Stundenlohn berechnen Schweiz: Formel & Rechner 2026

Monatslohn × 13 ÷ 52 ÷ Wochenstunden = Stundenlohn. Formel, Rechner und Beispiele für die Schweiz 2026 inkl. Ferienzuschlag und Freelancer-Tarif.

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Nathan Ganser

Founder of Magic Heidi

Stundenlohn = Monatslohn × 13 ÷ 52 ÷ Wochenarbeitszeit. Bei CHF 6'000 Monatslohn, 13. Monatslohn und einer 42-Stunden-Woche sind das CHF 35.71 brutto pro Stunde. Wer den 13. nicht bekommt, rechnet × 12 statt × 13. So weit, so einfach.

Schwieriger wird es, wenn du Ferienentschädigung, Feiertage und Sozialabzüge sauber dazurechnen willst. Und richtig spannend wird es, wenn du dich fragst, welchen Stundensatz du als Freelancer brauchst, um deinen Angestelltenlohn zu halten. Spoiler: Es ist deutlich mehr, als dir die einfache Formel sagt.

In diesem Guide rechnen wir die Umrechnung vom Monats- zum Stundenlohn für jede Variante durch. Mit der Schweizer Realität (40, 41, 42 oder 42.5 Stunden, 4 oder 5 Wochen Ferien, 13. Monatslohn) und mit einer Tabelle, die auch Selbständigen einen ehrlichen Stundensatz zeigt.

Key Takeaways

  • Die Standardformel ist Monatslohn × 13 ÷ 52 ÷ Wochenstunden (mit 13. ML) oder × 12 (ohne 13. ML).
  • Bei CHF 6'000 Monatslohn und 42h-Woche kommen je nach Konstellation CHF 32.97 bis CHF 35.71 brutto/Stunde heraus.
  • Auf den Brutto-Stundenlohn kommen bei 4 Wochen Ferien +8.33 %, bei 5 Wochen +10.64 % Ferienzuschlag, plus rund +3 % für Feiertage.
  • Als Selbständiger zahlst du 10 % AHV statt 5.3 %, bekommst keine bezahlten Ferien und keinen 13. — du brauchst typischerweise das 1.7- bis 2.2-fache des Angestellten-Stundenlohns.
  • Wer aus dem Anstellungsverhältnis in die Selbständigkeit wechselt, sollte den Stundensatz vorher ehrlich durchrechnen, bevor er den ersten Auftrag bestätigt.
Stundenlohn · Bruttoi.
CHF
Berechnungsparameterii.
Wochenstunden Stunden bei 100 % Pensum · Schweizer Standard 41–42 h
13. Monatslohn Jahreslohn wird auf 13 statt 12 Monate verteilt
Monatslohn · Bruttoiii.
CHF5’040.—
Bei 13 Monatslöhnen · 42 h/Woche
Aufschlüsselungiv.
Jahreslohn65’520CHF
Monatslohn ×135’040CHF
Wochenlohn1’260CHF
Tageslohn 5 Tage252CHF
Stundenlohn30.00CHF
Brutto · vor AHV / IV / EO · ALV · BVG · NBU Lohnrechner CH

Die Formel: vom Monatslohn zum Stundenlohn

Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnehmen willst, dann diese beiden Formeln:

Mit 13. Monatslohn:

Stundenlohn = (Monatslohn × 13) ÷ (Wochenarbeitszeit × 52)

Ohne 13. Monatslohn:

Stundenlohn = (Monatslohn × 12) ÷ (Wochenarbeitszeit × 52)

Das ist die saubere Variante, die auch das SECO in seinen Berechnungsvorlagen für die Lohnabrechnung verwendet. Hinter der 52 steckt schlicht die Anzahl Wochen im Jahr.

Schnelles Beispiel: CHF 6'000 Monatslohn

Nehmen wir Anna, eine fiktive Marketingfrau aus Bern. Sie verdient CHF 6'000 Monatslohn brutto, bekommt einen 13. Monatslohn und arbeitet 42 Stunden pro Woche. Anna will wissen, was sie eigentlich pro Stunde verdient.

