Kapitaleinzahlungskonto Schweiz: Vergleich & Kosten 2026

Kapitaleinzahlungskonto für deine GmbH oder AG: Was es kostet, welche Schweizer Bank passt und wie die Eröffnung funktioniert. Mit Vergleich.

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Nathan Ganser

Founder of Magic Heidi

Ein Kapitaleinzahlungskonto ist ein Sperrkonto bei einer Schweizer Bank, auf dem du das Stamm- oder Aktienkapital deiner GmbH oder AG vor der Eintragung im Handelsregister hinterlegst. Du brauchst es für jede GmbH (Stammkapital ab CHF 20'000) und jede AG (Aktienkapital ab CHF 100'000), nicht aber für eine Einzelfirma.

Klingt simpel. Wer aber zum ersten Mal eine GmbH gründet, merkt schnell, wie unklar der Ablauf in der Praxis ist. Welche Bank ist am schnellsten? Was kostet die Eröffnung wirklich? Was passiert, wenn der Notartermin schon steht, das Konto aber noch nicht? Und warum sind die Gebühren auf den Bankseiten so schwer zu vergleichen?

Wir haben hier alles zusammengetragen, was du als angehender GmbH- oder AG-Gründer wissen musst: was ein Kapitaleinzahlungskonto genau ist, ob du eines brauchst (als Einzelfirma nein), wie die Eröffnung Schritt für Schritt abläuft, was die wichtigsten Schweizer Banken kosten, und welche Fehler du vermeidest, damit dein Notartermin nicht platzt.

Die wichtigsten Punkte findest du direkt im Anschluss als Übersicht.

Was ist ein Kapitaleinzahlungskonto?

Ein Kapitaleinzahlungskonto ist ein zweckgebundenes Sperrkonto bei einer in der Schweiz domizilierten Bank. Auf dieses Konto zahlst du das gesetzlich vorgeschriebene Grundkapital deiner GmbH oder AG ein. Das Geld bleibt blockiert, bis das Handelsregister deine Gesellschaft eingetragen hat. Erst dann gibt die Bank die Mittel auf ein normales Geschäftskonto frei.

Die rechtliche Grundlage findest du im Obligationenrecht (OR), Artikel 633 für die AG und Artikel 777c für die GmbH. Beide schreiben vor, dass das Kapital vor der Eintragung der Gesellschaft im Handelsregister zur freien Verfügung der Gesellschaft hinterlegt sein muss. Das Sperrkonto erfüllt genau diesen Zweck und schützt sowohl die Gläubiger als auch die Gründer.

Wichtig zu verstehen: Das Konto ist keine permanente Lösung. Es existiert nur für die Gründungsphase. Nach dem Handelsregister-Eintrag wird das Kapital freigegeben und das Konto entweder geschlossen oder in ein reguläres Geschäftskonto umgewandelt, je nach Bank.

Wann brauchst du ein Kapitaleinzahlungskonto?

Du brauchst ein Kapitaleinzahlungskonto immer dann, wenn du eine Kapitalgesellschaft mit gesetzlich vorgeschriebenem Mindestkapital in der Schweiz gründest oder dieses Kapital nachträglich erhöhst.

Pflicht: GmbH und AG

  • GmbH-Gründung: Stammkapital CHF 20'000, voll einbezahlt.
  • AG-Gründung: Aktienkapital CHF 100'000, davon mindestens CHF 50'000 oder 20% einbezahlt.
  • Kapitalerhöhung: Wenn du das Kapital deiner bestehenden GmbH oder AG erhöhst.
  • Nachliberierung: Wenn du bei einer AG den nicht voll einbezahlten Teil später leistest.

Nicht nötig: Einzelfirma und Personengesellschaften

Wenn du als Einzelperson freiberuflich oder selbständig startest, brauchst du kein Kapitaleinzahlungskonto und auch kein gesetzliches Mindestkapital. Eine Einzelfirma entsteht dadurch, dass du selbständig arbeitest und gegenüber AHV und Steuerbehörden so anerkannt wirst. Mehr dazu in unserem Guide zur Einzelfirma gründen in der Schweiz, inklusive Anmeldung, Versicherungen und der ersten Rechnungen.

