Lohnrechner Schweiz — Brutto zu Netto, erklärt
Alle Lohnabzüge auf deiner Schweizer Lohnabrechnung verstehen: AHV/IV/EO, ALV, BVG Pensionskasse, Unfallversicherung und Einkommenssteuer. Alle Sätze aktuell für 2026.

Schweizer Lohnrechner
Berechne deinen Nettolohn vom Bruttolohn — mit allen Schweizer Abzügen zu den aktuellen Sätzen 2026.
Deine Lohnabrechnung — die wichtigsten Abzüge
Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer in der Schweiz hat drei obligatorische Sozialversicherungsabzüge direkt vom Bruttolohn. Hier erfährst du, was sie sind und wie viel sie kosten.
AHV/IV/EO — 5.3%
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV) und Erwerbsersatzordnung (EO). Das ist die 1. Säule des Schweizer Vorsorgesystems — eine umlagefinanzierte staatliche Rente. Dein Arbeitgeber zahlt ebenfalls 5.3%.
- AHV (Alters- & Hinterlassenenversicherung): 4.35%
- IV (Invalidenversicherung): 0.7%
- EO (Erwerbsersatzordnung): 0.25%
- Arbeitnehmeranteil total: 5.3% des Bruttolohns
ALV — 1.1%
Arbeitslosenversicherung. Obligatorisch für alle Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber zahlt den gleichen Beitrag. Beitragspflichtig bis zu einem Jahreslohn von CHF 148'200 — darüber wird keine ALV abgezogen.
- Arbeitnehmeranteil: 1.1% des Bruttolohns
- Arbeitgeberanteil: 1.1% (paritätisch)
- Beitragspflichtig bis CHF 148'200/Jahr
- Solidaritätsbeitrag von 0.5% über dem Maximum (geteilt)
BVG (Pensionskasse) — 7% bis 18%
Berufliche Vorsorge (2. Säule). Der Beitragssatz hängt vom Alter ab und gilt nur für den sogenannten koordinierten Lohn — Bruttolohn minus Koordinationsabzug (CHF 25'725 im Jahr 2026). Der Arbeitgeber zahlt mindestens 50%.
- Alter 25–34: 7% (3.5% Arbeitnehmer)
- Alter 35–44: 10% (5% Arbeitnehmer)
- Alter 45–54: 15% (7.5% Arbeitnehmer)
- Alter 55–65: 18% (9% Arbeitnehmer)
Weitere Abzüge — Versicherung & Steuern
Neben den Sozialversicherungen enthält deine Lohnabrechnung auch Prämien für die Unfallversicherung und Einkommenssteuerabzüge. Diese variieren stark je nach Kanton und persönlicher Situation.
NBU — Nichtberufsunfallversicherung
Die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) deckt Unfälle ausserhalb der Arbeit. Die Prämie wird in der Regel vollständig vom Arbeitnehmer bezahlt und beträgt meist 1–2% des versicherten Lohns.
- Arbeitnehmer zahlt: ~1.0–1.6% des Bruttolohns
- Berufsunfallversicherung (BU) zahlt der Arbeitgeber
- Obligatorisch ab 8 Stunden/Woche Arbeitszeit
- Deckt Heilungskosten, Taggelder, Invalidität
Einkommenssteuer — variiert je nach Kanton
In der Schweiz wird das Einkommen auf drei Ebenen besteuert: Bund, Kanton und Gemeinde. Der Gesamtsteuersatz hängt vom Wohnkanton, der Einkommenshöhe, dem Zivilstand und der Kinderzahl ab. Die Unterschiede sind enorm.
- Bundessteuer: bis ~11.5% (progressiv)
- Kantons-/Gemeindesteuer: 10–35% je nach Kanton
- Zug, Schwyz, Nidwalden: tiefste Steuersätze
- Genf, Basel-Stadt, Waadt: höhere Steuersätze
Kirchensteuer — 0 bis 4%
Wer Mitglied einer anerkannten Kirche ist (römisch-katholisch, reformiert oder christkatholisch in den meisten Kantonen), zahlt automatisch Kirchensteuer. Durch einen formellen Kirchenaustritt entfällt dieser Abzug.