(6'000 × 13) ÷ (42 × 52) = 78'000 ÷ 2'184 = CHF 35.71 brutto/Stunde

Wäre der 13. nicht im Vertrag (z. B. weil er als 1/12 in den Monatslohn eingerechnet ist), rechnet Anna mit × 12:

(6'000 × 12) ÷ (42 × 52) = 72'000 ÷ 2'184 = CHF 32.97 brutto/Stunde

Die Differenz von rund CHF 2.74 pro Stunde ist genau der 13. Monatslohn, wenn du ihn als Stundenzuschlag betrachtest.

Wochenarbeitszeit Schweiz: 40, 41, 42 oder 42.5 Stunden?

Bei der Umrechnung vom Monats- zum Stundenlohn ist die Wochenarbeitszeit der zweite wichtige Hebel. Drei Stunden mehr oder weniger pro Woche verändern den Stundenlohn deutlich.

Die Wochenarbeitszeit ist nicht überall gleich. Sie hängt von Branche, Funktion und Arbeitgeber ab:

  • 40 Stunden: oft öffentliche Verwaltung, manche Tech-Firmen, GAV-geregelte Branchen
  • 41 Stunden: häufig im Bankenumfeld und in Versicherungen
  • 42 Stunden: weit verbreitet in KMU, Industrie, Dienstleistung
  • 42.5 Stunden: Detailhandel, einige IT-Unternehmen
  • 45 Stunden: gesetzliches Maximum für die meisten Branchen (Arbeitsgesetz Art. 9)

Konkret heisst das: Wer die gleiche Stelle bei 40 statt 42 Stunden hat, verdient pro Stunde rund CHF 1.80 mehr, auch wenn das Monatsbrutto identisch aussieht. Beim Stellenvergleich ist der Stundenlohn deshalb oft die ehrlichere Vergleichsbasis als der Monatslohn allein.

Wochenarbeitszeit

Gleicher Monatslohn, verschiedene Wochenstunden

CHF 6'000 Monatslohn brutto, einmal mit 13. Monatslohn und einmal ohne, je nach Wochenpensum.

WochenstundenStundenlohn brutto (mit 13.)Stundenlohn brutto (ohne 13.)
40 hCHF 37.50CHF 34.62
41 hCHF 36.59CHF 33.78
42 hCHF 35.71CHF 32.97
42.5 hCHF 35.29CHF 32.58
45 hCHF 33.33CHF 30.77

Ferien- und Feiertagsentschädigung im Stundenlohn

Wer im Stundenlohn arbeitet, bekommt seine Ferien und Feiertage normalerweise als prozentualen Zuschlag auf den Stundenlohn ausbezahlt, nicht als bezahlte Abwesenheit. Das ist gesetzlich so verankert in OR Art. 329a (Ferienanspruch) und in OR Art. 329d (Ferienlohn).

Ferienzuschlag: 8.33 % oder 10.64 %

Die Rechnung ist simpel: 4 Wochen Ferien entsprechen 4 von 48 Arbeitswochen, also 8.33 %. 5 Wochen Ferien entsprechen 5 von 47 Arbeitswochen, also 10.64 %.

FerienanspruchZuschlag auf Stundenlohn
4 Wochen (gesetzliches Minimum ab 20)+ 8.33 %
5 Wochen (üblich bei Jüngeren, Älteren, GAV)+ 10.64 %
6 Wochen (selten, manche Branchen)+ 13.04 %

Anna bekommt also auf ihre CHF 35.71 brutto/Stunde nochmals 8.33 % obendrauf, falls sie im Stundenlohn statt im Monatslohn angestellt wäre: CHF 38.69 inklusive Ferienzuschlag.

Feiertagsentschädigung: rund 3 %

Bei 8 bis 10 bezahlten Feiertagen pro Jahr kommen weitere 3.0 bis 3.5 % dazu. Die genaue Zahl hängt vom Kanton ab: Bundesfeiertag ist nur der 1. August, alle anderen Feiertage sind kantonal geregelt.

13. Monatslohn als Zuschlag: + 8.33 %

Wird der 13. Monatslohn separat als Stundenlohn-Zuschlag ausbezahlt, sind das 1/12 = 8.33 %. Wer in seinem Stundenlohn-Vertrag einen Zuschlag von 8.33 % für den 13. ausgewiesen findet, weiss jetzt, was die Zahl bedeutet.