Auch Kollektiv- und Kommanditgesellschaften brauchen kein Sperrkonto, da sie nicht über ein gesetzliches Grundkapital verfügen müssen.

Stell dir Marc vor, einen fiktiven Designer aus Zürich. Marc arbeitet seit drei Jahren als Einzelfirma und hat etwa CHF 90'000 Umsatz pro Jahr. Er liebäugelt mit einer GmbH, weil das «professioneller» klingt. In der Realität bringt ihm die Umwandlung weder Steuervorteile noch wesentlich mehr Schutz, kostet aber zwei- bis dreitausend Franken Gründungskosten plus laufende Buchführungspflichten. Für Marc lohnt sich der Schritt erst, wenn er Mitarbeitende einstellt oder die Haftungstrennung wirklich braucht. Bis dahin reicht die Einzelfirma völlig.

Wie viel Kapital musst du einzahlen?

Die einzuzahlende Mindestsumme hängt von der Rechtsform ab. Schweizer Gründer unterschätzen hier oft, dass für die AG nicht zwingend die vollen CHF 100'000 fliessen müssen.

GmbH: CHF 20'000 voll einbezahlt

Bei der GmbH ist die Sache klar: Das Stammkapital von CHF 20'000 muss zu 100% einbezahlt sein, bevor du zum Notar gehen kannst. Du kannst das Kapital nicht in Tranchen einzahlen und auch nicht teilweise als Sacheinlage einbringen, ohne dass das im Gründungsdokument speziell geregelt ist.

AG: CHF 100'000 Aktienkapital, mindestens 20% einbezahlt

Bei der AG sieht das anders aus. Du brauchst zwar ein Aktienkapital von mindestens CHF 100'000, davon müssen aber nur 20% oder mindestens CHF 50'000 tatsächlich einbezahlt werden – je nachdem, welcher Betrag höher ist. In der Praxis heisst das: Bei einer Standard-AG mit CHF 100'000 Aktienkapital reichen CHF 50'000 auf dem Sperrkonto.

Den nicht einbezahlten Rest schuldest du der Gesellschaft. Das nennt sich Nachliberierung und kann später ebenfalls über ein Kapitaleinzahlungskonto abgewickelt werden.

Was passiert mit dem Geld nach der Gründung?

Sobald deine GmbH oder AG im Handelsregister eingetragen ist, sendet die Bank dir (bzw. dem Notar) eine Freigabebestätigung. Das Kapital wird dann auf ein reguläres Geschäftskonto überwiesen und steht dir uneingeschränkt für die operative Tätigkeit zur Verfügung. Du kannst damit Mietkautionen zahlen, Material kaufen, Löhne überweisen – kurz: alles, was eine Firma so tut.

Wichtig: Das Kapital muss nicht «liegen bleiben». Es ist Eigenkapital deiner Firma, kein Notgroschen. Sobald die Sperre aufgehoben ist, gehört es zur normalen Bilanz.

Schritt für Schritt: Kapitaleinzahlungskonto eröffnen

So läuft die Eröffnung in der Praxis ab. Plane für den gesamten Prozess zwei bis vier Wochen ein, vom ersten Bankkontakt bis zur Freigabe nach Handelsregister-Eintrag. Die sieben Schritte findest du als Übersicht weiter unten.

Wenn du an diesem Punkt deine ganze Firmenadministration sauber aufsetzen willst, ist es jetzt der richtige Moment, an die Buchhaltung und Rechnungsstellung zu denken. Eine einfache Buchhaltungssoftware für Selbständige und kleine GmbHs spart dir später viele Stunden Aufwand und macht den Jahresabschluss beim Treuhänder günstiger.

