bruttolohn werden in der Schweiz mehrere Sozialversicherungen und Steuern abgezogen. Bei einem Angestellten teilt der Arbeitgeber sich die Sozialabgaben hälftig mit dir.

Standardabzüge vom Bruttolohn (Angestellte):

AbzugAnteil Arbeitnehmer
AHV / IV / EO5,30 %
Arbeitslosenversicherung (ALV)1,10 % bis CHF 148'200
Unfallversicherung (NBU)0,5 bis 2 %
Pensionskasse (BVG)7 bis 18 % (altersabhängig)
Krankentaggeld (KTG)0,5 bis 1,5 % (falls vorhanden)
Summe Sozialabgabenca. 13 bis 22 %
Quellensteuer (für Ausländer)4 bis 22 %
Direkte Steuern (Steuererklärung)8 bis 35 % effektiv

Beispielrechnung Medianlohn-Angestellte(r), Single, Kanton Zürich, 35 Jahre:

  • Brutto: CHF 7'024/Monat
  • Minus Sozialabgaben (~13 %): CHF 6'110
  • Minus Steuern (~14 % effektiv): CHF 5'250 netto pro Monat

In Zug wären es eher CHF 5'500 netto, in Genf eher CHF 4'900. Die Steuerunterschiede zwischen Kantonen können CHF 5'000 bis 8'000 pro Jahr ausmachen, beim selben Bruttolohn.

Schweizer Lohnabrechnung lesen: Wichtige Abkürzungen

Auf deiner Lohnabrechnung tauchen Kürzel auf, die nicht selbsterklärend sind:

  • AHV/IV/EO: Alters-/Invaliden-/Erwerbsersatz-Versicherungen.
  • ALV: Arbeitslosenversicherung.
  • BVG: Berufliche Vorsorge (Pensionskasse, 2. Säule).
  • NBU: Nichtberufsunfall-Versicherung.
  • KTG: Krankentaggeld-Versicherung.
  • QST: Quellensteuer (für Ausländer ohne C-Bewilligung).

Wer Quellensteuer zahlt, kann sie über die nachträgliche ordentliche Veranlagung korrigieren, falls die effektive Steuerlast tiefer wäre. Lohnt sich oft.

CHF

Nettolohn (geschätzt)
CHF5’977.78
pro Monat
Aufschlüsselung
Bruttolohn
CHF 8’000.00
AHV / IV / EO5.3% AN-Anteil
–424.00
ALVArbeitslosenversicherung 1.1%
–88.00
BVG / Pensionskasse3.5% · CHF 62'475
–182.22
NBUVNichtberufsunfallversicherung
–104.00
KTGKrankentaggeldversicherung
–40.00
Quellensteuer A, ZH, ~14.8%
–1’184.00

Nettolohn
CHF 5’977.78
75% netto25% Steuern & Abgaben
NettoSozialabgabenSteuern
Effektiver Steuersatz
25.3%
Jahres-Nettolohn
CHF 71’733.38
Schätzung ohne Gewähr. Quellensteuer ist kantonal approximiert. Krankenkasse und allfällige Kinderzulagen sind nicht enthalten. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an Ihren Arbeitgeber oder eine Steuerberatung.

Medianlohn Selbständige & Stundensatz

BFS-Zahlen für Selbständige und welcher Stundensatz dem Medianlohn entspricht.

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Medianlohn für Selbständige in der Schweiz: Was BFS wirklich sagt

Selbständige verdienen im Median rund CHF 73'000 brutto pro Jahr (BFS, Einkommen der Selbstständigerwerbenden). Auf den ersten Blick wirkt das wie ein riesiger Abstand zum Angestellten-Median (CHF 84'288). Der Vergleich ist aber nicht fair, und hier ist warum.