Vom Brutto-Stundenlohn zum Netto: die Sozialabzüge

Der Brutto-Stundenlohn ist nicht das, was auf dem Konto landet. In der Schweiz ziehen Arbeitgeber für Angestellte folgende Beiträge ab (Stand 2026, Arbeitnehmer-Anteil):

AbzugSatz ArbeitnehmerWas es ist
AHV / IV / EO5.30 %Staatliche Vorsorge (1. Säule)
ALV1.10 % (bis CHF 148'200)Arbeitslosenversicherung
NBU1.0 bis 2.5 %Nichtberufsunfall (variiert pro Arbeitgeber)
BVGca. 7 bis 9 %Pensionskasse (2. Säule, alters- und planabhängig)
KTG0.5 bis 1.5 %Krankentaggeld (variiert)

Bei einer typischen Konstellation gehen rund 15 bis 18 % vom Brutto-Stundenlohn weg, bevor das Geld auf dem Konto ist. Annas CHF 35.71 brutto sind also etwa CHF 29 bis 30 netto pro Stunde. Den Arbeitgeber-Anteil (nochmals rund 15 %) zahlt der Arbeitgeber zusätzlich, der "wahre" Stundenpreis für deine Anstellung liegt also bei rund CHF 41. Wer den genauen Netto-Wert für seine Konstellation will (Kanton, Konfession, Kinderzahl), nutzt am besten einen Brutto-Netto-Rechner für die Schweiz mit kantonalen Steuersätzen.

Diese Zahl ist wichtig, wenn du dich als Freelancer bewerben willst. Sie ist der Massstab, an dem dein Stundensatz gemessen werden sollte, nicht der Brutto-Stundenlohn auf der Lohnabrechnung.

Wer ernsthaft den Sprung plant, fängt am besten mit einer einfachen Rechnungssoftware für Selbständige an und schreibt die ersten Test-Rechnungen. So merkst du schnell, ob dein Stundensatz im Markt funktioniert.

Vom Angestelltenlohn zum Freelancer-Stundensatz

Das ist die Sektion, die im Internet kaum jemand sauber rechnet. Wenn du als Angestellter CHF 6'000/Monat verdienst, brauchst du als Freelancer nicht CHF 35.71/h, um auf das Gleiche zu kommen. Du brauchst deutlich mehr — die fünf Kostenfaktoren findest du direkt unten.

Ein konkretes Beispiel

Nehmen wir Marc, einen fiktiven IT-Consultant aus Lausanne. Er verdient als Angestellter CHF 8'500/Monat bei einer 42-h-Woche mit 13. Monatslohn. Sein Stundenlohn als Angestellter ist CHF 50.60 brutto. Marc überlegt, sich selbständig zu machen.

Sein Treuhänder rechnet ihm vor: Bei rund CHF 120/h und einer realistischen Auslastung von 60 % (also 24 verrechenbare Stunden pro Woche statt 42) ergibt das einen Jahresumsatz von rund CHF 144'000. Nach AHV (10 %), BVG (10 %), Krankentaggeld (1.5 %), Tools, Büro und Steuern bleibt ihm netto etwa gleich viel wie als Angestellter. Mehr Freiheit, mehr Risiko, gleicher Lebensstandard.

Das ist die ehrliche Rechnung. Wer als Freelancer arbeitet, sollte sie kennen, bevor er den ersten Vertrag unterschreibt. Wenn du den Schritt ernsthaft planst, ist unser Leitfaden so gründest du eine Einzelfirma in der Schweiz der nächste sinnvolle Halt.

Realistischer Freelancer-Tarif

Was du als Freelancer ungefähr verlangen solltest

Basis: 42-h-Woche, 4 Wochen Ferien, mit 13. Monatslohn. Spannweite je nach Tool- und Bürokosten.

Monatslohn (brutto, × 13)Stundenlohn als AngestellterFreelancer-Stundensatz
CHF 4'500CHF 26.79CHF 50 bis 65
CHF 5'500CHF 32.74CHF 65 bis 80
CHF 7'000CHF 41.67CHF 90 bis 115
CHF 8'500CHF 50.60CHF 115 bis 140
CHF 10'000CHF 59.52CHF 140 bis 175

Excel-Vorlage oder Online-Rechner: Was lohnt sich?