Kapitaleinzahlungskonto Vergleich 2026: Eröffnung und Folgekonto

Die Eröffnungsgebühr ist nur die halbe Wahrheit. Was du im Vergleich wirklich brauchst, sind zwei Zahlen: was die Bank für das Sperrkonto verlangt, und was dich das laufende Geschäftskonto danach pro Jahr kostet. Erst zusammen zeigt sich, ob ein „günstiges" Angebot über drei bis fünf Jahre wirklich günstig ist.

Die folgende Tabelle bündelt publizierte Tarife der wichtigsten Schweizer Banken. Wir geben nur ein, was die Banken auf ihren eigenen Tarif- oder Produktseiten ausweisen. Wo Daten nicht öffentlich verifiziert sind, schreiben wir das ausdrücklich.

BankEröffnung KapitaleinzahlungskontoLaufendes CHF-GeschäftskontoHinweis
UBSCHF 0 mit anschliessendem UBS-/key4-Geschäftskonto; sonst 0,5‰ (min. CHF 200 / max. CHF 5'000); min. CHF 1'000, wenn Kapital extern transferiert1. Jahr CHF 0, danach CHF 80/JahrGünstigste First-Year-Option, wenn du UBS als Folgebank nimmst
St.Galler KB (SGKB)CHF 0 für berechtigte Start-ups in SG/AR/AI2 Jahre CHF 0 für berechtigte Start-upsTop-Regionalangebot, Eligibility-Bedingungen prüfen
Schaffhauser KB (SHKB)ab CHF 100 mit BUSINESS-Paket, sonst ab CHF 200, mehr ohne GeschäftsbeziehungCHF 72/JahrPaketrabatt entscheidet stark
Clientis BS Bank SchaffhausenCHF 100 wenn du das Konto behältst, sonst CHF 250nicht öffentlich verifiziertAttraktiv nur bei Folgekonto
Zürcher KB (ZKB)CHF 125 mit KMU-Paket, regulär min. CHF 2501. Jahr CHF 0, danach CHF 84/JahrSehr starke Zürcher Lösung
Berner KB (BEKB)ca. CHF 125 mit KMU-Paket, regulär CHF 250KMU-Paket 1. Jahr CHF 0, danach ca. CHF 180/JahrErstes Jahr top, danach teurer
Freiburger KB (BCF)CHF 125 für berechtigte FR-Start-ups, regulär CHF 250Geschäftskonto CHF 32/Jahr, Start-up-Paket CHF 72/JahrSehr günstig laufend, aber CHF 0.50 pro Buchung
PostFinanceCHF 145 pauschalCHF 60/Jahr, Start-up-Aktion kann erste 2 Jahre erlassenTransparenteste nationale Lösung
Appenzeller KB (AppKB)ca. 1‰, min. CHF 200ca. CHF 28/JahrEines der tiefsten laufenden Konten
Thurgauer KB (TKB)1‰, min. CHF 200 / max. CHF 2'000 bei TKB-Folgekonto; min. CHF 500 bei FremdbankCHF 0/Jahr + CHF 0.20 pro BuchungTop bei tiefem Buchungsvolumen, Aufschlag bei Fremdbank
Basler KB (BKB)publik ca. 0,5‰, min. CHF 200 / max. CHF 2'000nicht öffentlich verifiziertTarif vor Eröffnung direkt bestätigen
Aargauische KB (AKB)1‰, min. CHF 250CHF 0/Jahr, keine Buchungsgebühren publiziertWahrscheinlich günstigstes laufendes Konto
Bank Cler0,5‰, min. CHF 250 / max. CHF 2'000konkreter Tarif nicht öffentlich verifiziertEröffnung klar, Folgekonto direkt klären
BCV0,5‰, min. CHF 250 / max. CHF 2'500Tarif mit Transaktionsgebühren; BCV-net CHF-Buchungen teils gratisKombination Konto + Buchungen prüfen
Valiant1‰, min. CHF 250 / max. CHF 2'000; +CHF 500 ohne Valiant-GeschäftskontoCHF 48/JahrKlarer Lock-in-Anreiz beim Folgekonto
Glarner KB (GLKB)Konto gratis, Bestätigungs-Kommission 0,5‰, min. CHF 250paketbasiert, konkreter Tarif nicht verifiziertInteressant bei passendem KMU-Paket
Schwyzer KB (SZKB)CHF 250 mit SZKB-Beziehung, CHF 1'000 als FremdbankCHF 24/JahrSehr günstig laufend, teurer ohne Bleiben
Luzerner KB (LUKB)1‰, min. CHF 250 / max. CHF 2'000 + MWSTnicht öffentlich verifiziertEröffnung klar, Folgekonto direkt prüfen
Raiffeisenkein nationaler Tarif, ein lokales Beispiel: CHF 250lokal unterschiedlichMit konkreter Raiffeisenbank verhandeln
Zuger KB0,5‰, min. CHF 300 + MWST; Express +CHF 100 + MWSTCHF 72/Jahr, E-Banking-Buchungen gratis, sonst CHF 0.50/BuchungTransparent, aber nicht das günstigste