Was die BFS-Zahl wirklich misst

Die BFS misst das Erwerbseinkommen nach Geschäftsaufwand. Bei Angestellten ist das der Bruttolohn. Bei Selbständigen ist es der Gewinn der Einzelfirma, also Umsatz minus Material, Software, Büro, Reisekosten und alle übrigen Betriebsausgaben. Vor jedem Vergleich muss man also einen Schritt zurücktreten und überlegen, was die Zahl wirklich abbildet.

Warum der Median bei Selbständigen verzerrt ist

Die Statistik zieht den Median aus mehreren Gründen nach unten:

  • Viele Selbständige arbeiten Teilzeit oder nebenberuflich. Ein nebenberuflicher Coach mit CHF 15'000 Jahresumsatz fliesst gleichberechtigt in die Statistik ein.
  • Privatentnahmen statt Lohn: Wer als Einzelfirma die Privatentnahmen tief hält und Gewinn in der Firma stehen lässt, erscheint in der Statistik mit weniger Einkommen.
  • Die ersten 1 bis 2 Jahre nach Gründung sind oft mager. Selbständige in der Anlaufphase ziehen den Median runter.
  • Hauptberufliche Vollzeit-Selbständige verdienen typischerweise zwischen CHF 80'000 und 130'000 pro Jahr, also vergleichbar oder besser als der Angestellten-Median.

Die ehrliche Faustregel

Ein hauptberuflich Selbständiger, der 1'000 bis 1'100 fakturierbare Stunden im Jahr abrechnet, sollte mindestens den Medianlohn-Äquivalenten Umsatz machen, und das heisst rund CHF 95'000 bis 115'000 pro Jahr, nicht 84'288. Den Aufschlag braucht es, weil AHV, Krankentaggeld, fehlende Pensionskasse-Hälfte und Ferien aus der eigenen Tasche kommen.

Medianeinkommen Selbständige nach Branche

Die BFS publiziert die Zahlen nicht in jeder Branche granular. Was wir aus Berufsstatistiken, Branchenverbänden und unserer Erfahrung mit Magic Heidi-Kunden sehen:

BrancheMedian-Umsatz hauptberuflich Selbständige
IT / Software-EntwicklungCHF 130'000 bis 180'000
Beratung / ConsultingCHF 110'000 bis 160'000
Marketing / KommunikationCHF 90'000 bis 130'000
Coaching / TherapieCHF 75'000 bis 110'000
Handwerk (Solo, ohne Angestellte)CHF 95'000 bis 140'000
Design / GrafikCHF 70'000 bis 100'000
Übersetzung / LektoratCHF 60'000 bis 90'000
Illustration (Vollzeit)CHF 55'000 bis 80'000 (syndicom-Umfrage 2025)

Wichtig: das sind Umsätze, nicht Gewinne. Geschäftsaufwand (Tools, Büro, Versicherungen) zieht davon nochmals 10 bis 25 % ab.

Medianeinkommen Selbständige nach Kanton

Genauso wie bei Angestellten verdienen Selbständige in Zürich, Zug und Genf typischerweise mehr, weil Kunden dort höhere Tarife zahlen. Aber:

  • In Zug, Schwyz und Nidwalden bleibt netto mehr übrig wegen tieferer Steuern.
  • In Genf und Waadt liegen die Stundensätze nominal hoch, aber Steuern und Lebenshaltungskosten fressen einen grossen Teil davon auf.
  • Im Tessin und Jura sind die Tarife tiefer, dafür auch die Kosten. Netto-real liegen Selbständige dort oft besser, als die Brutto-Zahlen suggerieren.

Konkrete Branchen-Stundensätze und Kanton-Vergleiche stehen in unserem Stundensatz-Leitfaden für Schweizer Freelancer.