- Gilt in den meisten Kantonen (nicht allen)
- Typischerweise 1–4% der kantonalen Einkommenssteuer
- Kirchenaustritt beseitigt diesen Abzug
- Nicht anwendbar in Genf und Neuenburg
Alle Abzüge — auf einen Blick
Eine Zusammenfassung aller gängigen Abzüge vom Bruttolohn in der Schweiz. Die Sätze sind Arbeitnehmeranteile (Stand 2026).
| Abzug | Arbeitnehmeranteil | Arbeitgeberanteil | Hinweise |
|---|---|---|---|
| AHV/IV/EO | 5.3% | 5.3% | 1. Säule Altersvorsorge |
| ALV | 1.1% | 1.1% | Max. CHF 148'200 |
| BVG | 3.5–9% | 3.5–9% | Altersabhängig, auf koordiniertem Lohn |
| NBU (Unfall) | ~1–1.6% | Nur BU | Nichtberufsunfälle |
| Einkommenssteuer | 10–35% | — | Bund + Kanton + Gemeinde |
| Kirchensteuer | 0–4% | — | Freiwillig — Kirchenaustritt möglich |
Drei Säulen — deine Altersvorsorge erklärt
Das Schweizer Vorsorgesystem basiert auf dem 3-Säulen-System. Wer es versteht, sieht wohin die Lohnabzüge fliessen — und wie sich die eigenen Finanzen optimieren lassen.
1. Säule — AHV/IV (Staatliche Vorsorge)
Die obligatorische staatliche Rente, finanziert durch AHV/IV/EO-Beiträge. Sie soll den Grundbedarf im Alter decken. Die maximale AHV-Rente beträgt CHF 2'450/Monat (2026). Es ist ein Umlageverfahren — die heutigen Arbeitnehmenden finanzieren die heutigen Rentner.
- Obligatorisch für alle Arbeitnehmenden und Selbständige
- Maximale Rente: CHF 2'450/Monat (Einzelperson)
- Ehepaare: max. CHF 3'675/Monat zusammen
- Rentenalter: 65 für Männer und Frauen (seit 2025)
2. Säule — BVG (Berufliche Vorsorge)
Die Pensionskasse deines Arbeitgebers. Zusammen mit der 1. Säule sollen rund 60% des bisherigen Einkommens im Alter gesichert werden. Obligatorisch für Arbeitnehmende mit einem Jahreslohn über CHF 22'050 (Eintrittsschwelle 2026).
- Obligatorisch ab CHF 22'050 Jahreslohn
- Beiträge werden mit dem Arbeitgeber geteilt (mindestens 50/50)
- Dein Kapital wächst steuerfrei bis zur Pensionierung
- Vorbezug möglich für Wohneigentum oder Selbständigkeit
Säule 3a — Private Vorsorge (Freiwillig)
Freiwilliges privates Sparen mit grossen Steuervorteilen. Einzahlungen in die Säule 3a sind voll steuerabzugsfähig — bis CHF 7'258/Jahr für Arbeitnehmende mit Pensionskasse (2026). Das ist eines der wirksamsten Steuerspar-Instrumente der Schweiz.
- Maximaler Beitrag: CHF 7'258/Jahr (mit BVG)
- Maximaler Beitrag: CHF 36'288/Jahr (ohne BVG)
- Vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar
- Gesperrt bis Alter 60 (mit Ausnahmen)
Beispiel: CHF 6'000/Monat Bruttolohn (Zürich, ledig, 35 Jahre, keine Kirchensteuer)
| Abzug | Betrag | Satz |
|---|---|---|
| Bruttolohn | CHF 6'000 | — |
| AHV/IV/EO | −CHF 318 | 5.3% |
| ALV | −CHF 66 | 1.1% |
| BVG (geschätzt) | −CHF 214 | ~5% auf koordiniertem Lohn |
| NBU (geschätzt) | −CHF 78 | ~1.3% |
| Zwischentotal Sozialabzüge | −CHF 676 | ~11.3% |
| Einkommenssteuer (geschätzt, Zürich) | −CHF 720 | ~12% effektiv |
| Nettolohn (geschätzt) | ~CHF 4'604 | ~76.7% |
Dies ist eine Schätzung. Die effektiven Beträge hängen von deiner Pensionskasse, deiner Versicherung, deiner Wohngemeinde und deiner persönlichen Situation ab. Verwende diese Angaben als Richtwert, nicht als verbindliche Berechnung.