Stand: Mai 2026. Alle Werte basieren auf den publizierten Tarif- und Produktseiten der Banken. Bitte vor der Eröffnung die aktuellen Konditionen direkt prüfen. „‰" (Promille) entspricht 0,1%. Bei 0,5‰ auf eine AG-Einzahlung von CHF 50'000 wären das rechnerisch CHF 25, deshalb greift in der Praxis bei den meisten Gründungen die Mindestgebühr.

Aus den publizierten Tarifen lassen sich drei klare Profile ableiten. Die praktische Shortlist findest du direkt unter dieser Tabelle.

Rechne immer mindestens drei Jahre Gesamtkosten durch: Eröffnungsgebühr plus 36 Monatsgebühren des Folgekontos plus erwartete Buchungsgebühren. Bei CHF 250 Eröffnung und CHF 0/Jahr laufendem Konto landest du nach drei Jahren bei CHF 250. Bei CHF 145 Eröffnung und CHF 60/Jahr stehst du dagegen bei CHF 325. Die scheinbar günstigere Eröffnung kann am Ende teurer sein.

Welche Details du sonst noch prüfen solltest, findest du im Anschluss an die Shortlist als kompakte Checkliste.

Wie lange dauert die Eröffnung?

Realistisch musst du mit folgenden Zeiten rechnen:

  • Online-Eröffnung bei den grossen Banken (UBS, PostFinance, Raiffeisen, Zuger KB): 1 bis 3 Werktage bis zur Kapitaleinzahlung möglich.
  • Filial-Eröffnung bei einer Kantonalbank: 1 bis 2 Wochen, je nach Verfügbarkeit eines Beratungstermins.
  • Ausstellung der Kapitaleinzahlungsbestätigung: 1 bis 5 Werktage nach Geldeingang.
  • Handelsregister-Eintrag: Typisch 5 bis 10 Werktage nach Einreichung durch den Notar, abhängig vom Kanton. Schnellverfahren ist in einigen Kantonen gegen Aufpreis möglich. Aktuelle Fristen findest du auf zefix.ch und beim kantonalen Handelsregisteramt.
  • Freigabe des Kapitals: Innert 1 bis 3 Werktagen nach Vorlage des Handelsregister-Auszugs.

Insgesamt solltest du mindestens drei Wochen für den gesamten Gründungsprozess einplanen. Wer es eilig hat (zum Beispiel wegen eines fixen Kundenstarts), beginnt am besten mit der Bank, sobald die Statuten im Entwurf stehen.

Häufige Fehler bei der Gründung

Aus Erfahrung sehen wir immer wieder dieselben Stolpersteine. Die wichtigsten findest du als Checkliste weiter unten.