Brutto zu Netto für Selbständige: Was wirklich übrig bleibt

Selbständige haben mehr Pflichten als Angestellte, dafür auch mehr Spielraum:

  • AHV/IV/EO: 10,0 % komplett selbst zu tragen (nicht hälftig wie bei Angestellten). Erst ab CHF 60'500 Einkommen voller Satz, darunter degressiv.
  • Pensionskasse: keine Pflicht, ausser bei Personalbeschäftigung. Freiwillige Säule 3a (max. CHF 7'258 pro Jahr) und freiwillige BVG-Einzahlungen sind steuerlich abzugsfähig.
  • Krankentaggeld: keine Pflicht, aber dringend empfohlen. Kostet 1 bis 3 % des Einkommens.
  • Unfallversicherung: über die Krankenkasse abdecken, falls keine separate Police.
  • Steuern: gleich wie bei Angestellten (Einkommens- und Vermögenssteuer), aber alle Geschäftsausgaben sind abzugsfähig.

Beispielrechnung Vollzeit-Selbständige(r), Kanton Zürich:

  • Umsatz: CHF 110'000
  • Minus Geschäftsausgaben (~15 %): CHF 93'500 Gewinn
  • Minus AHV/IV/EO (10 %): CHF 84'150
  • Minus KTG, freiwillige Vorsorge (~5 %): CHF 79'940
  • Minus Steuern (~13 % effektiv): CHF 69'500 netto pro Jahr

Vergleich: Medianlohn-Angestellte(r) in Zürich hat nach Sozialabgaben und Steuern etwa CHF 63'000 netto. Bei CHF 110'000 Umsatz liegt ein Selbständiger also netto etwa 10 % über dem Angestellten-Median. Das ist die realistische Hausnummer.

Welcher Stundensatz entspricht dem Medianlohn?

Der schnelle Weg: nimm den Brutto-Jahresziellohn, addiere 30 bis 35 % Aufschlag für Sozialabgaben und Ausfallzeiten, und teile durch die fakturierbaren Stunden.

Rechnung mit dem Schweizer Medianlohn:

  1. Brutto-Jahreslohn Angestellte: CHF 84'288.
  2. Aufschlag für Selbständige (AHV/IV/EO 10 %, KTG ~2 %, fehlende Pensionskassen-Hälfte 5 bis 10 %, fehlende Ferien-/Krankheitsabsicherung ~10 %): +30 bis 35 %. Ergibt CHF 109'000 bis 114'000 Ziel-Umsatz.
  3. Realistische fakturierbare Stunden pro Jahr: 1'000 bis 1'100. Rechnung: 220 Arbeitstage, minus 25 Ferientage, minus 10 Krankheits-/Weiterbildungstage = 185 Arbeitstage × ungefähr 6 fakturierbare Stunden.
  4. Stundensatz: CHF 99 bis 114 pro Stunde, um den Medianlohn-Äquivalenten Brutto-Lohn zu erreichen.

Sanity-Check nach Stundensatz:

Wenn dein Stundensatz bei …… entspricht das einem Brutto-Äquivalent von
CHF 80/hCHF 67'000 bis 70'000/Jahr
CHF 100/hCHF 84'000 bis 88'000/Jahr
CHF 120/hCHF 100'000 bis 106'000/Jahr
CHF 150/hCHF 125'000 bis 132'000/Jahr

Liegst du unter CHF 80/h und arbeitest hauptberuflich? Dann verdienst du real unter dem Schweizer Median. Das kann am Anfang okay sein, ist aber kein Dauerzustand. Plane den Weg nach oben, Schritt für Schritt jedes Jahr, statt jahrelang auf demselben Tarif zu bleiben.

Nettoeinkommen
CHF72’121
pro Jahr · ~ CHF 6’010 / Monat
EinkommenssteuerCHF 11’499
Effektiver Satz27.9%
Sozialabgaben
10’980
Bundessteuer
1’770
Kantons- & Gemeindesteuer
9’729
Krankenversicherung
5’400

Bruttoumsatz
CHF 120’000
Geschäftsausgaben
− CHF 20’000
Reingewinn
CHF 100’000

AHV/IV/EOSinkende Beitragsskala (10.0%)
− CHF 10’000
FAKFamilienzulagen (0.98%)
− CHF 980
Total Sozialabgaben
− CHF 10’980