Excel-Vorlagen für die Umrechnung gibt es viele, vom SECO bis zu privaten Anbietern. Für eine einmalige Berechnung ist eine Excel-Vorlage absolut okay.

Wer aber regelmässig Stundenlöhne abrechnet (z. B. weil er Stundenlohn-Angestellte hat oder selbst auf Stundenbasis fakturiert), ist mit einer Software besser bedient. Eine Buchhaltungssoftware für Selbständige rechnet Brutto-Netto, Ferien- und Feiertagszuschläge automatisch und speichert die Lohnabrechnungen revisionssicher.

Magic Heidi wurde nicht als Lohnsoftware gebaut, das ist nicht unser Ziel. Aber für die Rechnungsstellung im Stundensatz, die Erfassung der Arbeitszeiten und die saubere Verrechnung an den Kunden hilft die Software jeden Tag. Den 13. Monatslohn zahlt sich der Freelancer am Ende selbst aus, indem er auf dem Geschäftskonto mehr stehen lässt, als er pro Monat zum Leben braucht.

FAQ

Häufige Fragen: Stundenlohn berechnen in der Schweiz

Wie berechne ich den Stundenlohn aus dem Monatslohn?

Stundenlohn = (Monatslohn × 13) ÷ (Wochenarbeitszeit × 52), wenn ein 13. Monatslohn ausbezahlt wird. Ohne 13. rechnest du × 12 statt × 13. Bei CHF 5'500 Monatslohn, 13. ML und 42 h/Woche sind das CHF 32.74 brutto/Stunde.

Wird der 13. Monatslohn beim Stundenlohn dazugerechnet?

Nicht automatisch. Wenn dein Stundenlohn-Vertrag den 13. enthält, ist er entweder schon in den Stundenlohn eingerechnet oder wird als separater Zuschlag von 8.33 % ausgewiesen. Wenn nichts dazu im Vertrag steht, hast du in der Regel keinen Anspruch darauf. Frag im Zweifel nach.

Wie hoch ist die Ferienentschädigung im Stundenlohn 2026?

Bei 4 Wochen Ferien sind es 8.33 %, bei 5 Wochen 10.64 %, bei 6 Wochen 13.04 % Zuschlag auf den Brutto-Stundenlohn. Der Anspruch auf 4 Wochen ist gesetzlich (OR Art. 329a), unter 20-Jährige und je nach GAV auch ältere Mitarbeiter haben Anspruch auf 5 Wochen.

Wie viele Stunden hat ein Monat im Schweizer Arbeitsrecht?

Es gibt keinen festen Wert. Die saubere Rechnung geht über 52 Wochen pro Jahr, geteilt durch 12 Monate. Bei 42 h/Woche sind das 42 × 52 ÷ 12 = 182 Stunden pro Monat im Durchschnitt. Die Faustregel von 173 Stunden pro Monat stammt aus einer 40-h-Woche und ist nicht für alle gültig.

Was muss ich als Freelancer mehr verlangen als mein Monatslohn?

Als grobe Richtschnur: Das 1.7- bis 2.2-fache deines Angestellten-Stundenlohns. Das deckt die volle AHV (10 % statt 5.3 %), die fehlenden bezahlten Ferien, den fehlenden 13. Monatslohn, das Risiko von Krankheit und unbezahlten Tagen, die Akquise- und Toolkosten sowie die unterschiedliche Steuerlast ab.

Gibt es einen Mindestlohn in der Schweiz?

Schweizweit nein. Aber in den Kantonen Genf, Neuenburg, Jura, Tessin und Basel-Stadt gibt es kantonale Mindestlöhne, die je nach Kanton zwischen CHF 20 und CHF 24 pro Stunde liegen (Stand 2026). Wer im Stundenlohn anstellt oder angestellt wird, sollte den kantonalen Mindestlohn am eigenen Wohn- oder Arbeitsort prüfen.

Nächste Schritte

Selbständigkeit konkret durchrechnen

Wer aus dem Anstellungsverhältnis in die Selbständigkeit wechselt, fängt am besten mit dem ersten Test-Rechnungslauf an. Magic Heidi gratis ausprobieren oder den Leitfaden zum Einzelfirma-Gründen lesen.