Stell dir Sara vor, eine fiktive IT-Beraterin aus Bern. Sara gründet eine AG mit zwei Mitgründern, weil sie irgendwann internationale Kunden plant. Sie zahlt vorsichtshalber das volle Aktienkapital von CHF 100'000 ein, obwohl gesetzlich CHF 50'000 reichen würden. Das Geld liegt dann sieben Wochen gesperrt (Bank plus Handelsregister), und Sara verzichtet in dieser Zeit auf rund CHF 200 Zinsertrag bei einem Geldmarktkonto. Kein Drama, aber vermeidbar mit einem kurzen Blick ins OR.

Nach der Gründung: Was du jetzt brauchst

Sobald deine GmbH oder AG eingetragen ist, geht die eigentliche Arbeit los. Drei Punkte solltest du in den ersten Wochen sauber aufsetzen.

Geschäftskonto und Buchhaltung. Dein Sperrkonto wird zum Geschäftskonto oder du eröffnest ein neues. Wenn du die Folgebank noch nicht festgelegt hast, vergleich vorher die laufenden Kosten und Buchungsgebühren in unserem Geschäftskonto-Vergleich Schweiz 2026 – das spart bei einer Lock-in-Bank wie UBS oder Valiant schnell CHF 500 bis CHF 1'000. Parallel brauchst du eine Buchhaltung – Kapitalgesellschaften sind in der Schweiz zur doppelten Buchhaltung verpflichtet (auch wenn du erst CHF 50'000 Umsatz hast).

MWST prüfen. Sobald dein Umsatz die Grenze von CHF 100'000 pro Jahr überschreitet, wirst du mehrwertsteuerpflichtig. Was das im Detail bedeutet und wann sich eine freiwillige Anmeldung lohnt, erklären wir in unserem Guide zur MWST für Schweizer Freelancer und Kleinunternehmen. Die offizielle Quelle ist die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV).

Rechnungen schreiben. Du brauchst von Tag eins eine professionelle Lösung für Offerten und Rechnungen. Eine spezialisierte Rechnungssoftware für Schweizer Selbständige und kleine Firmen erstellt direkt QR-Rechnungen, kümmert sich um die MWST-Berechnung und spart dir manuelle Excel-Arbeit. Magic Heidi ist dabei eine Option, gebaut von Schweizer Freelancern – wir nutzen es selbst für unsere Buchhaltung. Den Gratis-Plan kannst du ohne Kreditkarte testen.

Die häufigsten Fragen findest du direkt im Anschluss.

Fazit

Ein Kapitaleinzahlungskonto ist kein kompliziertes Produkt, aber ein Pflichtschritt auf dem Weg zur GmbH oder AG. Wer früh die richtige Bank wählt, realistische Fristen einplant und die Häufig-Fehler-Liste durchgeht, hat den administrativen Teil der Gründung in zwei bis vier Wochen erledigt. Für Einzelfirmen entfällt der ganze Schritt – wer also keine zwingenden Gründe für eine Kapitalgesellschaft hat, spart sich Geld, Zeit und Buchhaltungspflicht.

Konkrete nächste Schritte:

  1. Entscheide, ob du wirklich eine GmbH oder AG brauchst, oder ob eine Einzelfirma reicht.
  2. Hol bei zwei bis drei Banken eine Offerte für das Kapitaleinzahlungskonto ein.
  3. Kläre frühzeitig mit dem Notar den Ablauf und die nötigen Dokumente.
  4. Setze parallel deine Buchhaltung und Rechnungsstellung auf, damit du ab dem Handelsregister-Eintrag arbeitsfähig bist.
  5. Bei Detailfragen zur Rechtsform oder Steueroptimierung: Sprich mit einem Treuhänder oder Notar. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung.

Dieser Artikel dient als allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Bankberatung.

Pflicht für GmbH und AG

Pflicht für jede GmbH- und AG-Gründung in der Schweiz, nicht aber für Einzelfirmen oder Personengesellschaften.