VersicherungsabzugPauschalabzug (CHF 2’550)
− CHF 2’550
Steuerbares EinkommenNach Sozial- & Versicherungsabzug
CHF 86’470

Direkte BundessteuerArt. 36 DBG Tarif
− CHF 1’770
Kantons- & GemeindesteuerGeschätzter Effektivsatz (ZH)
− CHF 9’729
Total Einkommenssteuer
− CHF 11’499

KrankenversicherungJahresprämie
− CHF 5’400

Gesamtbelastung
− CHF 27’879
Nettoeinkommen
CHF 72’121
Effektiver Steuersatz
27.9%
Schätzung ohne Gewähr. Die tatsächlichen Beträge hängen von Ihrer Gemeinde, persönlichen Abzügen und individuellen Situation ab. Für verbindliche Berechnungen nutzen Sie den offiziellen ESTV-Steuerrechner.

Lebenshaltungskosten, 13. Monatslohn und Lohnverhandlung

Kaufkraft nach Stadt, 13. Monatslohn und wie Lohnverhandlung in der Schweiz funktioniert.

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Lohn vs. Lebenshaltungskosten: Die Kaufkraft-Realität

Ein hoher Lohn bedeutet wenig, wenn die Lebenshaltungskosten ihn auffressen. In Zürich und Genf sind Miete und Krankenkasse so hoch, dass der höhere Lohn netto-real oft nicht viel bringt.

Monatliches Single-Budget nach Stadt (2026, Schätzungen):

StadtMiete (1.5 Zi)KrankenkasseTotal FixkostenEmpfohlenes Brutto
ZürichCHF 1'800 bis 2'400CHF 380 bis 450~CHF 3'500CHF 7'000+
GenfCHF 1'700 bis 2'200CHF 480 bis 550~CHF 3'500CHF 7'000+
BaselCHF 1'400 bis 1'800CHF 380 bis 440~CHF 3'000CHF 6'000+
BernCHF 1'200 bis 1'600CHF 350 bis 400~CHF 2'800CHF 5'800+
LausanneCHF 1'500 bis 1'900CHF 470 bis 520~CHF 3'200CHF 6'500+
LuganoCHF 1'200 bis 1'500CHF 350 bis 400~CHF 2'700CHF 5'500+

Kantone mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis (Lohn netto im Vergleich zu Lebenskosten): Aargau, Solothurn, Thurgau, Schwyz, Nidwalden, Schaffhausen. Wer mobil ist, gewinnt durch einen Wegzug aus Zürich/Genf oft mehr netto, ohne den Lohn zu verlieren.

Der 13. Monatslohn und Schweizer Bonuskultur

Der 13. Monatslohn ist in der Schweiz weit verbreitet (rund 90 % der Angestellten erhalten ihn), aber gesetzlich nur in Ausnahmefällen vorgeschrieben (etwa via Gesamtarbeitsvertrag). Üblicherweise wird er im November oder Dezember ausbezahlt, manche Arbeitgeber teilen ihn in zwei Hälften (Juni + Dezember).

Wichtig: wenn ein Stelleninserat "CHF 84'000 Jahreslohn" zeigt, ist meistens der 13. eingerechnet. Du erhältst also etwa CHF 6'460/Monat (84'000 / 13), nicht CHF 7'000.

Boni sind in Banking, Consulting und Tech-Senior-Rollen Standard, in der breiten Wirtschaft eher die Ausnahme. Wer einen Bonus aushandelt, sollte ihn schriftlich fixieren, sonst ist er rechtlich oft Kulanzleistung.