Häufige Fragen zu Schweizer Lohnabzügen
Was wird vom Bruttolohn in der Schweiz abgezogen?
Die wichtigsten Abzüge sind: AHV/IV/EO (5.3%), ALV Arbeitslosenversicherung (1.1%), BVG Pensionskasse (3.5–9% je nach Alter), Nichtberufsunfallversicherung NBU (~1–1.6%) und Einkommenssteuer (variiert je nach Kanton, Zivilstand und Einkommen). Kirchensteuer kann ebenfalls anfallen, wenn du Mitglied einer anerkannten Kirche bist.
Wie hoch ist der AHV/IV/EO-Beitrag 2026?
Der gesamte AHV/IV/EO-Beitragssatz beträgt 10.6%, je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen (5.3% pro Seite). Aufgeteilt: AHV 8.7%, IV 1.4%, EO 0.5%. Diese Sätze gelten auf dem gesamten Bruttolohn ohne Obergrenze.
Was ist das BVG und wie wirkt es sich auf meinen Lohn aus?
Das BVG (Berufliche Vorsorge) ist die Pensionskasse — die 2. Säule. Die Beiträge sind altersabhängig: 7% total im Alter 25–34, ansteigend auf 18% im Alter 55–65. Sie gelten nur auf dem koordinierten Lohn (Bruttolohn minus CHF 25'725, gedeckelt bei CHF 90'720). Der Arbeitgeber zahlt mindestens die Hälfte.
Unterscheiden sich die Lohnabzüge je nach Kanton?
Die Sozialversicherungsbeiträge (AHV, ALV, BVG) sind schweizweit gleich. Die Einkommenssteuer variiert jedoch massiv. Tiefsteuerkantone wie Zug oder Schwyz können pro Jahr mehrere tausend Franken mehr Nettolohn bedeuten als Hochsteuerkantone wie Genf oder Basel-Stadt.
Was ist die Quellensteuer?
Die Quellensteuer ist eine Einkommenssteuer, die direkt vom Arbeitgeber abgezogen wird. Sie betrifft ausländische Arbeitnehmende ohne Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) sowie alle Arbeitnehmende ohne C-Ausweis mit einem Jahreseinkommen unter CHF 120'000. Der Satz hängt von Kanton, Einkommen, Zivilstand und Kinderzahl ab.
Wie beeinflusst der Zivilstand den Nettolohn?
Verheiratete Paare werden in der Schweiz gemeinsam besteuert. Das kann den Steuersatz erhöhen, wenn beide ähnlich viel verdienen (Heiratsstrafe). Umgekehrt profitieren Ehepaare mit einem Hauptverdienenden oft von tieferen Gesamtsteuersätzen. Die Anzahl Kinder reduziert das steuerbare Einkommen durch Kinderabzüge.
Gibt es einen Mindestlohn in der Schweiz?
Die Schweiz kennt keinen nationalen Mindestlohn. Einige Kantone haben jedoch eigene Mindestlöhne eingeführt: Genf (CHF 24.48/Stunde), Basel-Stadt (CHF 21/Stunde), Tessin (CHF 19.75–20.25/Stunde), Neuenburg und Jura. In manchen Branchen gelten zudem Mindestlöhne aus Gesamtarbeitsverträgen (GAV).
Wie kann ich meine Steuerlast legal senken?
Das wirksamste Instrument ist die Säule 3a: Einzahlungen bis CHF 7'258/Jahr (2026) sind voll steuerabzugsfähig. Weitere Strategien sind das Geltendmachen aller Abzüge (Berufsauslagen, Verpflegungskosten, Weiterbildung), freiwillige BVG-Einkäufe und — falls möglich — die Wahl eines steuergünstigen Wohnkantons.
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