Mindestkapital

GmbH CHF 20'000 voll einbezahlt, AG CHF 100'000 mit mindestens CHF 50'000 einbezahlt.

Eröffnungsgebühr

CHF 0 bei UBS und SGKB mit Folgekonto, CHF 100 bis 145 mit Paketrabatten, CHF 200 bis 300 als Standard plus Aufschlag bei Fremdbank-Transfer.

Ablauf in 7 Schritten

Konto eröffnen, Kapital einzahlen, Bestätigung an Notar, öffentliche Beurkundung, Handelsregister-Eintrag, Freigabe des Kapitals.

Online möglich

Online-Eröffnung bei UBS, ZKB, Raiffeisen, Zuger KB und PostFinance, oft innert 1 bis 3 Werktagen.

Bank auswählen

Vergleiche Gebühr, Online-Eröffnung, Geschwindigkeit und ob du das Konto später als Geschäftskonto weiterführen willst.

Konto eröffnen

Online oder in der Filiale. Bei den meisten Banken ist heute eine vollständig digitale Eröffnung möglich, oft mit Video-Identifikation.

Dokumente bereitstellen

Personalausweis aller Gründer, Statutenentwurf, geplanter Firmensitz, Angaben zum geplanten Geschäftszweck.

Kapital einzahlen

Per Überweisung oder am Schalter. Wichtig: Alle Gründer müssen ihren Anteil leisten, nicht nur einer im Namen aller.

Bestätigung anfordern

Die Kapitaleinzahlungsbestätigung der Bank ist das Dokument, das der Notar braucht. Sie bestätigt, dass das Kapital gesperrt liegt.

Notar und Handelsregister

Mit der Bestätigung gehst du zur öffentlichen Beurkundung. Der Notar meldet die Gesellschaft beim kantonalen Handelsregisteramt an.

Freigabe des Kapitals

Sobald die Eintragung erfolgt ist, informiert ihr die Bank, und das Kapital wird auf das reguläre Geschäftskonto freigegeben.

Praktische Shortlist

Welche Bank für welches Profil?

Drei klare Empfehlungen auf Basis der publizierten Tarife.

Tiefste Kosten im ersten Jahr

UBS und SGKB sind kaum zu schlagen, wenn du die Bedingungen erfüllst (UBS-Folgekonto bzw. Start-up-Status in SG, AR, AI). Beide kommen rechnerisch bei null Eröffnungsgebühr heraus.

Transparenteste Pauschallösung

PostFinance mit CHF 145 Eröffnung und CHF 60/Jahr Geschäftskonto. Mit der möglichen Start-up-Aktion werden die ersten zwei Jahre Geschäftskonto gratis.

Günstigstes laufendes Konto

AKB (CHF 0/Jahr) führt das Feld an, gefolgt von TKB, SZKB, BCF und Valiant. Welche Bank am Ende günstiger ist, hängt vom Buchungsvolumen ab.

Geschwindigkeit der Bestätigung

Wie schnell stellt die Bank die Kapitaleinzahlungsbestätigung für den Notar aus? Manche schicken sie innert 24 Stunden, andere brauchen eine Woche.

Übernahme als Geschäftskonto und Lock-in

UBS, Valiant, TKB und SZKB verrechnen CHF 500 bis CHF 1'000 Aufschlag, wenn du das Kapital extern transferierst. UBS und SGKB streichen die Eröffnungsgebühr ganz, wenn du das Folgekonto bei ihnen führst. Folgebank also vorher entscheiden.

Bedingungen bei gescheiterter Gründung

Was passiert, wenn die Gründung nicht zustande kommt? Frag nach Rückzahlungsmodalitäten und ob die Eröffnungsgebühr dann trotzdem geschuldet ist.

Nachliberierung bei AG

Falls du nicht das volle Aktienkapital sofort einzahlst, brauchst du später eine Nachliberierung. PostFinance verrechnet dafür beispielsweise 0,05% des nachliberierten Betrags.