Lohnverhandlung in der Schweiz: Kurzanleitung

Lohnverhandlungen sind in der Schweiz dezenter als in vielen anderen Ländern. Trotzdem gibt es klare Erfolgsfaktoren:

  1. Marktdaten haben: Salarium (BFS), jobs.ch Lohnrechner, lohncomputer.ch, moneyland.ch.
  2. Konkrete Zahl nennen, nicht "etwas mehr". Konkrete Forderungen werden ernster genommen.
  3. Im richtigen Moment fragen: Nach abgeschlossenem grossen Projekt, vor dem jährlichen Lohngespräch, oder bei Stellenwechsel.
  4. Argumente vorbereiten: was du in den letzten 12 Monaten geliefert hast, in Zahlen.
  5. Plan B: Hast du ein Angebot eines anderen Arbeitgebers, oder bist du bereit, zu wechseln? Ohne Alternative ist die Verhandlungsposition schwach.

Typische Lohnerhöhung bei guter Performance: 2 bis 5 %. Bei Beförderung: 8 bis 15 %. Bei Stellenwechsel: 10 bis 20 %.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wie viel verdienen Selbständige in der Schweiz im Median?

Das Medianeinkommen liegt laut BFS bei rund CHF 73'000 brutto pro Jahr, inklusive Nebenerwerb und Teilzeit-Selbständigkeit. Hauptberuflich Vollzeit-Selbständige liegen typischerweise zwischen CHF 90'000 und 140'000 Umsatz, je nach Branche und Kanton.

Verdienen Selbständige mehr oder weniger als Angestellte?

Brutto oft weniger, netto häufig vergleichbar oder mehr. Selbständige zahlen AHV, KTG und Vorsorge komplett selbst. Wer das einrechnet, braucht etwa 25 bis 35 % mehr Umsatz, um gleich viel netto wie ein Medianlohn-Angestellter zu haben.

Ist der Medianlohn brutto oder netto?

Die BFS-Zahl (CHF 7'024/Monat) ist brutto vor AHV, Pensionskasse und Steuern. Netto bleibt einem Angestellten typischerweise CHF 5'250 bis 5'800, abhängig von Kanton, Familienstand und Pensionskasse.

Welcher Stundensatz entspricht dem Medianlohn in der Schweiz?

Rund CHF 95 bis 115 pro Stunde, bei 1'000 bis 1'100 fakturierbaren Stunden im Jahr und 30 % Aufschlag für AHV, KTG und Ausfallzeiten. Unter CHF 80/h hauptberuflich rechnet sich nur, wenn die Auslastung sehr hoch ist.

Wo verdienen Selbständige in der Schweiz am meisten?

Brutto: Zürich, Zug, Genf, Basel-Stadt. Netto-real: Zug, Schwyz, Nidwalden, wegen tiefer Steuern. In Westschweizer Kantonen sind die Stundensätze nominal hoch, aber Steuern und Lebenskosten fressen einen grossen Teil davon auf.

Wie berechne ich, ob ich als Selbständige(r) genug verdiene?

Nimm den Schweizer Medianlohn als Referenz (CHF 84'288 brutto/Jahr), schlag 30 % auf für Sozialversicherungen und Ausfallzeiten, und vergleiche das mit deinem Jahresumsatz nach Geschäftsausgaben. Liegst du darunter, lohnt sich entweder ein höherer Stundensatz oder mehr Volumen, oder beides.

Was ist der Unterschied zwischen Mindestlohn und Medianlohn?

Der Mindestlohn ist die gesetzliche Untergrenze, gilt aber nur in fünf Kantonen (Genf, Neuenburg, Jura, Tessin, Basel-Stadt). Der Medianlohn ist der statistische Mittelwert, also was tatsächlich verdient wird. In der Schweiz liegt der Medianlohn rund das Doppelte über den höchsten kantonalen Mindestlöhnen.

Lohnt sich der Wechsel von angestellt zu selbständig finanziell?

Selten in den ersten 12 Monaten, oft ab Jahr 2 bis 3. Wer ohne Kundenbasis und Reserven startet, verdient im ersten Jahr häufig 30 bis 50 % weniger als vorher. Mit Kundenbasis und realistischem Stundensatz erreichen die meisten den ehemaligen Angestellten-Lohn binnen 18 bis 24 Monaten und liegen netto ab Jahr 3 oft darüber.

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