Nicht alle Gründer unterschrieben

Bei einer Mehrpersonen-Gründung muss in der Regel jeder Gründer die Kontoeröffnung mitunterzeichnen. Sonst kann die Bank das Konto nicht eröffnen.

Falscher Betrag eingezahlt

Klassiker bei der AG: Jemand zahlt CHF 100'000 ein, obwohl CHF 50'000 reichen würden. Das Geld liegt dann unnötig lange gesperrt.

Bestätigung zu spät beim Notar

Plane einen Puffer von einer Woche ein zwischen Geldeingang und Notartermin. Banken stellen die Bestätigung nicht immer am gleichen Tag aus.

Kein Geschäftskonto vorbereitet

Das Sperrkonto wird nach der Eintragung freigegeben, aber du brauchst sofort ein normales Geschäftskonto für den Zahlungsverkehr.

Einzelfirma mit Sperrkonto gestartet

Wir hören das überraschend oft. Wer als Einzelfirma startet, braucht weder Sperrkonto noch Mindestkapital. Ein normales Privat- oder Geschäftskonto reicht.

FAQ

Häufige Fragen zum Kapitaleinzahlungskonto

Was kostet ein Kapitaleinzahlungskonto in der Schweiz?

Die einmalige Eröffnungsgebühr liegt zwischen CHF 145 (PostFinance) und CHF 400+ bei manchen Kantonalbanken und Grossbanken. Die meisten Banken publizieren ihre Konditionen nicht öffentlich und machen ein Angebot erst auf Anfrage. Plane CHF 200 bis CHF 300 als realistischen Mittelwert ein.

Welche Bank ist die beste für eine GmbH-Gründung?

Es gibt keine pauschal beste Bank. PostFinance ist transparent und günstig, UBS und ZKB bieten schnelle Online-Eröffnung mit etablierter Infrastruktur, Kantonalbanken punkten oft mit persönlicher Beratung. Wähle nach Geschwindigkeit, Übernahme als Geschäftskonto und Gebühr. Hol dir vor der Entscheidung zwei bis drei konkrete Offerten.

Brauche ich als Einzelfirma ein Kapitaleinzahlungskonto?

Nein. Eine Einzelfirma hat kein gesetzliches Mindestkapital und braucht kein Sperrkonto. Du kannst direkt mit einem normalen Privat- oder Geschäftskonto starten und musst nur dich selbst bei der AHV als selbständigerwerbend anmelden.

Kann ich das Kapitaleinzahlungskonto später als Geschäftskonto behalten?

Bei den meisten Schweizer Banken ja. Das Sperrkonto wird nach der Handelsregister-Eintragung in ein reguläres Geschäftskonto umgewandelt, oft automatisch. Frag aber vor der Eröffnung explizit nach, weil einige Banken auch separate Kontoarten anbieten.

Wie heisst Kapitaleinzahlungskonto auf Englisch?

Auf Englisch heisst es capital deposit account oder capital contribution account. UBS und einige andere Banken nutzen den Begriff capital deposit account in ihrer englischen Dokumentation. Für internationale Gründer ist es eine spezifisch schweizerische Anforderung, die im Ausland so nicht überall existiert.

Was passiert, wenn die Gründung scheitert?

Wenn die Gesellschaft aus irgendeinem Grund nicht ins Handelsregister eingetragen wird, gibt die Bank das einbezahlte Kapital an die Gründer zurück. Die Eröffnungsgebühr ist meist trotzdem geschuldet. Kläre die genauen Bedingungen mit der Bank, bevor du einzahlst.

Nächster Schritt

Nach der Gründung: Magic Heidi für Rechnungen, Spesen und MWST

Sobald deine GmbH oder AG steht, brauchst du Rechnungssoftware, Belegscan und MWST-Übersicht. Magic Heidi ist gebaut von Schweizer Freelancern, mit Gratis-Plan, ohne Kreditkarte.